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09.06.2015

11:57 Uhr

Von der Leyens Meads-Projekt

Opposition kritisiert Milliardenprojekt

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hat angekündigt, das Raketenabwehrsystem Meads für die Bundeswehr anschaffen zu wollen. Es drohe das nächste Milliardengrab, warnen die Grünen.

Von der Leyens Milliarden-Ausgabe

Bundeswehr rüstet deutlich auf: Flugabwehrsystem Meads kommt

Von der Leyens Milliarden-Ausgabe: Bundeswehr rüstet deutlich auf: Flugabwehrsystem Meads kommt

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BerlinDie Opposition hat die geplante Ausrüstung der Bundeswehr mit dem mehrere Milliarden Euro teuren Raketenabwehrsystem Meads scharf kritisiert. „Das Rüstungsabenteuer Meads droht zum nächsten Milliardengrab zu werden“, sagte die Grünen-Verteidigungsexpertin Agnieszka Brugger der Deutschen Presse-Agentur.

„Statt eine kluge Sicherheitspolitik zu verfolgen, arbeitet Ursula von der Leyen lieber die Wunschzettel der Rüstungsindustrie ab.“

Der Linke-Verteidigungsexperte Alexander Neu forderte von der Leyen auf, zunächst ein Luftverteidigungskonzept vorzulegen. „Was soll Meads, wenn es ein solches Konzept noch nicht gibt?“, sagte er der dpa. „Wir haben es mit einem System zu tun, dessen Leistungsmerkmale bislang nicht ausreichend vorhanden sind, und dessen Preis hoch ist.“

Das Flugabwehrsystem MEADS

Proektphasen

Wiederholte Verzögerungen bereits ab der ersten Projektphase (Quelle: Steuerzahlerbund)

Gesamtkosten

Erwartete Gesamtkosten (Lebenszyklus): 13 Mrd. Euro

Kostensteigerung

Kostensteigerung für die geplante Beschaffung von 1,55 Mrd. Euro (1999) auf 3,81 Mrd. Euro (2005)

Entwicklungskosten

Entwicklungskosten bis Anfang 2013: rund 1,1 Mrd. Euro

Wie geht es weiter?

Projekt nach Rückzug der Amerikaner eingestellt; Anschlussverwendung der Ergebnisse fraglich

Am Montagabend hatte das Verteidigungsministerium Fachpolitiker der Koalition darüber informiert, dass das unter deutscher Beteiligung entwickelte Medium Extended Air Defense System – kurz Meads – für die Bundeswehr beschafft werden soll. Bis 2025 soll das neue Waffensystem die bisher von der Bundeswehr genutzten „Patriot“-Einheiten des US-Herstellers Raytheon ablösen.

Die Meads-Entwicklung hat bereits vier Milliarden Euro gekostet. Weitere drei bis vier Milliarden werden wahrscheinlich noch fällig.

Das neue Waffensystem soll Angriffe mit Flugzeugen und Raketen abwehren können. Zu einer Einheit gehören Gefechtsstände, ein 360-Grad-Aufklärungsradar, Feuerleitradare und mehrere Raketenabschussrampen.

Von

dpa

Kommentare (3)

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Herr Günther Schemutat

09.06.2015, 17:30 Uhr

Nicht nur das diese neue Abwehrwaffe immenses Geld kosten wird, wenn sie dann kommt. Es werden auch die Deutschen Soldaten die mit ihren Patriot Raketen für immer in der Türkei stehen müssen, vermutlich bis dahin Türkische Staatsbürger sein.

Holt die Soldaten endlich zurück , die nicht mehr wissen wer Feind oder Freund ist.

Erdogan hat genug Geld für seinen Protzpalast , da kann er sich auch ein paar Raketen kaufen.

Herr otto r. kristek

09.06.2015, 19:50 Uhr

Stärkt die Griechen, stärkt Zypern das ist unser vorposten gegen IS und putinsche machtgelüste
lasst unsere Verteidiger in griechenland "urlaub" machen
ist mindestens genau so schön wie an der türkischen grenze
denn erdog.... braucht keinen wahlsieg mehr
der hat schon jetzt alles gleichgeschaltet und waltet nach gut dünken
unsere lanzer werden irgend wann nach haus geschickt ohne patriot s
die werden von der IS übernommen
europäer hört die zwischentöne die signale die diese machtklicke aussendet

wir sind nicht einmal in der lage genügend panzer herzustellen die im E-fall benötigt würden
die bahn will räder in China einkaufen
weil unsere europäische Industrie angeblich nicht in der lage ist diese in ausreichender menge und quallität herzustellen
hier rächt sich der kahlschlag der letzten 30 Jahre bei entsprechenden produzenten


Herr Teito Klein

10.06.2015, 07:27 Uhr

Der deutsche Sonderweg
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Deutschland hat sich für das "Meads-Projekt" entschieden.
Meads war eine Gemeinschaftsentwicklung von Deutschland, Italien und den USA:
die USA haben die Entwicklung eingestellt, Italien will auch nicht mehr.

Bisher wurden 4 Milliarden Euro in die Entwicklung investiert. Weitere 4 Milliarden kommen noch hinzu.
Kostensteigerungen sind bis 2025 noch zu erwarten.

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