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29.12.2011

09:45 Uhr

Vorwürfe aus den Ländern

„Leutheusser-Schnarrenberger verzockt Steuergelder“

Justizministerin Leutheusser-Schnarrenberger sträubt sich gegen die Einführung der Vorratsdatenspeicherung. Jetzt droht ein EU-Verfahren - und eine hohe Strafe. Damit wächst der Druck auf die FDP-Politikerin.

Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP). dpa

Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP).

Berlin/DüsseldorfDie Bundesregierung hat sich einem Zeitungsbericht zufolge gegenüber der EU-Kommission für ihr Verhalten bei der umstrittenen Vorratsdatenspeicherung gerechtfertigt. In einem vom Bundesjustizministerium verfassten Schreiben vom 23. Dezember hebe Berlin hervor, die EU-Richtlinie zur Vorratsdatenspeicherung sei zumindest „teilweise“ umgesetzt worden, schreibt die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“.

Ein weiterer Schritt zur Umsetzung sei der vom Bundesjustizministerium in die Diskussion gebrachte Vorschlag, die Daten nur nach konkreten Anhaltspunkten für Straftaten speichern zu lassen. Die Bundesregierung gehe „alsbald“ von einem Kabinetts- und Parlamentsbeschluss zu diesem sogenannten Quick-Freeze-Verfahren aus, heißt es weiter.

Deutschland droht eine Klage der EU-Kommission vor dem Europäischen Gerichtshof, weil die Bundesregierung die Frist für eine Neuregelung der Vorratsdatenspeicherung hat verstreichen lassen. Eine Verurteilung könnte eine erhebliche Geldstrafe nach sich ziehen. Eine Neuregelung scheitert bislang an den Differenzen zwischen Union und FDP. Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) will die Daten nur nach konkreten Anhaltspunkten für Straftaten speichern lassen („Quick Freeze“). Das geht Unionspolitikern nicht weit genug.

Laut „FAZ“ reichen die Zusicherungen gegenüber der EU-Kommission nach Angaben aus Regierungskreisen nicht, um ein Verfahren gegen Deutschland abzuwenden. Dafür sei das „Quick-Freeze-Verfahren“ nicht weitgehend genug. In ihrem Schreiben verweist die Bundesregierung dem Zeitungsbericht zufolge auch auf die kritischen Äußerungen der Kommission selbst zu den datenschutzrechtlichen Mängeln der Richtlinie. Zudem hätten die anderen Mitgliedstaaten die Richtlinie teilweise erheblich unterschiedlich umgesetzt. Und auch der Europäische Datenschutzbeauftragte habe von der Kommission gefordert, weniger einschneidende Alternativen zu prüfen.

Kommentare (18)

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29.12.2011, 10:04 Uhr

Was Herr Wendt (Polizeigewerkaschaft) da sagt kann doch nicht enst gemeint sein. Er weiss sicherlich nicht was freiheitsfeindlich ist. Wer die Sicherheit der Freiheit vozieht, der wird eines Tages beides velieren. Das sollte er wissen, wenn er von Freiheit spricht.

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29.12.2011, 10:10 Uhr

Ich finde zurecht, denn diese Forderung aus Brüssel hat viele Fehler und widerspricht dem Grundgesetz und nur dieses zählt für die BRD, auch wenn Teile der CDU/CSU es anders sehen.
Keine Einführung der Vorratsdatenspeicherung, in der BRD.
Keine Strafzahlungen an die EU.
Leutheusser-Schnarrenberger, bleiben Sie einmal standhaft für uns Bürger.
Es werden dadurch keine Straftaten verhindert, Beispiele gibt es genug.

Basta/Alternativlos.
Danke

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29.12.2011, 10:15 Uhr

Sollte die Vorgabe der EU-Kommission nicht ohnehin überartbeitet werden? So war es zumindest den Nachrichten zu entnehmen.

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