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08.03.2011

15:25 Uhr

Vor Parlamentsdebatte

Auch Ethikrat bei Embryonentests gespalten

Paare mit einer Erbanlage für schwere Krankheiten geraten schnell in Konflikt: Sollen Sie das Risiko eingehen, Nachwuchs zu bekommen? Helfen können Gentests an Embryonen. Die sind umstritten selbst im Ethikrat.

Menschliche Eizelle, in die eine Injektionsnadel eingeführt wird. Quelle: dpa

Menschliche Eizelle, in die eine Injektionsnadel eingeführt wird.

BerlinGut eine Woche vor einer großen Bundestagsdebatte über Gentests an Embryonen hat der Ethikrat den Abgeordneten keine eindeutige Empfehlung gegeben, die Befürworter aber knapp gestärkt.

13 Mitglieder sprachen sich am Dienstag in Berlin für eine begrenzte Zulassung der Präimplantationsdiagnostik (PID) bei Embryonen aus dem Reagenzglas aus. elf Ratsmitglieder sind gegen die umstrittene Methode. Ein Ratsmitglied enthielt sich. Eines gab ein Sondervotum ab.

Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) meinte, das kontroverse Stimmungsbild zeige die Notwendigkeit der geplanten offene Diskussion ohne Fraktionszwang im Parlament. Bei der PID werden Embryonen aus dem Reagenzglas auf Erbkrankheiten getestet.

„Wir sind der festen Überzeugung, dass die PID nicht nur begrenzt werden sollte, sondern auch begrenzt werden kann“, sagte die Ratsvizechefin Christiane Woopen für die Befürworter. „Bei einem Verbot (...) stünden Paare nur vor der Wahl, auf ein eigenes Kind zu verzichten oder eine Schwangerschaft zu wagen.“ Auch nach Embryo-Untersuchungen im Mutterleib seien Schwangerschaftsabbrüche erlaubt - mehr Schutz für Embryonen im Reagenzglas sei widersprüchlich.

Der frühere Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland, Wolfgang Huber, entgegnete als Verfechter eines PID-Verbots, mit der Methode dürfe menschliches Leben aufgrund unerwünschter Eigenschaften verworfen werden. „Mit der PID verbindet sich ein selektiver Blick.“ Er meinte: „Mit ihr würde der Schutz in vitro hergestellter Embryonen (...) infrage gestellt.“ Embryonen erst gezielt zu erzeugen, um sie dann zu verwerfen, sei unethisch. Niemand wisse, wie mit überzähligen Embryonen umzugehen wäre. Letztlich würde eine Zulassung der PID der Integration Behinderter zuwiderlaufen.

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