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25.04.2017

16:00 Uhr

W20-Gipfel mit Ivanka Trump

„Ich bezeichne mich als Feministin“

VonDana Heide

Donald Trump hat Deutschland wegen seiner Exportpolitik attackiert. Doch bei der Diskussion zwischen Tochter Ivanka und Kanzlerin Merkel ist die Stimmung gut. Die beiden sind einer Meinung – auch beim Thema Feminismus.

Ivanka Trump in Berlin

„Der Präsident ist nicht frauenfeindlich“

Ivanka Trump in Berlin: „Der Präsident ist nicht frauenfeindlich“

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BerlinEs ist eine gelöste, eine heitere Stimmung, die an diesem Dienstag auf der Bühne im Intercontinental-Hotel in Berlin herrscht. Dabei sitzen auf dem Podium des Women20-Summits neun Frauen, die ein ernstes Thema zu besprechen haben: Die Gleichberechtigung von Frauen in der Wirtschaft.

Trumpf-Chefin Nicola Leibinger-Kammüller ist dabei, die kanadische Außenministerin Chrystia Freeland und die Königin Máxima aus den Niederlanden. In der Mitte sitzt Bundeskanzlerin Angela Merkel, an ihrer rechten Seite IWF-Chefin Christine Lagarde und neben Lagarde die Frau, wegen der die meisten der hunderten vornehmlich weiblichen Besucher und Journalisten gekommen sind: US-Präsidententochter und Unternehmerin Ivanka Trump.  

Die Tochter von Donald Trump hat bei ihrem Kurzbesuch in Berlin einen dicht gepackten Terminkalender. Am frühen Morgen landete sie auf dem Flughafen Tegel mit einem Linienflug von United Airlines, danach ging es gleich weiter ins Hotel Adlon am Brandenburger Tor. Bevor sie sich auf den Weg zur Podiumsdiskussion machte, traf sie sich noch schnell mit Botschaftsmitarbeitern in der amerikanischen Botschaft. Das Holocaust-Denkmal neben der Botschaft steht auf ihrem Nachmittagsprogramm, gleich nach dem Besuch bei Siemens. Zum Abschluss des Tages steht um 20 Uhr ein Gala-Dinner in den Räumen Deutschen Bank auf dem Plan. Wer daran teilnimmt, wollte die US-Botschaft nicht verraten.

Als Ivanka Trump auf dem Podium über die vielen Frauen in Führungspositionen spricht, nickt Angela Merkel immer wieder zustimmend, sie hört ihr aufmerksam zu, das Nicken wirkt ermutigend. Ivanka spricht ruhig, mit leiser Stimme. „Ich bin noch ganz am Anfang. Ich höre zu, ich lerne viel“, sagt Trump. Sie sei hier, um von anderen Ländern zu lernen, um zu sehen, was gewirkt habe in Bezug auf die Stärkung von Frauen.

Merkel und Trump kennen sich noch nicht so gut, das zeigt sich während der Diskussion. Mit IWF-Chefin Lagarde scherzt Merkel, mit Trumpf-Chefin Leibinger-Kammüller diskutiert die Kanzlerin schlagfertig und humorvoll über das Engagement von Frauen, in Führungspositionen zu kommen. Aber Ivanka Trump schont sie.

Trump kommt auf „direkte Einladung“ der Kanzlerin, wie die amerikanische Botschaft betont. Eingefädelt wurde der Termin bereits, als Merkel den US-Präsidenten Anfang März besuchte. Für Merkel ist der Besuch wichtig, Ivanka Trump gilt als Einflüsterin ihres Vaters, der bisher vor allem mit protektionistischen Tendenzen gegenüber Deutschland aufgefallen war und Merkel während des US-Wahlkampfs scharf angegriffen hatte. 

