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14.09.2013

02:46 Uhr

Wahl in Hessen

TV-Duell mit Ehrenwort

Ungewöhnlich aggressiv tritt CDU-Landesregierungschef Bouffier beim TV-Duell zur Hessenwahl an - und greift einen Fehler der SPD von der letzten Landtagswahl auf. Doch SPD-Kandidat Schäfer Gümbel ist vorbereitet.

Der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU, r.) und sein SPD-Herausforderer Thorsten Schäfer-Gümbel vor dem TV-Duell. dpa

Der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU, r.) und sein SPD-Herausforderer Thorsten Schäfer-Gümbel vor dem TV-Duell.

Frankfurt/WiesbadenAls ehemaliger Basketballer weiß Volker Bouffier, dass der Gegner am besten gleich mal in die Defensive gedrängt wird. Beim TV-Duell am Freitagabend im hr-Fernsehen will er seinen Herausforderer Thorsten Schäfer-Gümbel von Beginn an festnageln, ob Rot-Grün nach der Wahl wie 2008 mit der Linken regieren will. Sogar ein „Ehrenwort“ will der CDU-Regierungschef seinem Herausforderer abtrotzen. „Sie werden sich von der Linken zum Ministerpräsident wählen lassen“, prophezeit er.

Schäfer-Gümbel spricht sich zwar erneut gegen eine Zusammenarbeit mit der Linkspartei aus. Er sehe dafür keine politische Basis. Allerdings werde die SPD nach den Erfahrungen vor fünf Jahren „formal“ generell keine Bündnisse ausschließen. Er will nicht in die „Ypsilanti-Falle“ mit der alten Wortbruch-Debatte tappen. „Wir haben unsere Lektion gelernt.“

Vor fünf Jahren wollte sich Andrea Ypsilanti trotz anderer Aussage vor der Wahl doch mit Hilfe der Linken zur Regierungschefin wählen lassen und erlitt wegen vier Abtrünnigen in den eigenen Reihen jämmerlich Schiffbruch. Derzeit sieht es aber nach den meisten Umfragen so aus, als ob die Linke ohnehin nicht mehr in den Landtag kommt.

Nicht nur bei diesem Thema zeigt sich Bouffier ungewöhnlich aggressiv beim 75-minütigen Duell. Er attackiert - und überzieht regelmäßig seine Redezeit. „Sie sprengen unser Abendprogramm“, ermahnt hr-Moderator Alois Theisen, der ansonsten wenig eingreift, den Regierungschef.

Dieser scheint in der bereits am Nachmittag in Frankfurt aufgezeichneten Sendung einer neuen Marschroute zu folgen. Eine Woche vor der Landtagswahl ist angesichts des Kopf-an-Kopf-Rennens zwischen Schwarz-Gelb und Rot-Grün nicht mehr die Rolle des abwägend-zurückhaltenden Landesvaters gefragt, sondern der Bouffier aus den alten Zeiten, der zur „Kampftruppe“ der CDU gehörte.

Die regierende Koalition hat in den vergangenen Wochen Boden gutgemacht - möglicherweise auch wegen der erneut aufgeflammten Rot-Rot-Grün-Debatte. Schäfer-Gümbel weiß um diese Achillesferse seiner Partei, die ihn noch bis zur Wahl begleiten wird. Im TV-Duell versucht der Herausforderer, mit Sachthemen wie Bildung zu punkten. Nach allen Umfragen ist dies das wichtigste Thema der Landespolitik.

In der teils bissig geführten Debatte werden wenig neue Argumente ausgetauscht. Der 61 Jahre alte Bouffier stellt die SPD als Partei dar, die in Hessen eine „Einheitsschule“ einführen und Noten abschaffen will. Der 43-jährige Herausforderer sieht die Union dagegen als Partei, die Chancengerechtigkeit an den Schulen verhindern will; Bouffier vertrete immer noch die pädagogischen Konzepte der 70er Jahre.

Nach den 75 Minuten zeigen sich die Kontrahenten beide zufrieden mit ihrem Auftritt, wollen aber das Urteil darüber den Zuschauern überlassen. Schäfer-Gümbel räumt vor Journalisten offen ein, dass ihn die „Aggressivität“ des Regierungschefs überrascht habe.

Viele Themen seien zu kurz gekommen, bedauert er und erklärt sich bereit für ein zweites TV-Duell. Diesen Vorschlag hatte Moderator Theisen am Ende der Sendung gemacht. Bouffier zeigt sich anschließend dem ebenfalls nicht abgeneigt, hält dies aus Termingründen aber für schwierig.

Von

dpa

Kommentare (4)

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Seifenblase

14.09.2013, 09:00 Uhr

Gähn - Bouffier ein politischer Rohrkrepierer wie er im Bilderbuch steht. Brüderle = Bouffier = 0!

Oder muss man besser nicht von einer "0" sprechen.

Hessens Regionalflughafenprojekte gute Beispiele für Millionen oder vielleicht Milliarden-Flops? Aber WIR Steuerzahler dürfen ja am Ende dafür aufkommen. Die Liste ist beliebig verlängerbar... Bouffier ist ein politischer Fehlzünder, ein Mann der CDU, der viel Sinn für "heisse Luft" hat und wenig erreichen konnte. Wozu so jemanden eine weitere Wahlperiode Vertrauen schenken? Am 22.09.2013 ist ein Wechsel fällig. Und WIR Wähler werden diesen gut vorbereitet in die Tat umsetzen.

Au revoir, Bouffier!

Account gelöscht!

14.09.2013, 13:05 Uhr

Zitat : TV-Duell mit Ehrenwort

- zwei Schmarotzer am Trog der Steuergelder, die über eine Stunde lang ein dämliches Palaver abgesondert haben !

Zwei Dampfplauderer, bei denen man den Eindruck hatte, sie wüssten erst gar nicht, was sie von sich geben !

G8,G9,G8,G9,G8,G9....................das Land hat ja keine anderen Probleme, wie das Problem der "Dämlichen" Bildung hoch und runter zu fahren !

Es geht nicht darum, ob G8 oder G9,

es geht darum, ob die Absolventen ( sowohl G8 als auch G9 ) nach ihrer Berufsausbildung ein "unentgeltliches Praktikum " absolvieren müssen,

sich von Leihfirmen ausbeuten lassen müssen

oder zu Hause an dem Tropf ihrer Eltern weiter hängen müssen, zumal sie keinen Job finden können !

Und hierzu haben die beiden Dampfplauderer kein Wort verloren, zumal sie auch nichts zu bieten haben !

Abwahl des Gesocks, ALTERNATIV wählen !

AfD ===> ALLIANZ für Deutschland und Zukunft für unsere Kinder !

Account gelöscht!

14.09.2013, 15:18 Uhr

@Vicario

Nur Blöd, dass die Länder hauptsächlich für die Bildung da sind.... (Dazu kommt noch die Polizei)

Die Armut für Deutschland hat ja nicht mal ein Thema für die Landtagswahl...

€uro und Außenpolitik ist allein Bundessache

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