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11.05.2017

14:00 Uhr

Wärmemarkt

Keine Förderung mehr für Ölheizungen

VonDana Heide

Das Bundeswirtschaftsministerium will bei der Förderung im Wärmemarkt aufräumen. Ab 2020 sollen keine Öl- oder Gas-Heizungen mehr subventioniert werden, so effizient sie auch sind. Der Ärger der Branche ist programmiert.

Das Bundeswirtschaftsministerium will die Förderung von fossilen Heizungen auslaufen lassen. dpa

Heizungsregler

Das Bundeswirtschaftsministerium will die Förderung von fossilen Heizungen auslaufen lassen.

Berlin Das Bundeswirtschaftsministerium will aufräumen im Förderungsdschungel und hat dazu seine neue Strategie „Energieeffizienz und Wärme aus erneuerbaren Energien“ vorgelegt. Sinn und Zweck dessen ist es, mit dem bisherigen Nebeneinander und teilweise auch Durcheinander bei der Förderung von Energieeffizienzmaßnahmen bei Gebäuden aufzuräumen. Besonders ein Aspekt dürfte jedoch für Ärger sorgen: Das Wirtschaftsministerium will ab 2020 keine fossilen Heizungen mehr fördern.

Bisher war es so, dass Hausbesitzer dafür belohnt wurden, wenn sie alte Heizungen gegen neue, effiziente Heizungen austauschen – auch wenn die Neuen mit fossilen Brennstoffen wie Öl oder Gas befeuert wurden. Damit soll bald Schluss sein. „Die Austauschförderung für ausschließlich auf fossilen Energieträgern basierende Heiztechniken wird spätestens bis zum Jahr 2020 beendet“, heißt es in der neuen Strategie des Bundeswirtschaftsministeriums. Weiter gefördert werden sollen Hybridsysteme bestehend aus Anlagen zur Nutzung fossiler Brennstoffe und erneuerbarer Energien. Der Fokus der Förderung soll künftig aber auf Heizungen liegen, die komplett auf erneuerbaren Energien basieren.

Zwar will das Wirtschaftsministerium mit der Branche über die Details verhandeln, über das neue Prinzip dürfte sie jedoch alles andere als glücklich sein.

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Bisher läuft der Markt für Öl- und Gasheizungen. Erst am Donnerstag war bekannt geworden, dass der Anteil der Wohnneubauten mit Öl- und Gasheizungen in den vergangenen Jahren wieder gestiegen ist. Wie eine Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen zeigt, wurden die Öl- und Gasheizungsanlagen in Neubauten mit höherem Treibhausgasausstoß seit dem Jahr 2000 zwar deutlich reduziert, seit 2012 wurden jedoch wieder vermehrt Gasheizungen verwendet. Ihr Anteil stieg von 49,8 Prozent an allen Heizungsanlagen im Jahr 2012 auf 53,3 Prozent im Jahr 2015.

Bei Ölheizungen stagniert der Anteil in neuen Wohnungen seit 2014 bei 0,9 Prozent. Doch 2016 verzeichnete die Brennwert-Öltechnik einen starken Wiederanstieg von zwölf Prozent gegenüber 2015.

Kommentare (8)

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Herr Norman Fischer

11.05.2017, 14:32 Uhr

Jede Wärmepumpe braucht auch - na? - Strom!
Und der kommt, wenn überhaupt "grün", aus Wasserkraft.
Die Leistung der Wasserkraft in Europa kann kaum noch ausgebaut werden,
ohne der Umwelt großen Schaden zuzufügen.

Es ist aber so, dass die Hausbesitzer die schwächste Lobby haben.
Daher werden Einsparungen von Treibhausgasen, welche zur Erreichung
der deutschen Klimaziele nötig sind, kaum der Industrie, der Landwirtschaft und dem Verkehr
abverlangt (Arbeitsplätze!!!), sondern den Hauseigentümern.
Gleichzeitig werden die Mieten gesetzlich vorgeschrieben.
Letzlich hat dies zur Auswirkung, dass der Bau von Mietimmobilien
unrentabel wird. Was wiederum zu Wohnungsnot führt. Willkommen im Sozialismus.

G. Nampf

11.05.2017, 14:44 Uhr

@ Norman Fischer11.05.2017, 14:32 Uhr


"Es ist aber so, dass die Hausbesitzer die schwächste Lobby haben.
Daher werden Einsparungen von Treibhausgasen, welche zur Erreichung
der deutschen Klimaziele nötig sind, kaum der Industrie, der Landwirtschaft und dem Verkehr"

Vollkommen richtig. Als Immobilienbesitzer ist man in diesem Land der Gea*schte vom Dienst.


"Willkommen im Sozialismus."

Yep! Wir haben vier sozialistische Parteien, die alle die Entmündigung der Bürger vorantreibt, und eine FDP, die immer den mündigen Bürger stärken will, aber dann doch umfällt. Die Bürger müssen um jeden Preis von Institutionen, Ämtern und Großkonzernen abhängig gehalten werden.

Irgendwann wird eigenständiges Denken/Handeln/Wirtschaften verboten werden.

Rainer von Horn

11.05.2017, 15:48 Uhr

Deutschland rettet das globale Klima, immer schön zu sehen. Nur was machen wir mit dem Destillat, wenn wir nun nach dem Diesel auch die Ölheizung abschaffen? Wahrscheinlich Ölkraftwerke betreiben und den Strom für´s E-Mobil und die Wärmepumpe nutzen. Das macht die Sache rund!

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