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23.09.2013

03:17 Uhr

Vorläufige Endergebnisse

Merkel verpasst trotz Traumquote absolute Mehrheit

Kanzlerin im Höhenflug, Liberale am Boden: CDU/CSU verpassen allerdings knapp die absolute Mehrheit. FDP kippt aus Regierung und Bundestag, SPD, Grüne und Linke liegen vor der Union - folgt nun die große Koalition?

Merkel freut sich über ein „Super-Ergebnis“, auch wenn die absolute Mehrheit knapp verpasst wurde. ap

Merkel freut sich über ein „Super-Ergebnis“, auch wenn die absolute Mehrheit knapp verpasst wurde.

BerlinKanzlerin Angela Merkel auf dem Höhepunkt ihrer Macht: Mit einem Traumergebnis knapp unterhalb der absoluten Mehrheit haben CDU und CSU bei der Bundestagswahl triumphiert und Merkel ihre dritte Amtszeit gesichert. Allerdings wurde die schwarz-gelbe Koalition am Sonntag nach vier Jahren abgewählt, weil die FDP nach einem beispiellosen Absturz um rund zehn Prozentpunkte erstmals in ihrer Geschichte aus dem Parlament flog. Rot-Rot-Grün lag zwar nach dem vorläufigen amtlichen Endergebnis vor der erstarkten Union. Ein solches Bündnis wird aber von der SPD abgelehnt. Realistischste Regierungsoption in Berlin ist nun die große Koalition.

CDU/CSU auf der einen Seite und die Oppositionsparteien SPD, Grüne und Linke auf der anderen lieferten sich ein dramatisches Kopf-an-Kopf-Rennen mit mehrfach wechselnden Mandate-Mehrheiten. Rot-Rot-Grün wurde am Wahlabend unter anderem von SPD-Chef Sigmar Gabriel für die kommende Legislaturperiode erneut ausgeschlossen. Sozialdemokraten und Grüne verfehlten den angestrebten Regierungswechsel zu Rot-Grün klar. Die SPD mit Kanzlerkandidat Peer Steinbrück erzielte das zweitschwächste Ergebnis ihrer Nachkriegsgeschichte im Bund - auch die Grünen mit dem Duo Katrin Göring-Eckardt und Jürgen Trittin sackten ab.

Die FDP von Spitzenkandidat Rainer Brüderle und Parteichef Philipp Rösler blieb mit dem schwächsten Ergebnis ihrer Geschichte unter der Fünf-Prozent-Hürde. Die Union hingegen schaffte ihr bestes Resultat seit der Einheits-Wahl 1990 - erstmals konnte Merkel als Parteichefin das Ergebnis steigern. Ein Unsicherheitsfaktor war am Wahlabend stundenlang die neue eurokritische Partei Alternative für Deutschland (AfD). Sie verbuchte einen Überraschungserfolg knapp unterhalb der Fünf-Prozent-Marke.

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Merkel hat jetzt für die Regierungsbildung alle Karten in der Hand, neben Schwarz-Rot ist auch die - unwahrscheinlichere - Variante Schwarz-Grün möglich. Zeitweise sah es am Wahlabend sogar nach einer Alleinregierung der CDU/CSU aus. Merkel versicherte in der „Berliner Runde“ der Spitzenpolitiker, es sei selbstverständlich, „dass man sich um eine stabile Mehrheit bemüht“. Sie wolle stabile Verhältnisse in Deutschland und werde „keine Vabanquespiele eingehen“.

Die Kanzlerin will während der kompletten Wahlperiode bis 2017 am Ruder bleiben. Eine große Koalition hatte zuletzt von 2005 bis 2009 unter Führung Merkels regiert und Deutschland gut durch die Wirtschafts- und Finanzkrise geführt.

Welche Koalition soll Deutschland regieren?

Im Bund erreichte bisher nur die Union eine absolute Mehrheit: 1957 stimmten 50,2 Prozent für die Partei von Kanzler Konrad Adenauer, der aber dennoch eine Koalition mit der damaligen Deutschen Partei (DP) bildete.

Nach dem vorläufigen amtlichen Endergebnis vom frühen Montagmorgen kam die CDU/CSU auf 41,5 Prozent (2009: 33,8) und legte damit um fast acht Punkte zu. Die SPD verbesserte sich ein wenig auf 25,7 Prozent (2009: 23,0). Die FDP stürzte innerhalb von vier Jahren von 14,6 Prozent auf desaströse 4,8 Prozent ab - und damit aus dem Bundestag. Die Grünen verloren leicht auf 8,4 Prozent (2009: 10,7), die Linke verschlechterte sich auf 8,6 Prozent (2009: 11,9). Die AfD kam aus dem Stand auf 4,7 Prozent.

Daraus ergeben sich für CDU/CSU im neuen Bundestag laut vorläufigem amtlichen Endergebnis 311 Sitze (2009: 239), für die SPD 192 Mandate (146). Die Grünen bekommen 63 Mandate (68), die Linke 64 Sitze (76). Die bisherige Opposition liegt damit bei 319 Mandaten. Die Wahlbeteiligung legte leicht von 70,8 Prozent (2009) auf 71,5 Prozent zu.

Kommentare (13)

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Rechner

23.09.2013, 04:17 Uhr

Was jetzt 'mal wieder interessiert:

Wie war das noch mit den "Rohdaten über 5%" von Lügen-Lucke?

NurSo

23.09.2013, 04:52 Uhr

Die SPD kann Neuwahlen erzwingen, wenn die Nachteile einer Koalition unter Merkel überwiegen.

Eddie

23.09.2013, 05:40 Uhr

Luegen-Lucke besitzt noch nicht einmal den Anstand, sich fuer seine ungerechtfertigten Anwuerfe zu entschuldigen. Gut, dass er und seine Spiessgesellen verloren haben. Ade, AfD...

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