Als Moderatorin Miriam Meckel, Herausgeberin der Wirtschaftswoche, fragt, ob Merkel sich als Feministin bezeichnet, zögert sie. Lagarde, die neben ihr sitzt, hebt ihre Hand, nickt heftig, ja, sie ist Feministin, auch Trump blickt ermunternd Richtung Kanzlerin, nickt. Erst am Ende lässt sich Merkel darauf ein, als Königin Máxima eine Definition liefert, wer überhaupt eine Feministin ist. „Ich denke, eine Feministin ist jemand, der möchte, dass alle Frauen die Chance haben, glücklich, und stolz auf sich selbst zu sein“, sagt Máxima. „Dann bin ich auch eine“, sagt Merkel. Und auch Trump bekennt: „Ich bezeichne mich selbst als Feministin“. 

Der Besuch von Ivanka Trump beim W20-Gipfel dient nicht nur dem gemeinsamen Streben danach, Frauen öfter in Führungspositionen zu bringen und es ihnen leichter zu machen, ein Unternehmen zu gründen oder die Beziehung zu Angela Merkel auszubauen.

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Motivation von höchster Stelle: Beim W20-Gipfel setzen sich Kanzlerin Merkel und Präsidententochter Ivanka Trump für die Förderung von Frauen ein. Deutschland muss aufholen – und arbeitet bereits fleißig an Lösungen.

Trumps Besuch ist auch eine Botschaft an die Frauen in den USA. Sie hatten zu Hundertausenden gegen Trump demonstriert, der im Wahlkampf mit frauenfeindlichen Sprüchen aufgefallen war. Ivanka kann jetzt zeigen, dass sie die Gute ist, dass ihr als Beraterin ihres Vaters die berufliche Gleichberechtigung von Frauen wichtig ist. So wichtig, dass sie dafür um die halbe Welt fliegt. Angesprochen auf die frauenfeindlichen Bemerkungen ihres Vaters sagt sie, sie habe diese Kritik schon wahrgenommen. Sie kenne ihren Vater aber anders. „Er hat mich ermutigt und es mir möglich gemacht, erfolgreich zu sein.“

Einig sind sich alle Frauen, dass mehr getan werden muss, bei dem Zugang von Frauen zu Kapital, bei der Kinderbetreuung, bei der Einstellung gegenüber Frauen in Führungspositionen. 

Trump verspricht, dass die Stärkung von Frauen eines der vielen Dinge sei, bei denen mit ihrem Vater übereinstimme. Als Merkel den Vorschlag macht, einen speziellen Fonds zu schaffen, der Frauen in Entwicklungsländern Kredite zur Gründung von Unternehmen gibt, sind alle begeistert. „Ich liebe die Idee“, sagt IWF-Chefin Lagarde. Leibinger-Kammüller bietet spontan an, Geld einzusammeln. Das, so Merkel, werde man jetzt mit den anderen 19 Staaten diskutieren. 

Kommentare (6)

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Rainer von Horn

25.04.2017, 16:16 Uhr

Zitat:
"Als Merkel den Vorschlag macht, einen speziellen Fonds zu schaffen, der Frauen in Entwicklungsländern Kredite zur Gründung von Unternehmen gibt, sind alle begeistert. „Ich liebe die Idee“, sagt IWF-Chefin Lagarde. Leibinger-Kammüller bietet spontan an, Geld einzusammeln."

Ich bin fassungslos, bestürzt und absolut schockiert, denn als Maskulinist fühle ich mich diskriminiert und werde vor dem EuGH klagen. Ich will auch Zugang zu Kapital!

Frau Lana Ebsel

25.04.2017, 17:30 Uhr

It-Girl Merkel und ihre neuen Blutsschwestern. Als nächstes kommt dann Tatoo und Nasenflügelpiercing.

Herr Peter Spiegel

25.04.2017, 18:20 Uhr

Was man so alles macht damit Herr Trump eineem die Hand gibt. Einem deutschen Spitzenpolitiker gibt eigentlich niemand mehr die Hand, nicht einmal ich.

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