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26.07.2011

14:40 Uhr

Wählergemeinschaft

Ex-Bundesminister Funke kehrt SPD den Rücken

Nach 40 Jahren bei der SPD schied der frühere Bundeslandwirtschaftsminister Karl-Heinz Funke nun aus der Partei aus. Der 65-Jährige bleibt jedoch politisch: Er will in Varel für eine Wählergemeinschaft kandidieren.

Karl-Heinz Funke: Als Bundeslandwirtschaftsminister traf er im Jahr 2000 noch andere Politgrößen, wie den belgischen Landwirtschaftsminister Jaak Gabriels (rechts). Quelle: Reuters

Karl-Heinz Funke: Als Bundeslandwirtschaftsminister traf er im Jahr 2000 noch andere Politgrößen, wie den belgischen Landwirtschaftsminister Jaak Gabriels (rechts).

VarelDer frühere Bundeslandwirtschaftsminister Karl-Heinz Funke kehrt der SPD nach mehr als 40 Jahren den Rücken. Bei den niedersächsischen Kommunalwahlen im September will der 65-Jährige in seiner Heimatstadt Varel für eine Wählergemeinschaft kandidieren. Die Frist für eine Erklärung, die ihm die SPD gesetzt hatte, ließ Funke nach Parteiangaben vom Dienstag verstreichen. Für eine Stellungnahme war er zunächst nicht zu erreichen. 

Funke war vom früheren niedersächsischen Ministerpräsidenten und Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) in seine Regierungen geholt worden: zunächst 1990 als Agrarminister ins Landeskabinett und dann acht Jahre später ins Bundeskabinett. 2001 trat Funke in Folge der Krise um die Rinderseuche BSE zurück und konzentrierte sich auf seine kommunalpolitischen Ämter. 

Zuletzt sorgte der Ex-Minister mit einer Affäre um seine Silberhochzeitsfeier für Schlagzeilen. Funke soll sich die Feier vom Oldenburgisch-Ostfriesischen Wasserverband bezuschusst haben lassen. Erst nach monatelangem Streit legte er seine SPD-Mandate im Kreistag und im Stadtrat nieder. Sein Parteibuch behielt er. 

Nun will Funke mit seiner Wählergemeinschaft „Zukunft Varel“ für die Ämter antreten, die er zuvor für die SPD innehatte. Daraufhin stellte ihm die Partei ein Ultimatum: Wenn er nicht innerhalb einer Woche seine Kandidatur schriftlich zurückrufe, scheide er automatisch aus der SPD aus. Die Frist ist inzwischen abgelaufen. Am Mittwoch soll sein sein Name aus der SPD-Datenbank gelöscht werden.

Von

dpa

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