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27.04.2012

18:06 Uhr

Vor Landtagswahlen

FDP legt in Umfragen zu, Piraten weiter auf Kurs

Die FDP ist im Aufwind. Laut einer neuen Umfrage könnte die Partei sowohl in NRW als auch in Schleswig-Holstein den Einzug in den Landtag schaffen. Für die Piraten wird das kein Problem sein.

FDP-Spitzenkandidat in NRW:Christian Lindner Reuters

FDP-Spitzenkandidat in NRW:Christian Lindner

BerlinDie FDP kann bei den Wahlen in Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein auf den Wiedereinzug in den Landtag hoffen. Erstmals erreichen die Liberalen an Rhein und Ruhr mit ihrem Spitzenkandidaten Christian Lindner in einer Umfrage die Fünf-Prozent-Marke. In Schleswig-Holstein liegt die Partei sogar deutlich darüber: Laut ARD-Erhebung kommt die FDP hier auf sechs Prozent, das ZDF-Politbarometer sieht sie bei sieben Prozent.

Im Bund kann sich die Partei allerdings bislang nicht aus ihrem Popularitätstief befreien. In der ZDF-Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen liegt sie unverändert bei drei Prozent. Auch gelingt es Parteichef Philipp Rösler trotz des Karlsruher Parteitages nicht, Boden gutzumachen. Im Politiker-Ranking erreicht er mit Minus 1,6 Prozent einen neuen Negativ-Rekord.

Die Länder-Umfragewerte sorgten bei den Wahlkämpfern für neuen Optimismus. „Das ist eine hervorragende Nachricht für die Freunde der Freiheit in Nordrhein-Westfalen“, sagte der aus Bünde stammende Bundestagsabgeordnete Frank Schäffler. In NRW lag die FDP vor Wochen noch bei zwei Prozent, laut einer Emnid-Umfrage für das Magazin „Focus“ sind es inzwischen fünf Prozent.

In Schleswig-Holstein, wo eine Woche vor NRW abgestimmt wird, führen Wahlforscher den nach oben zeigenden Trend vor allem auf das positive Image des Spitzenkandidaten Wolfgang Kubicki zurück, der in der Bevölkerung bekannter sei als die Kandidaten von CDU und SPD.

Wechselnde Stimmung in Schleswig-Holstein

Trotz der Wechselstimmung im nördlichsten Bundesland reicht es für eine rot-grüne Koalition aber bislang nicht. Die SPD erreicht laut ARD 32 Prozent, die CDU auf 30 Prozent. Die Grünen liegen bei 13 Prozent. Das ZDF-Politbarometer sieht CDU und SPD mit je 31 Prozent gleichauf und die Grünen bei 12,5 Prozent. Die Piraten schaffen es in beiden Erhebungen auf neun Prozent, die Linken würden mit 2,5 Prozent den Wiedereinzug in den Kieler Landtag deutlich verfehlen, wenn am Sonntag gewählt würde.

Der Südschleswigsche Wählerverband SSW erreicht vier Prozent (ZDF) beziehungsweise 4,5 Prozent (ARD). Da er von der Fünf-Prozent-Klausel ausgenommen ist, könnte der SSW bei der Mehrheitsbildung im Landtag eine entscheidende Rolle spielen. Er hat sich für ein Bündnis mit Rot-Grün ausgesprochen. Neben einer großen Koalition sind aber rechnerisch auch andere Drei-Parteien-Bündnisse möglich, bei denen CDU oder SPD jeweils mit Grünen und der FDP koalieren müssten.

Knappe rot-grüne Mehrheit IN NRW

In Nordrhein-Westfalen kann laut Emnid Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) mit einer knappen rot-grünen Mehrheit rechnen. 38 Prozent wollten für die SPD stimmen, 32 Prozent für die CDU, zehn Prozent für die Grünen, neun Prozent für die Piraten und fünf Prozent für die FDP, berichtete „Focus“. Die Linken verpassen mit vier Prozent den Wiedereinzug.

Bundesweit kommt die Union laut ZDF auf 35 Prozent, die SPD auf 29 Prozent, die Grünen auf 14 Prozent. Die Linke schafft mit sechs Prozent knapp den Wiedereinzug. Während die FDP mit drei Prozent nicht wieder im Bundestag vertreten wäre, würden die Piraten aus dem Stand neun Prozent schaffen.

Die Landtagswahlen im Mai gelten als Schicksalswahlen für FDP-Chef Rösler. Dass die Partei in beiden Ländern besser liegt als im Bund, ist nach Ansicht des Parteienforschers Gerd Langguth aber nicht verwunderlich. Auf Landesebene seien die Menschen eher bereit, als Experiment der FDP ihre Stimme zu geben. Im Bund hingegen gehe es für sie um mehr. Außerdem sei die Wahl dort noch weit weg. Lindner und Kubicki seien zudem sehr bekannt und anerkannt, sagte Langguth zu Reuters.

Von

rtr

Kommentare (8)

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Mollemopp

27.04.2012, 18:31 Uhr

Die Verblödung der Deutschen ist einfach unbeschreiblich weit voran geschritten. Ein bisschen Blablabla und schon [ist] die FDP-Lügner wieder rehabilitiert. [...] Reicht euch nicht, dass ihr einmal von denen über den Tisch gezogen wurdet?

[+++ Beitrag von der Redaktion editiert +++]

otto15

27.04.2012, 19:16 Uhr

Ja ein bisschen blabla bla und schon haben die Piraten über 10%. - Da bleibt nur die FDP - gegen die Allparteienlinkskoalition!!

Collie

27.04.2012, 20:02 Uhr

Das wird interessant. Ein schöner Test für die Demoskopen. Die Spanne für die FDP geht von 4%-7%. Wird die Wahlbeteiligung entscheiden?

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