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21.02.2013

10:45 Uhr

Vorschlag der EU-Kommission

Montgomery kritisiert Arzneitests an Menschen

Medikamententests soll nach dem Vorschlag der EU-Kommission erleichtert werden. Doch Politiker und Ärzte kritisieren die Pläne. Der Präsident der Bundesärztekammer warnt vor einem zu niedrigem Schutzniveau.

Der Präsident der Bundesärztekammer, Frank Ulrich Montgomery kritisiert die Pläne der EU-Kommission. dpa

Der Präsident der Bundesärztekammer, Frank Ulrich Montgomery kritisiert die Pläne der EU-Kommission.

BrüsselDie EU-Kommission will Medikamententests an Menschen erleichtern und stößt damit auf scharfe Kritik aus Politik und Ärzteschaft. Der Europaabgeordnete Peter Liese (CDU) und der Präsident der Bundesärztekammer, Frank Ulrich Montgomery, warnten am Mittwoch in Brüssel vor einem niedrigeren Schutzniveau für Probanden.

Das gleiche gelte für Patienten, wenn diese später die genehmigten Medikamenten einnehmen. Bei klinischen Prüfungen werden Arzneimittel an freiwilligen Versuchspersonen ausprobiert, um ihre Unbedenklichkeit zu testen.

Zentraler Kritikpunkt für Liese und Montgomery ist die Funktion der Ethikkommission aus Experten. Künftig könnte deren Unabhängigkeit aufgeweicht werden, warnte Liese. Die EU-Kommission sieht die Unabhängigkeit hingegen gewährleistet. Unterstützung bekommt Liese aus dem Bundestag, wo eine fraktionsübergreifende Initiative bereits Ende Januar das EU-Regelwerk als mangelhaft kritisiert hatte.

Die meisten Pharmatests an Menschen werden in mehreren Ländern durchgeführt, um genug Probanden zu erhalten. Bei den Tests soll künftig ein Land federführend sein. Wenn beispielsweise Großbritannien als federführender Staat grünes Licht für die Versuche gibt, könnte Deutschland de facto kein Veto mehr einlegen. „Der Test wird eben auch in Deutschland durchgeführt, selbst wenn die Experten dort sagen, es ist zu riskant“, sagte Liese.

Kommentare (4)

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Inhumanmedizin

21.02.2013, 11:33 Uhr

Dieses Gekreisch ist genauso verlogen wie das Gekreisch um die diversen Fleischskandale. Ich warte nur noch auf den Moment, in dem man endlich Menschenfleisch in den Proben entdeckt, vielleicht setzt damm endlich ein Nachdenken über die Konsequenzen eines ethiklosen Systems ein, in dem jeder nur gnadenlos den eigenen Vorteil im Sinn hat. Und warum soll man nicht auch Menschenversuche machen, wenn man Tierversuche macht? Tierversuche sagen wenig bis nichts über die Anwendung beim Menschen aus., siehe Contergan, und führen lediglich in falsche Richtungen. Und was können die Tiere für unsere in den meisten Fällen durch unsere falsche Lebensführung erzeugten Krankheiten? Wenn wir ein zerstörerisches System verfolgen, müssen wir uns nicht wundern, wenn seine zerstörerische Kraft uns irgendwann einholt. Und wenn wir ein Medizinsystem errichten, das auf Gewinn für eine Minderheit zu Lasten einer Mehrheit und darauf ausgerichtet ist, Symptome zu unterdrücken, statt die Ursachen zu beheben und durch die hohen unerwünschten Nebenwirkungen den eingesetzten Medikamente neue Erkrankungen erzeugt, deren Symptome dann wieder unterdrückt statt durch Ursachenforschung geheilt werden (die Pharmaindustrie, die sich so immer wieder neue Patienten schafft, freuts), wenn wir also eine auf das stümperhafte Behandeln auf Krankheiten statt auf das vorbeugende Verhindern und wirkliche Heilen von Krankheiten ausgerichtete Medizin (die keine Tierversuche braucht) erzeugen, bekommen wir genau das als Ernte, was wir gesät haben: ein physisch und psychisch kranke Gesellschaft, die an den immer früher krank, fettleibig und aggressiv werdenden Kindern ihre hässliche Fratze offenbart.

Account gelöscht!

21.02.2013, 13:18 Uhr

Da kann ich nur mit einem Filmzitat antworten: "Mr. Madison, was sie so eben sagten, war der krankhafteste Schwachsinn, den ich je gehört habe.[...)Jeder hier im Raum ist jetzt dümmer, weil er Ihnen zuhören mußte..." Aus dem Film "Billy Madison".

Freidenker

21.02.2013, 15:05 Uhr

@Inhumanmedizin


Was für ein toller Kommentar!!! Danke!!! :-)

Der Mensch frisst sich noch eines Tages selber auf...

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