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07.02.2017

15:19 Uhr

Von der Leyens Airbus bleibt am Boden

A400M a. D.

Das musste wohl so kommen: Jahrelang gab es Pannen, nun bricht Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen endlich zur ersten Dienstreise mit einer Airbus A400M auf – und bleibt mit einem Triebwerksausfall liegen.

Den Flug von Berlin-Tegel nach Rukla in Litauen absolvierte die Verteidigungsministerin mit dem neuen Flugzeug – auf dem Rückflug musste die Transall einspringen. dpa

Von der Leyen vor dem Start der Airbus A400

Den Flug von Berlin-Tegel nach Rukla in Litauen absolvierte die Verteidigungsministerin mit dem neuen Flugzeug – auf dem Rückflug musste die Transall einspringen.

KaunasGleich bei der ersten Dienstreise von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen mit einem modernen A400M-Transportflugzeug hat die Maschine ihren Dienst versagt. Ein Triebwerk sei ausgefallen, sagte die CDU-Politikern am Dienstag in Litauen.

Die Maschine musste zunächst auf dem Flughafen in Kaunas stehenbleiben. Die Ministerin und ihre Delegation wollte mit einer älteren Transall-Maschine zurück nach Berlin fliegen. Eigentlich sollen die A400M die Transall-Flugzeuge ersetzen.

Die Airbus A400M gilt als das modernste militärische Transportflugzeug der Welt, aber auch als größter Problemfall der Bundeswehr. Politische, finanzielle und technische Probleme verzögerten die Entwicklung jahrelang.

Airbus Pannenflieger A400M

1982

Führende europäische Rüstungskonzerne gründen im Dezember 1982 das Future International Military/Civil Airlifter-Konsortium (FIMA) mit dem Ziel, den Bau eines gemeinsamen Militärtransporters zu prüfen. Die neue Maschine soll als Ersatz für die alternden Flieger Lockheed C-130 Hercules und Transall C-160 dienen.

Quelle: Wirtschaftswoche

1994

Das mittlererweile auf Euroflag umgetaufte Konsortium stellt das erste Modell der A400M auf der Flugschau in Farnborough. Der Name: Future Large Aircraft (FLA). Kurz darauf übernimmt der Flugzeugbauer Airbus das Programm.

1999

Airbus legt sieben Regierungen ein Angebot über feste Leistungen und Preise für den A400M vor.

2003

Nach schwierigen und lange dauernden Verhandlungen unterschreiben die Länder im Mai 2003 einen Vertrag über die Lieferung von 180 Maschinen.

2007

Der Bau des ersten Prototypen beginnt. Ende des Jahres gibt Airbus bekannt, dass sich der eigentlich für 2008 geplante Start der Serienproduktion wegen technischer Probleme um mindestens zwölf Monate verzögert.

2009

Im Dezember 2009 findet schließlich der Erstflug des Militärtransporters statt. Es ist längst ausgeschlossen, dass Frankreich wie geplant im Frühjahr 2010 die erste A400M erhält.

2009/2010

Die Situation spitzt sich zu: Airbus zweifelt wegen der immens erhöhten Belastung durch technische Probleme und Verzögerungen in der Entwicklung intern an der Realisierung des Projekts. In Medien ist von fünf bis elf Milliarden Euro Mehrkosten die Rede.

2010

Die beteiligten Länder einigen sich mit Airbus auf den Bau des Flugzeugs und akzeptieren eine Preiserhöhung. Die Produktion der ersten Serienmaschinen beginnt.

2013

Im August 2013 wird die erste A400M an das französische Militär ausgeliefert.

2015

Laut Medienberichten führen Produktionsprobleme dazu, dass 2015 maximal zwei statt fünf A400M an Deutschland ausgeliefert werden können. Auch die Franzosen und Briten sind von den erneuten Verzögerungen betroffen. Im Mai stürzt eine Maschine beim Werk im spanischen Sevilla wegen Softwareproblemen ab. Vier Mitglieder der Crew sterben, der Produktionsplan gerät durcheinander.

Der erste Prototyp wurde Ende 2009 erprobt. Im Oktober 2013 stellte die französische Luftwaffe das erste Serienmodell in Dienst. Die Luftwaffe bekam Ende 2014 ihre erste Maschine und hat bisher acht von 53 bestellten erhalten. Wegen Triebwerks-Problemen stürzte eine Maschine im Mai 2015 bei einem Testflug in Spanien ab, vier Insassen starben

Das propellergetriebene Flugzeug hat eine Gesamtlänge von 45 und eine Spannweite von 42,40 Metern. Bei einer maximalen Reisegeschwindigkeit von 780 Stundenkilometern kommt die Maschine bei 20 Tonnen Nutzlast auf eine Reichweite von maximal 6390 Kilometern.

