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20.05.2014

15:41 Uhr

Vor Deutschlandbesuch

Beobachter erwarten Großproteste gegen Erdogan in Köln

Er hat mit seinen Äußerungen nach dem Grubenunglück im türkischen Soma die Weltöffentlichkeit erregt, am Samstag kommt der türkische Regierungschef Erdogan nach Köln. Die Polizei rechnet mit großen Gegendemonstrationen.

So könnte es am Samstag auch in Köln aussehen, wenn Reccep Tayyip Erdogan seine Reden hält: Wie hier in Ankara wollen in der Rheinmetropole ebenfalls Tausende gegen den Regierungschef demonstrieren. ap

So könnte es am Samstag auch in Köln aussehen, wenn Reccep Tayyip Erdogan seine Reden hält: Wie hier in Ankara wollen in der Rheinmetropole ebenfalls Tausende gegen den Regierungschef demonstrieren.

Köln/ Berlin/ InstanbulBei seinem umstrittenen Auftritt in Köln erwarten den türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan am Samstag massive Proteste. Die Alevitische Gemeinde Deutschland rechnet bei ihrer Gegenkundgebung mit mehreren Zehntausend Teilnehmern aus diversen europäischen Ländern, wie Sprecher Yilmaz Kahraman am Dienstag auf Anfrage sagte. „Es werden definitiv mehr als 30 000 Menschen kommen, aus Holland, Frankreich, Österreich, der Schweiz, um friedlich zu demonstrieren.“

Erdogans Redeauftritt in der Lanxess-Arena am Samstagnachmittag wird nach Einschätzung des gastgebenden Veranstalters - der Union Europäisch-Türkischer Demokraten (UETD) - voraussichtlich auch 30 000 Besucher an den Rhein locken. Die Polizei will eine Konfrontation von Anhängern und Gegnern Erdogans verhindern, betonte ein Sprecher.

Zugleich äußerten weitere Politiker scharfe Kritik an Erdogan und seinem Besuch. Der FDP-Bundesvorsitzende Christian Lindner sagte der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“ (Dienstag), es sei „bizarr“, dass Erdogan Wahlkampf mache, „als wäre Köln eine türkische Provinz“. Autoritäre Politiker im Wahlkampf seien „nicht willkommen“, betonte Lindner. Nun sei eine „Gesprächspause“ bei den EU-Beitrittsverhandlungen mit der Türkei geboten.

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Auch der CDU-Innenpolitiker Wolfgang Bosbach forderte in der „Passauer Neuen Presse“ (Dienstag), die Beitrittsverhandlungen mit der Türkei abzubrechen oder auszusetzen. Schon zuvor hatten Politiker angesichts des schweren Grubenunglücks in der Türkei mit mehr als 300 Toten eine Absage des Erdogan-Auftritts verlangt. Die Bundesregierung hatte Erdogan zur Zurückhaltung aufgerufen und „ein sensibles, ein verantwortungsbewusstes Auftreten“ in Köln gefordert.

Der türkische Regierungschef will am Samstag offiziell zum zehnjährige Bestehen der UETD reden. Der UETD-Vorsitzende Süleyman Celik sagte im ARD-„Morgenmagazin“: „Ich sehe wirklich keinen Grund, warum wir unsere Veranstaltung verschieben sollen.“ Die türkische Regierung habe nach dem Unglück alles Notwendige getan und kümmere sich um die Aufklärung. Erdogan werde in Köln keinen Wahlkampf für die türkische Präsidentenwahl am 10. August machen. Man habe das Jubiläumsprogramm wegen des Grubenunglücks schon geändert.

Im Kölner „Express“ ergänzte Celik, da nur 15 000 Menschen in die Lanxess-Arena passten, sollten für die zusätzlich erwarteten 15 000 Besucher vor der Arena Großbildschirme aufgestellt werden, um die dreistündige Veranstaltung zu übertragen. Ein Polizeisprecher sagte dazu, dass noch Gespräche über ein solches „Public Viewing“ liefen. Grundsätzlich sei mit Blick auf Samstag noch vieles im Fluss.

