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28.05.2012

12:30 Uhr

Vorsitz der Euro-Gruppe

Steinbrück will Schäuble nicht auf dem Chefposten

Die Idee, Wolfgang Schäuble zum Chef der Euro-Gruppe zu machen, hält Peer Steinbrück für grundfalsch. Das habe allerdings mit Schäuble selbst nichts zu tun. Vielmehr solle Deutschland nicht den Schiedsrichter stellen.

Der frühere Bundesfinanzminister Peer Steinbrück hält Wolfang Schäuble als Eurogruppen-Chef für einen Fehler. dpa

Der frühere Bundesfinanzminister Peer Steinbrück hält Wolfang Schäuble als Eurogruppen-Chef für einen Fehler.

BerlinDer frühere Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) ist dagegen, dass sein Nachfolger Wolfgang Schäuble (CDU) neuer Chef der Euro-Gruppe wird. „Ich halte das für einen Fehler“, sagte der mögliche SPD-Kanzlerkandidat der Deutschen Presse-Agentur. Er sei davon überzeugt, dass Deutschland „als größtes Schiff im Konvoi der Europäischen Währungsunion“ nicht in die Position eines Schiedsrichters innerhalb der Europäischen Union kommen sollte.

Der bisherige Euro-Gruppenchef, Luxemburgs Regierungschef und Finanzminister Jean-Claude Juncker, will sein Amt aufgeben - als möglicher Nachfolger gilt Schäuble. Der Euro-Gruppenchef muss in Zeiten der Eurokrise die Euro-Finanzminister koordinieren, daher gilt die Aufgabe als wichtiger, aber auch zeitintensiver Schlüsselposten.

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble. dpa

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble.

„Dies würde ich einem Land überlassen, das erkennbar eher in der Lage ist, zwischen verschiedenen Interessen, insbesondere der größeren Mitgliedsstaaten der Europäischen Union, zu vermitteln“, sagte Steinbrück. Es gehe dabei gar nicht um Schäuble, betonte der 65-Jährige. „Das würde auch für einen anderen Kandidaten Deutschlands gelten, von mir aus Herrn Müller-Lüdenscheid.“

FDP-Fraktionschef Rainer Brüderle warb hingegen eindringlich für Schäuble. Dieser sei ein hervorragender Fachmann und ein herausragender Europäer, sagte er der Zeitung „Die Welt“ (Dienstag). „Er ist in ganz Europa hoch anerkannt.“ Und was die angebliche Ablehnung der Franzosen betreffe, werde man erst nach der Parlamentswahl am 17. Juni wissen, „was taktische Spielchen der Franzosen waren und was nicht“.

Kommentare (24)

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28.05.2012, 12:39 Uhr

Gelebte Sozialdemokratie ..., doch lieber einen Bock zum Gärtner machen.^^

PRAWDA

28.05.2012, 12:39 Uhr

Da lohnt es nicht, zu kommentieren! Die WELT sprach bei der SPD schon von Vaterlandsverrätern. Die haben kein Vaterland, sondern nur das gegen die Wand laufende "politische Projekt" - wie die Grünen natürlich. Was die betreiben ist allerdings Hochverrat - wie alle Blockparteien!

Dr.NorbertLeineweber

28.05.2012, 12:54 Uhr

Steinbrück verlangt nach einem Schiedsrichter, der das Eurospiel pfeift. Nun zu einer bessere Analogie als zu einem Schiedsrichter kann man nicht kommen. Das spricht auf den ersten Blick für Steinbrück. Ich würde es einmal so sagen: Wir befinden und mit dem Euro bereits in der Verlängerung. Und irgendwann muss das Spiel dann auch abgepfiffen werden. Ertönt der Schlusspfiff des Schiedsrichters ist die Eurozone Geschichte. Allerdings kann es zuvor noch zu einem Elfmeterschießen kommen, wer die Billionenlast aus dem verloren gegangenen Spiel begleichen muss. Allerdings wird die Zeit knapp, weil auf den Rängen im Stadion bereits die Nebelkerzen ausgehen. Und die Zuschauer sind vielleicht schon kurz davor aus Protest das Spielfeld zu stürmen. Es gibt eine Demonstration dessen was passiert, wenn ein Spiel außer Kontrolle gerät. Nur, glaubt Steinbrück tatsächlich, dass das Ergebnis des Spiels vom Schiedrichter abhängt. Glaubt er, dass das Ende des Spieles von einem Schiedsrichter abhängt?
Nein, er ist hier allzu naiv. Der Ausgang des Spieles ist ökonomischen Gesetzmäßigkeiten unterworfen. Und wenn aus Europa eine gewaltige Kapitalflucht einsetzt, weil die Zuschauer entsetzt flüchten, um ihr Vermögen in Sicherheit zu bringen, steht der Schiedrichter mit zwei Verlierermannschaften aus dem Platz, wobei den Schlusspfiff keiner mehr abgewartet hat. Man will ihm zuvor kommen. Steinbrücks Schiedrichter ist die Makroökonomie, und die hat den Ausgang des Spieles längst bestimmt. Steinbrück als Volkswirt hätte das wissen müssen. Ganz nebenbei bemerkt: Deswegen will die Politik auch das Primat "über die Märkte."

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