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31.10.2012

17:31 Uhr

Vor Energiegipfel

Länderchefs halten an eigener Energiewende fest

ExklusivVor dem Energiegipfel der Länderchefs mit Kanzlerin Angela Merkel am Freitag beziehen einige Bundesländer klar Stellung. Sie wollen trotz eines koordinierten Vorgehens an ihren eigenen Zielen festhalten.

Am Freitag beraten die Kanzlerin und die Länderchefs über das weitere Vorgehen bei der Energiewende. dpa

Am Freitag beraten die Kanzlerin und die Länderchefs über das weitere Vorgehen bei der Energiewende.

BerlinDie Länderchefs wollen trotz ihres Bekenntnisses zu einem koordinierten Vorgehen bei der Energiewende nicht von ihren Zielen abrücken. So will etwa das Land Schleswig-Holstein an seinen Plänen zum Ausbau der Windkraft festhalten. „Es liegt doch auf der Hand, dass wir den Wind in erster Linie dort ernten, wo er am stärksten weht, und das ist nun mal eindeutig im Norden der Republik der Fall“, sagte Ministerpräsident Torsten Albig (SPD)  dem Handelsblatt. Ähnlich äußerte sich der niedersächsische Ministerpräsident David McAllister (CDU):  „Die Energiewende kann nur gelingen, wenn wir die Windkraft an Land und auf hoher See weiter ausbauen“, sagte er dem Handelsblatt. Am Freitag empfängt Bundeskanzlerin Angela Merkel die Länderchefs zu einem Energiegipfel im Kanzleramt.

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Albig und McAllister betonen zwar ihr Interesse an einer besseren Abstimmung zwischen Bund und Ländern. Wie auch andere Bundesländer verfolgen sie aber sehr ambitionierte Ziele beim Ausbau erneuerbarer Energien. In der Summe gehen diese weit über die Pläne der Bundesregierung hinaus. Machen die Länder ernst, sprengen sie das System: Es wird Strom produziert, ohne dass die für den Abtransport nötigen Leitungen zur Verfügung stehen.

Auch andere Länder lassen keinen Kurswechsel erkennen. Thüringen halte an seinem Zielen fest, den  Anteil der Erneuerbaren an der Stromerzeugung bis 2020 auf 45 Prozent zu steigern, sagte Landeswirtschaftsminister Matthias Machnig (SPD) dem Handelsblatt. Der Bund dagegen hat sich ein 35-Prozent-Ziel gesetzt, hält allenfalls eine Anpassung auf bis zu 40 Prozent für vertretbar.

Thüringen sieht bei der Energiewende erst einmal Berlin in der Pflicht: „Die Bundesregierung hat jetzt zunächst einmal ihre Hausaufgaben zu erledigen“, sagte Machnig. So müsse aus dem Netzentwicklungsplan rasch ein Bundesbedarfsplan mit Gesetzeskraft werden. Außerdem warte er auf den Verordnungsentwurf des Bundes, der die Übertragung der Planung länderübergreifender Trassen auf die Bundesnetzagentur regelt, sagte Machnig. Diese Verlagerung der Zuständigkeit von den Ländern auf die Agentur zählt zu den wichtigsten Voraussetzungen für die Beschleunigung des Netzausbaus. Doch die Länder müssen der Verordnung zustimmen.

Machnig kritisiert außerdem, Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) sei es bislang nicht gelungen, ein klares Konzept für eine Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) vorzulegen. Ministerpräsident Albig wiederum sieht unkoordiniertes Vorgehen nicht in erster Linie bei den Ländern: Er erwarte, „dass der Bund am Freitag auf dem Energiegipfel bei der Kanzlerin ebenfalls eine nationale Strategie – und nicht zwei, drei oder vier je nach Haltung einzelner Ministerien – vorlegt“, sagte Albig.

Von

str

Kommentare (3)

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Frank3

31.10.2012, 18:21 Uhr

Ist DOCH KLAR , wo Gewinne PEER GESETZ FESTSTEHEN und NICHT VOM MARKT GEREGELT WERDEN . UND ENTSCHÄDIGUNG AUCH PEER GESETZ . . .

vandale

31.10.2012, 18:26 Uhr

Die Idee der Bundesregierung liegt darin die völlig willkürliche Stromerzeugung mittels "Erneuerbarer Energien" ein wenig an die Gegebenheiten anzupassen.

Wenn man die umweltschädlichen Windmühlen und Solarzellen ein wenig gezielter übers Land verteilt, werden die Schwankungen ein wenig gedämpft und der ansonsten sehr problematische Zufallsstrom bringt weniger Schaden für die Netze.

Hintergrund:

Einst hatte man die Energieversorgung unpolitisch entsprechend dem Strombedarf eingerichtet. Umweltfreundliche Kernkraftwerke im Norden und Süden, Braunkohle und Steinkohle in der Mitte.

Ein Kernkraftwerk liefert durchschnittlich ca. 90% Vollast. Eine Windmühle 16% mit Schwankungen zwischen 0 und Nennleistung. Umweltschädliche Solarzellen liefern durchschnittlich 9% der Nennleistung. Daher erfordern Windmühlen und Solarzellen eine vielfache Ueberdimensionierung der Netze.

Die Last schwankt in Deutschland zwischen 40.000 MW in einer Sommerwochenendnacht und 80.000 MW an einem Winterwerktag. Die umweltschädlichen Solarzellen speisen an sonnigen Sommermittagen nahezu ihre Nennleistung ein. Die Gesamteinspeisung kann mittlerweile 20.000MW übersteigen. Ein weiterer Ausbau hat entweder zur Folge dass man mehr und mehr Solarzellen mittags vom Netz nehmen muss, oder den Nachbarstaaten Strom zu Negativpreisen ins Netz drückt.

Vandale

Didi

31.10.2012, 19:56 Uhr

Wer ist so dumm Solarzellen zu subentionieren, die während ihrer Lebensdauer noch nicht einmal die zur Fertigung notwendige Strommenge liefern?
Unsere Energiewendepolitiker!
Sie sind entweder kriminell oder saudumm!
Die Wahrheit jeder nachlesen bei eike-klilma-energie.eu

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