Kritiker gehen davon aus, dass Erdogan türkischer Präsident werden und in der Domstadt um Stimmen werben will. An der Präsidentenwahl dürfen erstmals auch die im Ausland lebenden Türken teilnehmen. Nach Angaben von Gökay Sufuoglu, dem Vorsitzenden der Türkischen Gemeinde in Deutschland, leben hierzulande knapp 1,8 Millionen wahlberechtigte Türken. Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth (Grüne) forderte im Sender WDR 2, Erdogan solle „den sozialen Frieden in unserem Land nicht stören“.

Die Polizei bereitet sich schon seit geraumer Zeit auf einen Großeinsatz vor. Ein direktes Aufeinandertreffen von Anhängern und Gegnern Erdogans soll verhindert werden.

Von

dpa

Kommentare (3)

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20.05.2014, 19:30 Uhr

Vorurteile? Warum entstehen diese? Die Btroffenen sollten sich diese Frage stellen. Sie machen alles um diese zu bestätigen! Was ist mit dem Islam z.B.? Überall nur Christenmorde und Christenverfolgungen durch Islamgläubige. Der Auftrag lautet: Tötet Andersgläubige. Da soll man kein Vorurteil gegen den Islam haben? Oder angebliche Asylanten: Nur erpresser, Zahlungen an Schleuser, weil Sie "arm" sind oder "Flüchtlinge", alles Personen, die nicht gewillt sind mit Ihren Nachbarn in Frieden zu leben bzw. sich weigern Ihre Heimat auf zu bauen. Lieber Deutschland erpressen und ausnehmen.

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21.05.2014, 08:13 Uhr

Als Bürger Deutschlands fordere ich die Politiker auf, die Polizei zu Erdogan Schutz abzuziehen. Kein Polizist muss sich von Gutmenschen losgeschickt verprügeln lassen , was wie bekannt bei den Salafisten passiert ist. Da Erdogan privat hier ist, kann er sich auch privat mit Sicherheitsleuten versehen.

Das Claudia Roth Erdogan auffordert den sozialen Frieden hier nicht zu stören kommt aus einem Mund, der ständig den sozialen Frieden durch gefährliche Aussagen stört.

Wenn es in Deutschland eine Partei gäbe , mit einen Vorsitzenden wie Erdogan, dann wäre das Geschrei der Gutmenschen bis Australien zu hören. Sofort würde über ein Verbot der Partei nachgedacht. Aber auch der militärische Arm von vermummten Schwachköpfen wird mit Sicherheit auftauchen und Erdogan verteidigen. Schliesslich geht es gegen die Polizei. Schutzschirm der
Bevölkerung.

Das bischen Gesäusel von 2.Liga Politikern gegen Erdogan wäre wie letztes Mal bei seinen Auftritt nicht vorhanden, wenn nicht zufällig EU Wahl wäre.

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21.05.2014, 13:55 Uhr

Tayyip Erdogan zur Persona non grata erklären und/oder seine Hassrede in Köln verhindern!

<a href=https://www.change.org/de/Petitionen/erdogannongrata>Erdogan non grata</a> Helfen Sie statt mitzufühlen <br>

Wir fordern hiermit die Betreiber der Lanxess-Arena, die Stadt Köln, den Oberbürgermeister Jürgen Roters, die Bürgermeister Elfi Scho-Antwerpes (SPD), Hans-Werner Bartsch (CDU), Angela Spizig (GRÜNE), Manfred Wolf (FDP), alle Fraktionen des Rats Köln, Landtagsvorsitzende Carina Gödecke (SPD), Ministerpräsidentin des Landes Nordrhein-Westfalen Hannelore Kraft (SPD), Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), die Bundesregierung, alle Fraktionen des Bundestags und Bundespräsident Joachim Gauck auf, diese Veranstaltung zu verhindern und Tayyip Erdogan zur Persona non grata zu erklären.

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