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08.09.2012

11:42 Uhr

Von Gutverdienern

Von der Leyen will höhere Sozialabgaben

Wer gut verdient, muss im kommenden Jahr mit höheren Sozialabgaben rechnen. Ein entsprechender Plan von Arbeitsministerin Ursula von der Leyen soll im Oktober beschlossen werden, berichtet die „Süddeutsche Zeitung“.

Ursula von der Leyen (CDU) will die Sozialabgaben für Gutverdiener erhöhen. dapd

Ursula von der Leyen (CDU) will die Sozialabgaben für Gutverdiener erhöhen.

BerlinGutverdiener müssen einem Zeitungsbericht zufolge im kommenden Jahr trotz der geplanten Senkung der Rentenbeiträge mit höheren Sozialabgaben rechnen. Das Bundesarbeitsministerium von Ursula von der Leyen (CDU) wolle die Einkommensgrenzen in der Sozialversicherung anheben, schreibt die "Süddeutsche Zeitung" (Samstagausgabe). Ein westdeutscher Single mit einem Bruttoeinkommen von 5800 Euro monatlich komme dadurch auf zusätzliche Abgaben von jährlich 67 Euro - trotz der Absenkung des Rentenbeitragssatzes von 19,6 auf 19 Prozent. Wer verheiratet ist und zwei Kinder hat, müsse im schlechtesten Fall 96 Euro mehr zahlen, hätten Berechnungen des Berliner Steuerprofessors Frank Hechtner ergeben.

Die "Sozialversicherungsrechengrößenverordnung" soll Mitte Oktober vom Kabinett beschlossen werden. Musste man bislang bis zu einem monatlichem Brutto von 3825 Euro Beiträge für die Kranken- und Pflegeversicherung zahlen, so werde diese Abgabe im kommenden Jahr bis zu einer Summe von 3937,50 Euro fällig. Noch deutlicher steigen dem Blatt zufolge die Grenzen für die Renten- und die Arbeitslosenversicherung. Hier seien künftig Abgaben auf zusätzliche 200 Euro des Einkommens fällig, weil die Bemessungsgrenze auf 5800 Euro steige, im Osten von 4800 auf 4900 Euro.

Das Arbeitsministerium bestätigte, dass die Einkommensgrenzen im Herbst neu bestimmt werden. "Würden die Grenzen nicht mit den Einkommen wachsen, würden Lasten sukzessive hin zu geringeren Einkommen verschoben", sagte ein Sprecher. Die Lasten blieben bei den unteren Einkommensgruppen hängen. "Für die breite Masse ändert sich gar nichts", so der Sprecher. "In der Rentenversicherung sind Spitzeneinkommen ab 69.900 betroffen." Der weit überwiegende Teil der Beitragszahler profitiere eins zu eins von der Beitragssenkung.

Weil die höheren Beitragsbemessungsgrenzen die Rentensenkung auffressen, ergebe sich für einen westdeutschen Single mit einem Einkommen von 5800 Euro brutto ein Nachteil von 5,61 Euro im Monat, sagte Hechtner. Wer verheiratet ist und zwei Kinder hat, habe beim selben Verdienst sogar ein monatliches Minus von 7,99 Euro zu verbuchen. Für Ostdeutsche Singles mit einem Einkommen von mehr als 4900 Euro monatlich gibt es demnach keine Einbußen. Allerdings hätten sie auch nicht mehr Geld in der Tasche, da sich die Effekte der Beitragssenkung und die höhere Bemessungsgrundlage ausgleichen würden.

Von

rtr

Kommentare (6)

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Account gelöscht!

08.09.2012, 11:55 Uhr

UvdL will mehr Geld? - Ok ich will UdvL weg haben und mein Geld behalten.

kartaco

08.09.2012, 12:50 Uhr

wenn esm kommt brauchst du dir um geld keine sorgen mehr machen .sei glücklich .

Account gelöscht!

08.09.2012, 14:40 Uhr

"Das Arbeitsministerium bestätigte, dass die Einkommensgrenzen im Herbst neu bestimmt werden. "Würden die Grenzen nicht mit den Einkommen wachsen, würden Lasten sukzessive hin zu geringeren Einkommen verschoben", sagte ein Sprecher. Die Lasten blieben bei den unteren Einkommensgruppen hängen."

Das passiert sowieso regelmäßig und nach Gesetz.

Schon wieder eine nicht sachgerechte Überschrift. Allerdings könnte sich das Arbeitsministerium tatsächlich Gedanken machen was das mit diesen horrenden Sozialkosten soll. Mehr Netto vom Brutto bedeutet einfach das Gesundheitssystem tatsächlich zu reformieren.
3% der Gesundheitsaufgaben werden nur für Vorsorge ausgegeben, aber 16% aller EU-Bürger sind zu fett, und die Folge-Kosten werden sich um 70% bis 2015 erhöhen (Foresight 2007). Die Zucker- und Nachrungsmittelindustrie tut hier auch was sie kann, um dem Gesundheitssystem viele "Kunden" zuzuführen.
Ich habe leider noch keine Statistik gefunden, die Nebenwirkungen von Medikamenten und deren Folgekosten beschreibt.
Sich immer weiter aufsplitternde Berufsgruppen und Therapeuten drängen auf den Abrechnungsmarkt, während der gute alte Hausarzt seinen Helfern nicht mal ein ordentliches Entgeld zahlen kann.
Hier gibt es deutlich mehr zu tun, als an den Sozialabgaben "rumzudoktern".

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