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17.10.2011

11:39 Uhr

Währungsfonds

Lagarde lehnt Kapitalerhöhung für IWF ab

IWF-Chefin Christine Lagarde tritt den Vorschlägen zur Kapitalerhöhung für den Währungsfonds entgegen. Für die aktuellen Herausforderungen habe der IWF angemessene Mittel.

Christine Lagarde, Chefin des Internationalen Währungsfonds. AFP

Christine Lagarde, Chefin des Internationalen Währungsfonds.

ParisDer Internationale Währungsfonds (IWF) verfügt nach Worten seiner Chefin Christine Lagarde derzeit trotz Euro-Schuldenkrise über ausreichend Kapital. „Heute hat der IWF angemessene Mittel“, sagte Lagarde am Montag dem Radiosender „Europe 1“. Vor dem G20-Treffen am Wochenende hatte ein Vertreter der aufstrebenden Schwellenländer gesagt, der IWF brauche möglicherweise eine Kapitalaufstockung von rund 350 Milliarden Dollar (etwa 250 Milliarden Euro).

Die Finanzminister und Notenbankchefs der 20 führenden Industrie- und Schwellenländern (G20) sagten auf dem Treffen zwar zu, dem IWF angemessene Kapitalressourcen zur Verfügung zu stellen, damit er seine Aufgaben zur Sicherung der Finanzstabilität erfüllen kann. Von einer Erhöhung war in der gemeinsamen Erklärung von Paris nicht die Rede.

Die außereuropäischen G20-Staaten drängten Europa dazu, auf dem EU-Gipfel am kommenden Sonntag ein Konzept für die rasche Lösung der Schuldenkrise im Währungsraum vorzulegen. Im Gespräch sind ein Schuldenschnitt für Griechenland, eine stärkere Beteiligung der privaten Gläubiger und eine bessere Kapitalausstattung der Banken.

Lagarde betonte, ein Eingriff der Staaten zur Rekapitalisierung der Banken solle nur ein letzter Ausweg sein. „Die Priorität ist, dass sie Kapital von ihren Aktionären erhalten“, sagte die Französin.

Von

rtr

Kommentare (1)

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AlexD

17.10.2011, 12:16 Uhr

Die Schwellenländer haben leider Recht - der IWF sollte mehr Mittel haben. Das würde allerdings die Macht der Europäer schwächen, deren linke / planwirtschaftliche Umverteilungspolitik aber genau der Grund für das Problem ist. Leider sieht man in hiesigen Medien keinen internationalen Vergleich über Staatshaushalte, bei dem schnell klar würde, wie miserabel selbst die deutsche und französische Politik arbeitet. Hohe Steuersätze, überbordende Bürokratie (die natürlich schon ohne Umverteilung massive Geld kostet und Staatsbürokraten beschäftigt) etc.. Zum Thema Re-Kapitalisierung "der Banken": es sind vor allem die Banken in Staats- oder Kommunen-Besitz, die Probleme haben: Landesbanken, IKB, KfW hierzulande haben bei weitem mehr Problem-Anleihen als die gesamten privaten Banken hier. In F ist Dexia das Hauptproblem und die gehörten vor der neuen "Verstaatlichung" schon zu über 40% dem französischen Staat. Lasst die Banken pleite gehen - es sind die staatlichen Banken, die pleite gehen. Aber dann sollten auch die verantwortlichen politischen Aufsichtsgremien haftbar gemacht werden. In Singapur und Teilen Südamerikas läuft es schon so - kapitalistisch, fair und ohne Staatsmythos. Leider begreifen die Demonstranten nicht, wer wirklich Schuld ist und lassen sich von Politik und Medien die Schuld "der Banken" ohne jegliche Differenzierug einreden.

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