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14.09.2011

09:37 Uhr

Wahl-Countdown in Berlin

Wenn Spätentscheider zum Risiko für Parteien werden

VonDietmar Neuerer

Der Berliner Wahlsonntag dürfte für ein paar Überraschungen gut sein. Immerhin weiß jeder zweite Wähler noch nicht, wo er sein Kreuzchen machen soll. Die Spätentscheider werden zum Risiko – für fast jede der Parteien.

Wahlplakate in Berlin. dpa

Wahlplakate in Berlin.

BerlinDie Wahlkämpfer in Berlin kommen nicht zum Verschnaufen. Bei der Abgeordnetenhauswahl am Sonntag läuft alles auf eine Entscheidung in letzter Minute hinaus – zumindest bei den Wählern. Die Masse der Unentschlossenen ist groß. Das macht die Wahl noch einigermaßen spannend. Laut Infratest dimap sind es 45 Prozent der Wahlberechtigten, die noch nicht wissen, welcher Partei sie ihre Stimme geben sollen.

Den Großen kann das nicht egal sein. Sie müssen noch einmal alles geben. Am Ende geht es um jedes Prozent. Die Stärke von Parteien entscheidet schließlich nicht nur über den Einzug ins Parlament, sondern auch über die Möglichkeit an die Regierung zu kommen. Wer viel gewonnen hat, kann am Ende in Koalitionsgesprächen auch viel fordern.

Vieles spricht dafür, dass Berlin künftig von einem rot-grünen Senat gewählt wird, zumal Spitzenkandidatin Renate Künast der CDU eine klare Absage erteilt hat. Der Haken dabei: Die Aussicht auf Erfolg wirkt nach Ansicht des Parteienforschers Oskar Niedermayer sowohl auf die Grünen- als auch auf  die SPD-Anhänger demobilisierend. Im Klartext: Wähler neigen dazu, nicht zur Wahl zu gehen oder gar ihre Parteipräferenz zu verändern, wenn sie sehen, dass Ergebnisse nicht mehr wahlentscheidend beeinflusst werden können. Das nutzt in der Regel den kleinen Parteien – mit einer Ausnahme.

Die FDP setzt auf die unentschlossenen Wähler, aber das verfängt nicht. Profiteure der Spätentscheider an der Wahlurne werden wohl vielmehr die Piraten sein. Wahlforscher sehen gute Chancen für sie, ins Parlament einzuziehen. Für die FDP dürfte dann kein Platz mehr sein.

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