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07.09.2013

16:23 Uhr

Vor der Bundestagswahl

Merkel distanziert sich von AfD

Die AfD ist die große Unbekannte vor der Wahl. Parteichef Lucke glaubt, dass es „locker“ für den Bundestag reicht – und denkt über eine Koalition mit der Union nach. Die Kanzlerin wiegelt ab: Die Frage stelle sich nicht.

AfD: Für Kanzlerin Merkel keine Alternative für Deutschland. dpa

AfD: Für Kanzlerin Merkel keine Alternative für Deutschland.

BerlinBundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich entschieden von der eurokritischen Alternative für Deutschland (AfD) abgegrenzt. „Die meisten Bürger wissen: Der Euro ist gut für Deutschland und sichert Arbeitsplätze“, sagte Merkel der „Bild am Sonntag“. „Umfragen zeigen, dass weniger Bürger denn je sich die D-Mark zurückwünschen.“ Zur Möglichkeit einer Koalition mit der AfD sagte die CDU-Vorsitzende: „Die Frage stellt sich nicht.“

Nach Einschätzung von Experten hat die konservative AfD durchaus Chancen auf einen Einzug in den Bundestag. Viele Protestwähler verweigerten sich Umfragen und sorgten am Wahlabend für Überraschungen, sagten Wahlforscher dem Magazin „Focus“. In Umfragen kam die AfD zuletzt leicht gestärkt auf 3 bis 4 Prozent, würde damit aber den Einzug in den Bundestag verpassen.

Es gebe eine „gewisse Dunkelziffer“, die in Umfragen nicht zugeben wollten, eine eurokritische Partei zu wählen, sagte Forsa-Chef Manfred Güllner. Hermann Binkert vom Umfrage-Institut INSA betonte: „Die AfD hat bei Nichtwählern viel Potenzial, denn zwei Drittel dieser Gruppe wünschen sich eine eurokritische Partei im Bundestag.“

Fakten zur Anti-Euro-Bewegung „Alternative für Deutschland“

Parteigründer

Zu den Gründern der Partei gehören neben dem Hamburger Wirtschaftsprofessor Bernd Lucke unter anderem der langjährige FAZ-Feuilletonist Konrad Adam und der ehemalige hessische Staatssekretär Alexander Gauland.

Nein zum Euro

Die AfD fordert die Auflösung des Euro-Währungsgebietes und die Wiedereinführung nationaler Währungen.

Bundestagswahl

Zur Bundestagswahl im September 2013 ist die neugegründete Partei erstmals angetreten. Bei der Europawahl im Mai 2014 erzielte sie sieben Prozent und zog mit sieben Abgeordneten ins EU-Parlament ein.

Der AfD-Vorsitzende Bernd Lucke schließt im Falle eines Wahlerfolgs Koalitionsgespräche mit der Union nicht aus. Die bisherige Euro-Politik der Regierungspartei müsse nicht zwangsläufig Bestand haben, eine überraschende Kehrtwende sei denkbar. „Denken Sie nur daran, was die CDU in der vergangenen Wahlperiode alles über Bord geworfen hat: Wehrpflicht, Kernkraft, kein Mindestlohn, keine Haftung für fremde Schulden“, sagte Lucke dem „Focus“.

CDU-Fraktionschef Volker Kauder warnte dagegen ausdrücklich vor der AfD. „Sie hat kein richtiges Programm, und zur Euro-Rettungspolitik sagt sie eigentlich nur eins: Nein“, sagte Kauder dem „Tagesspiegel am Sonntag“. Zu viele Parteien im Bundestag würden dessen Handlungsfähigkeit erschweren, argumentierte Kauder.

Die CSU-Landesgruppenchefin Gerda Hasselfeldt warf der AfD vor, „mit dem Feuer zu spielen“. Wer einen Austritt aus dem Euro fordere, bringe die Wirtschaftskraft Europas und gerade auch Deutschlands in Gefahr. „Das müssen wir den Menschen immer wieder erklären“, sagte Hasselfeldt der „Neuen Osnabrücker Zeitung“.

Von

dpa

Kommentare (353)

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Endlich_dem_Aerger_Luft_machen

07.09.2013, 14:12 Uhr

"Manche Wähler hätten den Impuls, schlicht die Partei zu wählen, „mit der man die Etablierten am meisten ärgern kann“

Ja, gute Idee. Besser man aergert die, als weitere 4 Jahre nur sich selber!

Eddie

07.09.2013, 14:25 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

Account gelöscht!

07.09.2013, 14:35 Uhr


Schon aus Gewissensgründen muss ich mich von Kanzerlin Merkel distanzieren.
Mit grosser Freude übereigne ich der AfD meine Stimme, schon um eine "rote, meine Farbgebung" in das bisherig angepasste Krisengewäsch etablierter Parteien und krimineller EU-Kreise zu bringen.

Mit Ausbruch der Euro-Krise kommt die Last der Verantwortung über die AfD, neben Blocküberläufern kommt halt auch das "braune Gewächs" mit ins Boot.

Eine gute Partei, eine sichere Demokratie packt dies.

Die so etablierte CSU absorbiert ja auch souverän "braune Hirnjodler", versorgt sie mit parteipolitisch notwendig erscheinenden Pöstchen.

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