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17.10.2014

15:40 Uhr

Waffenlieferungen „prüfenswert“

CDU-Außenpolitiker liebäugelt mit Hilfe für PKK

ExklusivDie PKK und ihr lokaler Ableger in Syrien erhalten keine internationale Unterstützung, obwohl auch sie gegen IS kämpfen. In der Union hält man das angesichts der verzweifelten Lage in Kobane für kaum noch akzeptabel.

Sympathisanten der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK: Deutsche Politiker überlegen, die PKK im Kampf gegen IS zu unterstützen. AFP

Sympathisanten der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK: Deutsche Politiker überlegen, die PKK im Kampf gegen IS zu unterstützen.

BerlinIn der Union mehren sich die Stimmen, die mit einer Einbindung der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK in den Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) liebäugeln und dabei auch Waffenlieferungen nicht ausschließen. Der Obmann der Unions-Fraktion im Auswärtigen Ausschuss des Bundestages, Roderich Kiesewetter, begründete dies mit der besonderen Lage der nordsyrischen Kurdenstadt Kobane, die „wirklich verzweifelt“ sei. „Eine Lösung ist nur mit der Türkei und anderen regionalen Akteuren zu finden, auch die türkischen Interessen sind zu berücksichtigen“, sagte der CDU-Politiker dem Handelsblatt (Online-Ausgabe).

In diesem besonderen Fall seien, wie auch Unions-Fraktionschef Volker Kauder gesagt habe, „tatsächlich alle Möglichkeiten auszuloten“.  Es gelte, das Massenmorden im Irak zu beenden und alle daran interessierten Kräfte einzubeziehen. „Vor einer prüfenswerten Unterstützung der PKK sollten mögliche Konsequenzen mit der Türkei und unseren innenpolitischen Sicherheitsinteressen abgewogen werden“, betonte Kiesewetter. „Möglicherweise führt eine Einbeziehung der PKK auch zu einem Umdenken ihrer radikaleren Flügel.“

Die kurdischen Kämpfer im Überblick

Peschmerga

Im Irak stellt sich vor allem die Peschmerga den Dschihadisten entgegen, um die kurdische Autonomieregion im Norden zu schützen. Der Name der Armee bedeutet in etwa „Jene, die dem Tod ins Auge sehen“. Die Streitkräfte gingen aus bewaffneten Einheiten insbesondere der Kurdischen Demokratischen Partei (KDP) und der Patriotischen Union Kurdistans (PUK) im Nordirak hervor. Experten gehen von etwa 130.000 bis 200.000 Kämpfern aus. Viele unterstehen der kurdischen Regionalregierung.

YPG

In Nordsyrien kämpfen derzeit insbesondere die kurdischen Volksschutzeinheiten (YPG) gegen die IS-Extremisten. Sie sind mit der syrisch-kurdischen Partei der Demokratischen Union (PYD) verbunden und wollen ihre drei „autonomen Kantone“ schützen, die nach dem Rückzug der syrischen Regierungstruppen in den überwiegend von Kurden bewohnten Regionen errichtet wurden.

PKK

Volksschutzeinheiten und PYD stehen der kurdischen Arbeiterpartei PKK nahe, die in der Türkei verboten ist und auch in europäischen Ländern und den USA auf der Terrorliste steht. Experten gehen davon aus, dass PKK-Kämpfer die syrischen Kurden unterstützen.

Kauder hatte am Donnerstag eine Unterstützung der PKK nicht ausgeschlossen. „Ich weiß, welche Probleme die Türkei mit der PKK hat, aber zuzuschauen, wie die IS wichtige Grenzstädte einnimmt und sich immer mehr zu einer Bedrohung der weltweiten Sicherheit entwickelt, kann nicht die Lösung sein“, sagte der CDU-Politiker in einem Interview.

Ähnlich argumentierte der verteidigungspolitische Sprecher der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag, Henning Otte. Der Nachrichtenagentur dpa sagte er, sollten die aktuellen Mittel gegen die IS-Terroristen nicht ausreichen, müsse in Einvernehmen mit Verbündeten erwogen werden, ob weitere Kräfte, die im Kampf gegen diese Gruppe stünden, Unterstützung benötigten. „Es ist bei weitem nicht unser Ziel, die PKK auszustatten, aber vielleicht die letzte Möglichkeit vor Ort, den IS-Terror zu stoppen“, fügte er hinzu.

Kommentare (3)

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Herr Ragin Allraun

17.10.2014, 16:24 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

Herr Teito Klein

17.10.2014, 16:26 Uhr

PKK vs. IS
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Die PKK ist in Deutschland verboten, der IS hingegen nicht.
Hier wird mit zweierlei Maß gemessen.
Während die PKK gegen die Terrormiliz IS aktiv kämpft und die Türkei tatenlos zuschaut, wie die Kopfabschneider einen Ort nach dem anderen erobern, schaut auch Deutschland tatenlos zu.

In der Union mehren sich die Stimmen, die mit einer Einbindung der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK in den Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) liebäugeln und dabei auch Waffenlieferungen nicht ausschließen.

Das wäre ein Schritt in die richtige Richtung!

Herr Vittorio Queri

17.10.2014, 16:33 Uhr

>> Kiesewetter. „Möglicherweise führt eine Einbeziehung der PKK auch zu einem Umdenken ihrer radikaleren Flügel.“ <<

Möglicherweise beginnt dieses Jahr der Frühling zu Weihnachten, H. Blödmannwetter !

Die Lösung in Kobane ist sehr simpel : die restlichen Zivilisten( etwa 12.000 Verbliebenen von über 200.000 ursprünglich ) in die Türkei überführen ( Flüchtlingslager ) und dann die Kurden kämpfen lassen, soviel sie wollen.

Die IS würde die leere Stadt bestimmt bald wieder verlassen ( kein Proviant ).

Dann könnten die Flüchtlinge zurück kommen.

Die Amis sollen aufhören, die Infrastruktur der Stadt mit ihren sinnlosen Alibi-Bombardements zu zerstören.

Und die Deutschen Politganoven sollen ihre unqualifizierten Klappen halten !

Die PKK ist nach wie vor ein Erzfeind der Türken.

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