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10.03.2016

12:56 Uhr

Von der Leyen und der Doktortitel

Plagiatsjäger kritisiert Entscheidung der Hochschule

Verteidigungsminister Ursula von der Leyen darf ihren Doktortitel behalten. Der Jurist und Plagiatsjäger Gerhard Dannemann hält die Entscheidung der Hochschule für falsch – und rechtswidrig. Und macht der Uni Vorwürfe.

Ursula von der Leyen (CDU) bei einem Vortrag an der kalifornischen Stanford-Universität. In den USA erhielt die Politikerin die Nachricht, dass sie den Doktortitel behalten kann. dpa

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen

Ursula von der Leyen (CDU) bei einem Vortrag an der kalifornischen Stanford-Universität. In den USA erhielt die Politikerin die Nachricht, dass sie den Doktortitel behalten kann.

BerlinDer Jurist und Plagiatsjäger Gerhard Dannemann hält die Entscheidung der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) zum Doktortitel von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) nicht für rechtmäßig. Vor einem Verwaltungsgericht würde sie seiner Meinung nach keinen Bestand haben. „Ich kann nur sagen, was die Rechtsprechung macht. Und da liegen alle objektiven Voraussetzungen für eine Täuschung vor“, sagte Dannemann am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur.

Der Rechtsprofessor an der Berliner Humboldt-Universität ist an der Internetseite „VroniPlag Wiki“ beteiligt, die die Plagiatsaffäre um von der Leyen ins Rollen gebracht hat. Die MHH hatte am Mittwoch entschieden, dass die Verteidigungsministerin ihren Doktortitel trotz klarer handwerklicher Fehler behalten darf.

Ursula von der Leyen: Verteidigungsministerin darf ihren Doktortitel behalten

Ursula von der Leyen

Verteidigungsministerin darf ihren Doktortitel behalten

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen behält ihren Doktortitel. Das hat die Universität in Hannover entschieden. Es seien einige Plagiate festgestellt worden, es habe aber keine Täuschungsabsicht vorgelegen.

Dannemann wirft der Hochschule vor, sich schützend vor ihre prominente Absolventin zu stellen. „Ich glaube, man hat sich gesagt: Wie kommen wir da jetzt raus, ohne die Hochschule zu beschädigen und ohne Frau von der Leyen zu beschädigen. Da ist man zweimal den Weg des geringsten Widerstands gegangen“, sagte er. „Ich halte es für ganz fatal, wenn die wissenschaftliche Seite und die politische Seite nicht getrennt betrachtet werden können.“

Von

dpa

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