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01.01.2008

12:23 Uhr

Wacklige Mehrheit

Für Koch wird es in Hessen eng

In Hessen muss Ministerpräsident Roland Koch (CDU) um seine Alleinregierung bangen. Umfragen sagen der CDU nach neun Jahren an der Macht erhebliche Verluste voraus. Zwar steht die FDP nach fünf Jahren Regierungspause wieder als Koalitionspartner bereit, doch selbst für Schwarz-Gelb könnte es knapp werden.

Will weiter regieren: Ministerpäsident Roland Koch (CDU). Foto: dpa Quelle: dpa

Will weiter regieren: Ministerpäsident Roland Koch (CDU). Foto: dpa

HB WIESBADEN. In Hessen zeichnet sich die spannendste Wahl des neuen Jahres ab. Ministerpräsident Roland Koch (49) droht nach allen Umfragen am 27. Januar der Verlust seiner absoluten CDU-Mehrheit. Zwar werden die Christdemokraten wohl stärkste Partei bleiben. Doch selbst zusammen mit dem Auffangpartner FDP könnte es eng werden. Und die SPD kann sich tatsächlich Hoffnung machen, nach neun Jahren in der Opposition in ihrem ehemaligen "Stammland" zurück an die Regierung zu kommen.

In Hessen fallen Wahlen traditionell knapp aus. Das Bundesland zwischen Kassel und Darmstadt ist selbst nach Kochs Eingeständnis eher sozialdemokratisch geprägt. Zweimal hat der CDU-Bundesvize Wahlen im Protest gegen eine rot-grüne Bundesregierung gewonnen. 1999 kam er mit Hilfe einer umstrittenen Unterschriftenaktion gegen die doppelte Staatsbürgerschaft ins Amt und regierte dann mit der FDP. 2003 brachte ihm der Unmut über Rot-Grün sogar 48,8 Prozent ein, was zur Alleinregierung reichte.

Die Umfragen taxieren die CDU auf 40 Prozent (Forschungsgruppe Wahlen und AMR) oder 41 Prozent (Forsa). Die FDP mit Spitzenmann Jörg-Uwe Hahn liegt zwischen 7 und 9 Prozent. Große Wechselstimmung gibt es in Hessen nicht, doch weit verbreitete Unzufriedenheit.

Koch hat nach eigener Einschätzung das Bundesland mit dem höchsten Pro-Kopf-Einkommen "kraftvoll und mit großer Gelassenheit" regiert. Doch er hat den Hessen auch Grausamkeiten zugemutet: ein Sparprogramm bei Öffentlichem Dienst und Sozialstellen, den Austritt aus der Tarifgemeinschaft der Länder, Studiengebühren. Als Schwachstelle der Landesregierung gilt vor allem die Schulpolitik.

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