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01.11.2013

08:53 Uhr

Wahl-Debakel

Rösler deutet Abschied aus der Politik an

Der scheidende FDP-Parteichef Philipp Rösler beklagt mangelnden Respekt für Liberale, sieht die FDP aber mit seinem Nachfolger Christian Lindner auf einem guten Weg. Rösler will ihm den Weg frei machen.

Philipp Rösler nimmt seinen Abschied leicht. Zwar hätte er als Minister noch einiges vorgehabt, aber nun gelte es, den Weg frei zu machen. dpa

Philipp Rösler nimmt seinen Abschied leicht. Zwar hätte er als Minister noch einiges vorgehabt, aber nun gelte es, den Weg frei zu machen.

BerlinDer scheidende FDP-Chef Philipp Rösler sieht die Partei mit seinem designierten Nachfolger Christian Lindner auf einem guten Weg in die Zukunft. Er sei überzeugt, dass die FDP mit Lindner an der Spitze den Wiederaufstieg schaffe, sagte Rösler der „Bild“-Zeitung vom Freitag. „Denn ein Deutschland ohne liberale Partei kann ich mir nicht vorstellen“, fügte er hinzu. Er selbst wolle seine Arbeit „mit Haltung“ zu Ende bringen.

Auf die Frage, ob er froh sei, die Aufgabe als FDP-Chef künftig nicht mehr bewältigen zu müssen, antwortete Rösler: „So habe ich zumindest neuen Freiraum, jetzt kann ich mich erst mal mehr um meine Familie kümmern, das freut mich sehr.“ Allerdings hätte er „gerne als Minister weiter gearbeitet“. „Ich hatte noch viel vor“, sagte Rösler. Was er weiter machen werde, ließ er offen. „Da lasse ich mir mit Entscheidungen Zeit“, sagte Rösler.

FDP: Die Folgen der Wahlpleite für Partei und Mitarbeiter

Der Exodus der FDP

Auf einen Schlag haben 93 Bundestagsabgeordnete der FDP ihren Job verloren – doch das ist bei weitem nicht die größte Konsequenz.

Betroffene Mitarbeiter

Nach Angaben der FDP-Fraktion könnten insgesamt etwa 500 bis 600 Beschäftigte vom Scheitern an der Fünf-Prozent-Hürde betroffen sein. Denn jeder Bundestagsabgeordnete hatte bisher etwa drei bis Mitarbeiter, einige mit befristeter Festanstellung, andere mit 400-Euro-Verträgen. Dazu kommen die Zuarbeiter in den Wahlkreisbüros der Politiker im ganzen Land.

Die Bundestagsfraktion selbst hatte bisher 120 feste Angestellte, deren Verträge Ende Oktober auslaufen. Viele hoffen, in anderen Fraktionen wie etwa bei der Union unterzukommen. Einige könnten auch in Ministerien zurückkehren.

Finanzierung

Die FDP-Bundespartei steht vor schwierigen finanziellen Zeiten. Im Wahlkampf waren dort etwa 45 Mitarbeiter aktiv, die Stammbelegschaft liegt bei rund 30. Die Parteizentrale, das Thomas-Dehler-Haus in Berlin-Mitte, ist gemietet. Geld bekommt die FDP aus der Parteienfinanzierung für die bei der Wahl erhaltenen Zweitstimmen. Die Altschulden der Bundespartei lagen zuletzt bei etwa 4,9 Millionen Euro. Das Budget für den Bundestagswahlkampf betrug etwa vier Millionen Euro.

Der FDP-Politiker beklagte zugleich mangelnden Respekt für die Arbeit seiner Partei. Die Liberalen hätten „dazu beigetragen, dass es Deutschland heute so gut geht, Häme ist da fehl am Platz“. Die FDP hinterlasse ein „gut bestelltes Haus“, sagte Rösler und deutete seinen endgültigen Abschied aus der Politik an. „Ich bin Realist, die FDP muss sich neu aufstellen, und dafür habe ich den Weg frei gemacht“, sagte er. So helfe er der Partei am besten.

Von

afp

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