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20.06.2011

22:22 Uhr

Vor Innenministerkonferenz

Merkel nimmt Jugendgewalt ins Visier

Vor der Innenministerkonferenz informierte sich die Bundeskanzlerin über Projekte gegen Jugendgewalt. Die Integration junger Migranten sieht sie als einen wichtigen Beitrag zur Gewaltprävention - und erntet dafür Kritik.

Angela Merkel im Frankfurter "Sportjugendzentrum". Quelle: Reuters

Angela Merkel im Frankfurter "Sportjugendzentrum".

BerlinBund und Länder wollen ihre Zusammenarbeit im Kampf gegen Jugendgewalt verstärken. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) beriet am Montagabend mit den Innenministern von Bund und Ländern über Gewaltprävention, Jugendkriminalität und Integration. Nach dem informellen Treffen in Frankfurt am Main war von einer „guten Diskussion“ die Rede. Die Runde habe sich über Modellprojekte und Polizeiarbeit ausgetauscht, hieß es in Berliner Regierungskreisen. Strategien gegen Jugendgewalt sind ein zentrales Thema der Innenministerkonferenz, die an diesem Dienstag in Frankfurt beginnt.

Vor dem Treffen hatten sich Merkel gemeinsam mit Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) in zwei Frankfurter Einrichtungen über Präventionskonzepte für Jugendliche aus schwierigen Familien informiert. Dazu besuchte sie zunächst das Haus des Jugendrechts in Frankfurt-Höchst. Die Einrichtung, in der Polizei, Staatsanwaltschaft und Jugendhilfe unter einem Dach arbeiten, soll Strafverfahren gegen kriminelle Jugendliche beschleunigen helfen. Anschließend sprach Merkel im Sportjugendzentrum „Kuckucksnest“ mit jungen Boxern.

Die Kanzlerin sieht in der Integration junger Migranten einen wichtigen Beitrag zur Gewaltprävention. „Wir wollen, dass diejenigen, die mit ausländischem Hintergrund zu uns gekommen sind, die gleichen Lebenschancen und die gleichen Entwicklungsmöglichkeiten haben wie Kinder aus Familien mit deutschem Hintergrund“, sagte Merkel in ihrer wöchentlichen Videobotschaft im Internet.

Der Kriminologe Christian Pfeiffer kritisierte diese Äußerungen in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. „Es ist politisch falsch, die Gewaltprävention beim Thema Integration so stark in den Mittelpunkt zu rücken.“ Nur ein kleiner Prozentsatz der Migranten sei gewalttätig. Die Jugendkriminalität sinke seit zehn Jahren, besonders deutlich bei Migranten, betonte der Jurist und ehemalige niedersächsische Justizminister (SPD).

Friedrich hat für diesen Freitag zu einem „Präventionsgipfel“ gegen islamistischen Extremismus geladen, der beim Zentralrat der Muslime auf Ablehnung stößt. Der Minister kündigte an, bei dieser Gelegenheit oder bei der nächsten Islamkonferenz auch die Themen häusliche Gewalt, Geschlechtergerechtigkeit, islamistischer Extremismus, Antisemitismus und Muslimfeindlichkeit anzusprechen. Zum Prozess der Integration gehöre auch, dass man sich aneinander reibe.

Von

dpa

Kommentare (14)

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Account gelöscht!

20.06.2011, 21:54 Uhr

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Seit Jahrzehnten diskriminiert und jetzt, da sie bemerkt haben daß sie am Ende einer Sackgasse ohne Wendehammer gelandet sind, suchen sie interssensgesteuert deren Nähe.

Wie verkommen kann eine Nation noch sein ?
Vor einigen jahren hieß es noch "durchrasste Gesellschaft", heute scheint sie nicht durchrasst genug sein zu können.

Frau Merkel, mein Sohn heißt weder Hans noch Philip noch Kevin.
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Deutschland.ein.Freilandknast

20.06.2011, 22:00 Uhr

Die SPD lässt umgehend den programmierten Kriminologen Christian Pfeiffffer von der Leine, wenn die Kriminalität im Migranten-Mileu beleuchtet wird.

Nein, dazu gibt es doch (absichtlich) gar keine Statistik und die meisten sind Polizei-bekannt und die 75 Straftaten sidn sämtlich Bewährungsstrafen, also auch eine saubere Knast-Statistik.

Island

20.06.2011, 22:03 Uhr

Diese Aktion von der Bundeskanzlerin Frau Merkel ist nur ein Ablenkungsmanöver. Die hohe Ausländerkriminalität ist nur ein Teil des ungelösten Gastarbeiterproblems.

Die Lösung ist die konsequente Rückführung der Gastarbeiter.

Die Rückführung ist ein zentraler Bestandteil der Anwerbeabkommen.

Die Bundesregierung braucht nur den Wunsch zu äußern daß die Gastarbeiter in ihre Heimat zurückgehren und der Spuk ist vorbei.

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