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01.02.2011

09:03 Uhr

Wahl in Rheinland-Pfalz

Generation Marktplatz gegen Generation Web

VonDaniel Delhaes

Zwei Generationen treten bei der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz gegeneinander an: Kurt Beck (SPD) und Julia Klöckner (CDU) trennt nicht nur 24 Lebensjahre, sondern auch ein völlig anderer Kommunikationsstil. Beck plaudert auf Marktplätzen, Klöckner twittert. Doch nun will auch Beck die neuen Medien nutzen.

Kurt Beck im Stadion Kaiserslautern: Der SPD-Politiker trifft potenzielle Wähler bisher am liebsten persönlich. Reuters

Kurt Beck im Stadion Kaiserslautern: Der SPD-Politiker trifft potenzielle Wähler bisher am liebsten persönlich.

BERLIN. Kurt Beck (SPD), der in vier Tagen seinen 62. Geburtstag feiert, gilt als bodenständiger Ministerpräsident. Ganz gleich, welchen Marktplatz in Rheinland-Pfalz er besucht, Beck kennt die meisten Menschen persönlich und weiß zu vielen eine kleine Anekdote zu erzählen.

Das mag altbacken klingen, sichert aber Macht. Der Pfälzer Helmut Kohl hielt es auch so und regierte bekanntlich 16 Jahre als Kanzler – so lange wie Kurt Beck schon als Ministerpräsident. Und es sollen weitere vier Jahre werden.

Dazu muss er gegen Julia Klöckner (CDU) bestehen. Die 38-Jährige sitzt derzeit noch im Bundestag und wurde überregional bekannt, als sie 2009 das Ergebnis der Bundespräsidentenwahl über den Nachrichtendienst Twitter verbreitete, bevor Bundestagspräsident Norbert Lammert überhaupt ans Mikrofon treten konnte.

Auch im Bundestagswahlkampf setzte Klöckner erfolgreich aufs Internet. Und ebenso will sie nun Beck vom Sessel verdrängen.

Der kontert aber. Mit einer mobilen „Social-Media-Kampagne“, die am 3. Februar startet. Per Echtzeit soll Beck im Internet sichtbar und ansprechbar sein. Die jungen Menschen will er so erreichen. „Nah bei die Leut’“, sagt Beck immer.

Bleibt ein Problem: Mit dem schnellen Internet ist es in dem Flächenland nicht weit her. Botschaften verbreiten sich da schneller, wenn man von Marktplatz zu Marktplatz fährt.

Kommentare (1)

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Alfred H.

06.02.2011, 12:43 Uhr

Junge Leute werden sich wohl kaum über Politik im internet informieren. Es sei denn, sie sind ohnehin schon politisch interessiert und somit wahrscheinlich Anhänger einer Partei. Die infos gehen also nur an die eigenen Leute. Wer heutzutage einem Politiker glaubt, der kann genauso gut einem Sektengründer glauben. Und wahrscheinlich wird er dann noch nicht mal so belogen, wie er es von seinem eigenen Parteichef wird. ich würde meine Kinder vor einem Parteieintritt bewahren. Genauso wie ich natürlich versuchen würde, meine Kinder vor jeder anderen Enttäuschung zu bewahren. Politiker sind nunmal berufslügner. Ob auf dem Marktplatz oder im internet spielt dabei keine Rolle.

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