Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

22.09.2015

12:33 Uhr

Vorstellung der Schröder-Biografie

Merkel lobt die Agenda 2010

Lobende Worte für ihren Amtsvorgänger und sein Leuchtturm-Projekt: Kanzlerin Angela Merkel lobt die Agenda 2010, die Gerhard Schröder auf den Weg gebracht hat. Doch beide könnte ein unrühmliches Schicksal verbinden.

Merkel stellt Schröder-Biografie vor

„Schröder ist süchtig nach Macht“

Merkel stellt Schröder-Biografie vor: „Schröder ist süchtig nach Macht“

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat ihrem Vorgänger Gerhard Schröder (SPD) erneut für die Reformagenda 2010 gedankt. Bei der Vorstellung des Buches „Gerhard Schröder – Die Biografie“ des Historikers Gregor Schöllgen sagte Merkel am Dienstag in Berlin, Schröder habe sich damit um Deutschland verdient gemacht. Dass die Bundesrepublik heute wirtschaftlich so stark dastehe, habe ohne jeden Zweifel seinen Ausgang in den damaligen Sozialreformen.

Gerhard Schröder Biografie: Der Mann, der von ganz unten kam

Gerhard Schröder Biografie

Premium Der Mann, der von ganz unten kam

Macher und Pragmatiker, Kriegskind und Halbwaise: Gerhard Schröder liebte die Macht. Und veränderte dabei Deutschland. Eine neue Biografie des Historikers Gregor Schöllgens zeigt seinen Hunger nach Leben.

Die von Schröder durchgesetzten tiefen Einschnitte im Sozialsystem hatten zu schweren Zerwürfnissen in der SPD geführt. Bei der Bundestagswahl unterlag die SPD knapp der Union. Seit der von Merkel ausgerufenen Willkommenskultur für Flüchtlinge und den zutage getretenen Ängsten von Bürgern werden Parallelen zu Schröders Agenda 2010 und den Akzeptanzproblemen gezogen.

Schröder sagte, die Flüchtlingskrise sei eine der ganz großen Herausforderungen, die auf die Weltpolitik zukämen. Wie es in Deutschland politisch ausgehen werde, „wird davon abhängen, wie schnell und wie mutig ein neues Einwanderungsgesetz gemacht wird“. Merkel hält ein Einwanderungsgesetz derzeit für „nicht vordringlich“.

Gerhard Schröder

Die Person

Gerhard Fritz Kurt Schröder wurde am 7. April 1944 in Mossenberg als zweites Kind von Erika und Fritz Schröder geboren.

Politische Ämter

Er war von 1990 bis 1998 Ministerpräsident des Landes Niedersachsen und von Oktober 1998 bis November 2005 der siebte Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland. Von 1999 bis 2004 war er Vorsitzender der SPD.

Nach der Politik

Seit dem Ende seiner politischen Karriere ist er als Rechtsanwalt sowie in verschiedenen Positionen in der Wirtschaft tätig.

Kritik am Kanzler a.D.

Harsche Kritik erntete Schröder, weil er kurz nach der Wahl einen Posten bei der Nord Stream AG annahm, an der der russische Konzern Gazprom einen Mehrheitsanteil von 51 Prozent hält.

Berater und Redner

Schröder ist unter anderem noch als Berater für den Schweizer Ringier-Verlag und dessen Verwaltungsratspräsidenten Michael Ringier tätig, als Redner der Agentur „Harry Walker“ in New York und der der Rothschild Bank sowie des chinesischen Außenministeriums. Außerdem ist er Mitglied des dreiköpfigen Direktoriums des russisch-britischen Ölkonzerns TNK-BP. Agenturen vermitteln Schröder als Redner, zu Preisen zwischen 50.000 und 75.000 Euro.

Seine „klaren Worte“

Georg Meck, stellv. Ressortleiter Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung

Gerhard Schröder
„Klare Worte“
Im Gespräch mit Georg Meck über Mut, Macht und unsere Zukunft
Gebunden mit Schutzumschlag, 238 Seiten
19,99 Euro
ISBN 978-3-451-30760-7 Herder 2014

Wieder in der Öffentlichkeit

Seit dem Frühjahr 2012 tritt Schröder öffentlich wieder mehr in Erscheinung. Er äußerte sich zum Beispiel in Gastbeiträgen und Interviews in deutschen Zeitungen zu Europa. Ein politisches Comeback schloss er im Juli 2012 aus

Schöllgen sagte, einen großen Kanzler oder eine große Kanzlerin mache es aus, wenn er oder sie Prinzipien habe und aus Überzeugung handele, dass etwas gemacht werden müsse – und dafür auch den Verlust der Kanzlerschaft in Kauf nehme.

Von

dpa

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×