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17.01.2013

16:05 Uhr

Waffenrecht

In der Schweiz ist fast alles erlaubt

Die gesetzlichen Vorschriften sind in den Europas Ländern sehr unterschiedlich. Besonders rigide sind die Briten, die Eidgenossen außergewöhnlich liberal. Verschärft werden die Gesetze häufig erst nach Amokläufen.

Das Waffenrecht regelt, wer eine Flinte besitzen darf. dpa

Das Waffenrecht regelt, wer eine Flinte besitzen darf.

DüsseldorfDas Waffenrecht regelt Herstellung, Kauf und Privatbesitz von Waffen und Munition. Ziel ist es, Menschen vor Gewalt schützen. In Deutschland wurden die Regelungen nach dem Amoklauf von Winnenden im März 2009 verschärft. Waffenbesitzer müssen seitdem mit verdachtsunabhängigen Kontrollen rechnen. Zudem drohen härtere Strafen, wenn sie ihre Waffen nicht vorschriftsmäßig aufbewahren. Doch wie sieht es in anderen europäischen Ländern aus?

GROSSBRITANNIEN

Auf der Insel gibt es eines der schärfsten Waffengesetze der Welt. Seit 1997 sind Schusswaffen aus dem Privatbesitz praktisch vollkommen verbannt – obwohl das Tragen einer Waffe auf der Insel hundert Jahre vorher noch vergleichsweise üblich war. Traditionell tragen heute nicht einmal Polizisten Schusswaffen – es sei denn, sie haben eine spezielle Ausbildung. Das Verbot führt sogar dazu, dass sich die britischen Sportschützen auf Wettkämpfe nur in wenigen lizenzierten Trainingsanlagen vorbereiten dürfen. Seit 2007 wurde der Verkauf von Luftdruck-Waffen und Waffen-Attrappen drastisch eingeschränkt. Das scheint sich auszuzahlen: Großbritannien gehört zu den Ländern mit den geringsten Todesfällen durch Schusswaffen weltweit.

SCHWEIZ

Obwohl Waffenmissbrauch auch in der Schweiz ein Problem ist, ist das Waffenrecht der Eidgenossen immer noch eines der liberalsten der Welt. Abgesehen davon, dass Armeeangehörige ihre Dienstwaffe üblicherweise zu Hause aufbewahren, sind Kauf und Besitz von Waffen und Munition jedem Bürger gestattet. Seit 2008 müssen Waffenbesitzer allerdings amtliche Bewilligungen haben, vorher genügte der Nachweis eines Kaufvertrags. 2010 wurde ein elektronisches Register zur Erfassung aller Waffenkäufe eingeführt. Weitere Bemühungen um die Verschärfung der Waffenrechts sind bislang gescheitert. In der Schweiz gibt es bei rund acht Millionen Einwohnern etwa 2,5 Millionen legale Waffen, 1,2 Millionen davon kommen vom Militär.

FINNLAND

In dem Land mit 5 Millionen Bürgern sind 1,5 Millionen private Schusswaffen registriert. Bei den Nordeuropäern mit ihrer starken Jagdtradition konnten traditionell auch 15-Jährige legal Waffen erwerben, wenn sie einen „triftigen Grund“ wie die Mitgliedschaft in einem Schützenverein angaben. Nach vier Amokläufen junger Männer mit insgesamt 33 Toten seit dem Jahr 2000 sind die Altersgrenzen für Handfeuerwaffen auf 20 und für Jagdgewehre auf 18 Jahre angehoben worden. Auch die Bedingungen zur Ausstellung von Waffenlizenzen wurden verschärft. Sie gelten auch nur noch fünf Jahre und müssen dann neu beantragt werden.

Kommentare (9)

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17.01.2013, 16:22 Uhr

In der Schweiz ist auch DAS VOLK noch der Staat...in Germany arbeitet Staat gegen Volk und zwar in allen Bereichen.

jonas.galt

17.01.2013, 16:52 Uhr

Tut mir Leid, aber ins besondere bezüglich des Absatzes über die britischen Verhältnisse sollten Sie besser noch einmal recherchieren. Erst einmal sind die Todesfälle durch Schusswaffen bei weitem nicht die einzige Kriminalitätsrate, die durch Waffengesetze beeinflussbar sind, und zweitens sollte man immer den Vorher/Nachher-Vergleich durchführen, da es neben Waffengesetzen auch noch weitere Faktoren gibt, die einen Einfluss auf Kriminalitätsraten haben. Damit wir nicht Äppel mit Birnen vergleichen, sollten wir uns also darauf konzentrieren, ob es im Zeitraum der Einführung eines Waffengesetzes statistisch auffällige Sprünge in Gewalttaten/Morden/Einbrüchen gibt. Gab es. Aber die Recherche überlasse ich nun Ihnen.

dirkbehrendt

17.01.2013, 17:17 Uhr

Bei der auf dem Bild gezeigten Waffe handelt es sich um eine Bock-Büchs-Flinte. Ein gezogener Kugellauf, ein Schrotlauf.

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