Von der Leyen hatte in Litauen das von der Bundeswehr geführte Nato-Bataillon besucht. Sie geht davon aus, dass die USA auch unter ihrem neuen Präsidenten Donald Trump an der in der Nato vereinbarten Truppenstationierung in Osteuropa zur Abschreckung Russlands festhalten werden. Ihren US-Kollegen Jim Mattis werde sie am Freitag in Washington zum ersten Mal treffen, sie habe jedoch bereits mit ihm telefoniert, sagte die Ministerin.

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Donald Trump hat seine „America First“-Politik unterstrichen. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen erklärt im Interview, was das für Deutschland bedeutet und warum sie auf ihren neuen Amtskollegen Mattis setzt.

„Nach dem, was wir im Gespräch miteinander ausgetauscht haben, habe ich keine Zweifel an seiner tiefen Überzeugung der Wichtigkeit der Nato und auch an der Standfestigkeit der Amerikaner innerhalb der Nato zu dem, was wir miteinander verabredet haben.“ Die Bundeswehr führt dort eines der vier Kampfbataillone, die die Nato zur Abschreckung Russlands nach Osteuropa entsendet.

Die USA übernehmen das Kommando über das Bataillon in Polen. Trump hat die Nato in der Vergangenheit immer wieder kritisiert und die Grundpfeiler des westlichen Verteidigungsbündnisses wie etwa die gegenseitige Beistandsverpflichtung infrage gestellt. Im Wahlkampf hatte der Milliardär zudem gedroht, die Verbündeten in Europa im Stich zu lassen, falls sie nicht genug für ihre Verteidigung ausgeben. Er drohte auch mit dem Abzug der verbliebenen US-Truppen aus Europa, wenn die Europäer nicht mehr für den Schutz durch die Amerikaner bezahlten.

Trump sorgte damit vor allem in den baltischen Staaten für Unruhe, die russische Übergriffe auf ihr Territorium nach dem Muster der Ukraine befürchten. Nach dem Ende des Kalten Krieges hatten die europäischen Staaten ihre Wehrausgaben drastisch gekürzt. Erst seit der Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim durch Russland 2014 kehrt sich dieser Trend langsam wieder um. Auch Deutschland erhöht seinen Wehretat seit einiger Zeit wieder.

Kommentare (6)

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Herr chris schnitzler

07.02.2017, 16:37 Uhr

A 400 M ist symptomatisch für den Zustand von EADS Airbus , Verteidigungsministerium, Staat und Regierung und ahnungslosen Ministerinnen die von Tuten und Blasen keine Ahnung haben und sog. Managern wie Tom Enders, die von Technik ebenfalls keine Ahnung haben nur noch mit Leiharbeitern arbeiten lassen und lieber in China heimlich eine zweite Flugzeugfabrik bauen anstatt endlich ihren Aufgaben nachzukommen ein Transportflugzeug zu produzieren und auszuliefern.
Jeder zivile Kunde hätte die Flugzeugbestellung nach jahrelanger Verspätung schon lange abbestellt, der Steuerzahler darf für Schlamperei seitens Behörden,Bundesregierungen und Hersteller wieder einmal tief in die Tasche greifen.
EADS, Bundesregierung, Verteidigungsminister(innen), die Bundesrepublik Deutschland als Wirtschaftsstandort für Flugzeugbau gibt somit ein chaotisches Bild ab wie es katastrophaler nicht sein kann eben beispielhaft für das ganze Land ( siehe auch Berliner Flughafen, Elbphilharmonie, Heckler und Koch, A 380, Volkswagen, Deutsche Bank usw)
Gute Nacht Deutschland, deine Tage sind gezählt , China wartet schon auf deine Übernahme und die Einwohner merken es noch nicht mal mehr!

Herr Max Marx

07.02.2017, 17:10 Uhr

Das passt zu Pannen Röschen!!! Das Unfähigste was Berlin zu bieten hat ... nach Märchenonkel de Maiziere!!!! Diese Regierung ist fertig. Das sind nur noch Lachnummern.

Herr Max Marx

07.02.2017, 17:11 Uhr

Major Tom Enders gehört schon lange in die Wüste. Das ist ein selbstdarstellender Pustefix!!!

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