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09.08.2012

07:15 Uhr

Vorwürfe an die FDP

Schröder scheitert mit ihrer Frauen-Flexi-Quote

Die Familienministerin hatte vorgeschlagen, den Frauenanteil in Vorständen und Aufsichtsräten mittels einer Selbstverpflichtung der Unternehmen zu erhöhen. Jetzt rudert Schröder zurück - weil die FDP nicht mitzieht.

Bundesfamilienministerin Kristina Schroeder (CDU). dapd

Bundesfamilienministerin Kristina Schroeder (CDU).

BerlinFamilienministerin Kristina Schröder sieht vor der Bundestagswahl keine Chance mehr, ihre umstrittene Flexi-Quote für Frauen in Führungspositionen per Gesetz festzuschreiben. Die CDU-Politikerin machte dafür in einem am Donnerstag verbreiteten Interview der Nachrichtenagentur Reuters den Koalitionspartner FDP verantwortlich. "Die FDP sagt, sie ist nicht bereit, einen gesetzlichen Weg zu gehen", sagte Schröder. Der Koalitionsausschuss der Spitzen von CDU, CSU und FDP habe sich da eindeutig positioniert. Sie werde weiter für ihre Überzeugung kämpfen. "Dann muss die Flexi-Quote eben im Wahlprogramm der Union stehen, damit deutlich wird, dass das der Weg ist, den wir in Zukunft gehen wollen", sagte die Ministerin.

Schröder hatte vor eineinhalb Jahren einen Stufenplan vorgeschlagen, um durch eine Selbstverpflichtung der Unternehmen den Frauenanteil in Vorständen und Aufsichtsräten zu erhöhen. Wenn die Unternehmen bis zum damals gewählten Stichtag 30. Juni 2013 den Frauenanteil in beiden Gremien nicht verdreifacht hätten, sollte eine "gesetzliche Pflicht zur Selbstverpflichtung" greifen, mit der sich Unternehmen eigene Frauenquoten setzen. Werden die selbst gesteckten Ziele verfehlt, sollten Sanktionen greifen.

Die 30 im Börsenindex Dax notierten Unternehmen veröffentlichen daraufhin im vorigen Herbst eigene Ziele, die sehr unterschiedlich ausfielen. Schlusslicht Volkswagen etwa will den Frauenanteil von 4,3 Prozent in der oberen Führungsebene bis 2020 auf elf Prozent erhöhen. Adidas, wo Frauen 26 Prozent der Führungspositionen besetzen, will den Anteil bis 2015 auf 35 Prozent steigern.

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Kommentare (27)

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Account gelöscht!

09.08.2012, 07:45 Uhr

*"Meine Flexi-Quote zwingt die Unternehmen dazu, sich intensiv mit dem Thema auseinanderzusetzen." Wenn die 30 Dax-Unternehmen ihre selbst gegebenen Quoten umsetzten, würden davon 5400 Frauen profitieren. Von einer starren gesetzlichen Quote für die Aufsichtsräte dieser Firmen würden "sage und schreibe 75 Frauen profitieren", sagte die Ministerin.*

Mein Gott, für 75 - 5400 Frauen debattieren diese Witzfiguren Jahre lang, anstatt sich mal den prekär Beschäftigten anzunehmen.

Oelblase

09.08.2012, 08:45 Uhr

@ DagmarK

Das ist so üblich bei unseren nutzlosen Politikern.
Bei denen stehen die Minderheiten immer im Mittelpunkt und es braucht 2 Super-GAU's, damit was für die Allgemeinheit getan werden kann.

Es gibt weltweit kaum innovativere Unternehmen als die DAX 30 Unternehmen. Die werden sich um die Frauenquote selbst kümmern, wenn der Zeitgeist dies erfordert und brauchen dazu die geistesgestörte Schröder ganz bestimmt nicht.

Die Hauptaufgabe der Schröder ist ja, jetzt als Familienministerin dafür zu sorgen, dass es Schwulen in Deutschland möglichst gut gehen soll. Ich möchte nicht wissen, was für andere kranke Ideen diese selbsternannte Mutter Theresa noch umsetzen möchte - hoffentlich macht die bald nen Abgang, z.B. bei der nächsten Bundestagswahl, in der es auf jeden Fall eine Abrechnung mit der Mövenpick-Partei (neuerdings die Atomlobby-Partei) geben wird.

smarty_32

09.08.2012, 08:50 Uhr

Seltsam, eigentlich ist Frau Schröder doch quotenkompetent. Immerhin hat sie ihren Job dank "Hessen-Quote" erhalten. Zur Erinnerung: Wegen der Kunduz-Affäre musste der damalige Verteidigungsminister Hr. Jung (Hessen) zurücktreten und der Landesverband besetzte die Position neu mit Frau Schröder.
Soviel zu kompetenter Auswahl von wichtigen Ministern/ Staatsekretären und -insbesondere- Kanzleramtsminister.
Würden Großkonzerne ähnliche Personalpolitik betreiben, würden sie reihenweise untergehen.
Parteien haben nicht den Mut externe Experten zu berufen, zum einen weil man "verdiente" Funktionäre unterbringen muss (siehe der gelernte Pastor Hinze als Luft- und Raumfahrtbeauftrager) und zum anderen will man die Macht im Parteivorstand konzentriert halten. Die Partei-Lakaien setzen dann beschlossenes einfach um, oder launen mit Entscheidungen hin und her.
Siehe Frau Schröder... siehe die einfachen MDB´s.

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