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16.03.2017

14:38 Uhr

Vor Treffen mit Putin

Seehofer kündigt Merkel-Reise nach Russland an

Horst Seehofer will die Gespräche mit Russland aufrecht erhalten. In Moskau wirbt er für ein Ende der Sanktionen im Fall einer friedlichen Lösung in der Ostukraine. Für seine Reise zu Kremlchef Putin erntet er Kritik.

Der Ministerpräsident von Bayern und CSU-Vorsitzende will die Gespräche zu Russland aufrecht erhalten. Er kündigte indes an, dass Bundeskanzlerin Merkel im Mai nach Moskau reisen werde. dpa

Horst Seehofer

Der Ministerpräsident von Bayern und CSU-Vorsitzende will die Gespräche zu Russland aufrecht erhalten. Er kündigte indes an, dass Bundeskanzlerin Merkel im Mai nach Moskau reisen werde.

MoskauVor seinem Treffen mit Kremlchef Wladimir Putin hat CSU-Chef Horst Seehofer Reisepläne der Bundeskanzlerin Angela Merkel nach Russland öffentlich gemacht. Merkel wolle am 2. Mai Putin besuchen, sagte Seehofer am Rande seiner dreitägigen Russlandreise in Moskau. Zuvor hatte der Kreml Merkels Besuch angekündigt, ohne das Datum zu nennen.

In Moskau wollte Seehofer am Donnerstag mit Putin über das gespannte Verhältnis zum Westen, die Sanktionen und die Rolle Russlands bei der Lösung internationaler Krisen sprechen. „Nur der Dialog dient letzten Endes der Freiheit und dem Frieden in der Welt“, sagte er vor der Begegnung.

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Seehofer hatte sich bereits bei seiner Russlandreise Anfang 2016 für eine Lockerung der gegenseitigen Sanktionen ausgesprochen. Damals hatte er aber auch von Russland eingefordert, den Friedensprozess in der Ukraine weiter voranzutreiben.

„Solange wie ich Politik betreibe, werde ich mich immer bemühen, durch die Umsetzung des Minsker Abkommens den Zustand der Sanktionen zu überwinden“, sagte Seehofer. Der Freistaat Bayern könne bei der Vermittlung vielleicht einen kleinen Betrag leisten.

Am Mittwoch hatte die Bundesregierung sich „ernsthaft beunruhigt über fortschreitende Abspaltungstendenzen“ in den Separatistengebieten in der Ostukraine geäußert. Nach Angaben des Auswärtigen Amtes arbeiten moskautreue Aufständische dort weiter auf eine Trennung vom ukrainischen Staat hin.

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Dies würde eindeutig dem Geist der Minsker Friedensvereinbarung aus dem Jahr 2015 widersprechen. Deutschland hatte bei dem Abkommen vermittelt. Am Mittwoch hatte Kiew den gesamten Warenaustausch mit den abtrünnigen Gebieten gekappt; zuvor hatten schon ukrainische Nationalisten die Bahngleise zum Kohlerevier im Donbass blockiert.

In der Ostukraine bekämpfen sich prorussische Separatisten und die ukrainische Armee seit 2014. Alle Bemühungen für eine Waffenruhe und eine friedliche Lösung blieben bisher ergebnislos. Auch am Donnerstag berichteten beide Seiten wieder von Kämpfen.

Die liberale tschechische Zeitung „Hospodarske noviny“ kritisierte Seehofers Besuch bei Putin scharf. „Seehofer macht nichts anderes, als dass er sich dem Kreml zur Verwendung im medialen Propagandakampf anbietet“, kommentierte das Blatt aus Prag.

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In Moskau traf Seehofer auch Vertreter der Zivilgesellschaft. An dem nicht öffentlichen Gespräch nahmen unter anderem die Geschäftsführerin der Gorbatschow-Stiftung, Olga Sdrawomyslowa, und Sergej Kriwenko aus Putins Menschenrechtsrat teil. Seehofer sagte, er habe einen Eindruck bekommen, mit welchen Behinderungen Vertreter der Zivilgesellschaft im russischen Alltag umgehen müssten.

Das Handelsvolumen zwischen Bayern und Russland betrug 2016 rund 7,62 Milliarden Euro. 2012 hatte es noch 13,1 Milliarden Euro betragen. Zuletzt hatten die Sanktionen wegen der Ukrainekrise den Handel erheblich erschwert. Dennoch ist Moskau weiter einer der wichtigsten Partner für Unternehmen im Freistaat.

Von

dpa

Kommentare (2)

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Sven NSA Euro

16.03.2017, 15:28 Uhr

Liebes Handelsblatt, wenn Ihr schon derartige Überschriften ansetzt, dann bitte wer übt den Kritik? Doch nicht die Mehrheit der Bevölkerung die eh nichts zu sagen hat.
Die Mehrheit will Frieden und Freundschaft unter den Völkern. Warum vermittelt Ihr immer nur Krieg? Braucht Ihr den?

Herr Günther Schemutat

16.03.2017, 17:45 Uhr

Seit Russland in Syrien mit Erdogan gemeinsam jagt auf Kurden macht ist er ja für viele Menschen gestorben. Für mich auch und deshalb vielleicht die richtige Lösung
für das Problem.

Die Ostukraine ist verloren bis hier und nicht weiter. Es wird eine Grenze gebaut mit Mauern Stacheldraht und Todesminen undurchdringbar. Übergänge gibt es nicht mehr. Dann tritt die Ukraine in die Nato ein. Die Grenze zwischen Polen und den besetzten Teil von Ostpreussen wird ebenfalls geschlossen und massiv gesichert.
Einreise nach Europa für Russische Politiker verboten. Nachdem die Russen Raketen in Kaliningrad Stationieren ebenfalls an der Grenze zur Enklave Russlands
Raketen stationieren.

Frieden gibt es scheinbar nicht mehr durch reden .Putin hat den verstand verloren wie sein Freund Erdogan.

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