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29.02.2016

19:57 Uhr

Wahl des Bundespräsidenten

Merkel spricht sich für zweite Amtszeit für Gauck aus

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wünscht sich eine zweite Amtszeit von Bundespräsident Joachim Gauck. Bei einer Wiederwahl wäre Gauck 77 Jahre alt. Merkels eigene politische Zukunft bleibt derweil offen.

Bundespräsident Joachim Gauck ließ bislang offen, ob er für eine Amtszeit zur Verfügung steht. AFP; Files; Francois Guillot

Joachim Gauck

Bundespräsident Joachim Gauck ließ bislang offen, ob er für eine Amtszeit zur Verfügung steht.

UlmBundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wünscht sich einen Verbleib von Joachim Gauck im Amt des Bundespräsidenten über das kommende Jahr hinaus. „Ich würde mich freuen, wenn sich der Bundespräsident für eine zweite Amtszeit entscheidet“, sagte Merkel der in Ulm erscheinenden „Südwest Presse“ (Dienstagsausgabe). „Aber diese Entscheidung trifft allein er selbst“, fügte sie hinzu.

Vor Merkel hatten sich bereits die Parteispitzen von SPD und Grünen dafür ausgesprochen, Gauck bei der Bundesversammlung am 12. Februar 2017 für weitere fünf Jahre als Staatsoberhaupt wiederzuwählen. Der Bundespräsident selbst ließ bislang offen, ob er seiner ersten fünfjährigen Amtszeit eine zweite hinzufügen will. Bei einer Wiederwahl wäre er 77 Jahre alt.

Das Leben des Joachim Gauck

Neuer Alltag

Joachim Gauck ist auf Empfängen, Eröffnungen und Benefizveranstaltungen ein gern gesehener Gast. Ein schnöder Alltag? Nein, denn der Bundespräsident interpretiert seine Rolle offensiv. Seine Äußerungen zum Islam, Deutschlands Rolle in der Welt und zur Linkspartei haben hitzige Debatten entfacht.

Neue Wohnung

Das Staatsoberhaupt Deutschlands wohnt in der Präsidentenvilla in Berlin-Dahlem. Im Schloss Bellevue gibt es keine Wohnung mehr. Dort ist nur der offizielle Amtssitz des Präsidenten. Zuvor lebte Gauck viele Jahre in einer Altbauwohnung in Berlin-Schöneberg.

Neuer Beruf für die Lebensgefährtin

Daniela Schadt arbeitet seit Gaucks Ernennung zum Bundespräsidenten nicht mehr. Die 52-Jährige war zuvor als Journalistin tätig und lebte in Nürnberg. Dort war sie Leitende Politikredakteurin bei der „Nürnberger Zeitung“. Als First Lady ist sie oft an Gaucks Seite zu sehen.

Scheidung und Heirat?

Dazu müsste sich Gauck erst einmal von seiner Frau Gerhild scheiden lassen, mit der er seit 1959 verheiratet ist und vier Kinder hat. Seit 1991 leben beide getrennt, seit dem Jahr 2000 ist Gauck mit Daniela Schadt zusammen. „Er macht sich Gedanken über eine Hochzeit, aber er hat wohl noch keine Entscheidung gefällt“, sagte sein Sohn Christian kürzlich der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“. „Hierzulande dürfte seine Art des Zusammenlebens heute nun wirklich kein Problem mehr sein, aber als Präsident kommt er auch in Länder, in denen andere moralische Maßstäbe gelten.“

Wichtigster Mitarbeiter

David Gill ist Staatssekretär und Chef des Präsidialamtes. Damit ist er der wichtigste Mitarbeiter des Präsidenten. Der bisherige Oberkirchenrat im Dienst der Evangelischen Kirche ist seit seiner Zeit als erster Sprecher der Stasi-Unterlagenbehörde ein enger Vertrauter Gaucks. Gill ist SPD-Mitglied.

Neuer Bürgerpräsident

Mit dem Pastor ist ein neuer Stil im Schloss Bellevue eingezogen. Auch wenn das Korsett für das Staatsoberhaupt eng is, spiel Gauck seine Karte als „Bürgerpräsident“ aus. „Ich bin nicht mal gewaschen“, sagte der 72-Jährige, als er am Abend seiner überraschenden Nominierung mit der Kanzlerin vor die Kameras trat. Seinem Sohn Christian war das peinlich. „Aber so ist er, ungeschminkt, ungefiltert“, sagte der Hamburger Arzt der „FAS“.

Ihre eigene politische Zukunft ließ Merkel in dem Interview offen. Sie habe „den Bürgern versprochen, dass ich diese gesamte Legislaturperiode für sie zur Verfügung stehe“, sagte sie. Alles andere werde „zum geeigneten Zeitpunkt entschieden, der heute noch nicht gekommen ist“.

Die nächste Bundestagswahl findet turnusmäßig im September oder Oktober 2017 statt.

Von

afp

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