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09.09.2013

16:06 Uhr

Wahlarena

Bürger fragen Merkel

Endspurt im Wahlkampf: Am Abend stellt sich Bundeskanzlerin Angela Merkel Fragen, die nicht von Journalisten, sondern von Bürgern kommen. Am Mittwoch steigt Herausforderer Peer Steinbrück in die ARD-Wahlarena.

Bis jetzt konnte Kanzlerin Merkel die Wahl gegen Alt-Kanzler Schröder und SPD-Fraktionsvorsitzenden Steinmeier für sich entscheiden. Montagabend steht sie zum dritten Mal in der Arena. Reuters

Bis jetzt konnte Kanzlerin Merkel die Wahl gegen Alt-Kanzler Schröder und SPD-Fraktionsvorsitzenden Steinmeier für sich entscheiden. Montagabend steht sie zum dritten Mal in der Arena.

Mönchengladbach/DüsseldorfJetzt geht's an die Basis: Angela Merkel stellt sich in Mönchengladbach bei der „ARD-Wahlarena“ am Abend den Fragen der Wähler. Nach dem TV-Duell mit Journalisten als Fragesteller und diversen Wahlveranstaltungen mit markigen Reden sind es jetzt die Bürger, die ihre Fragen an die Kanzlerin richten dürfen. Der Großteil der Zuschauer wurde vom Meinungsforschungsinstitut „Infratest Dimap“ ausgewählt, um einen Querschnitt der Bevölkerung abzubilden. Der andere Teil musste sich zuvor mit einer Frage bewerben.

Insgesamt dürfen 200 Wähler die CDU-Vorsitzende befragen. Dabei geht es insbesondere um die Themen Arbeit, Gesundheit und Energie. Am Mittwoch wagt sich der SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück in die Arena.

Seit 2005 existiert das Format in Deutschland. Ursprünglich kommt es aus den USA nach dem Vorbild der „Town Hall Meetings“, eine Zusammenkunft von Politikern und Bürgern, bei der die potenziellen Wähler Fragen, auch per Twitter an die Politiker richten. US-Präsident Barack Obama hat dieses Event vor allem für seinen Wahlkampf genutzt.

Merkel steht zum dritten Mal in der Arena. Ihre bisherigen Kontrahenten, Gerhard Schröder und Frank-Walter Steinmeier, waren ihr später bei der Wahl immer unterlegen. Auch wenn die Kanzlerin nicht gerade mit rhetorischen Glanzleistungen gepunktet hat – im Wahlkampf ist sie zuhause. Jetzt will Steinbrück angreifen. Zum direkten Aufeinandertreffen der Konkurrenten ums Kanzleramt kommt es aber nicht.

Nach Angaben des Berliner Politikwissenschaftlers Oskar Niedermayer wissen noch etwa 40 Prozent der Wähler nicht, wo sie ihr Kreuz machen. Insbesondere die letzten Tage vor der Wahl seien entscheidend, sagt er. „Die Stammwähler sind mittlerweile in der Minderheit. Die Wähler sind nicht mehr langfristig gebunden, der Wahlkampf hat eine ganz andere Bedeutung“, sagt Niedermayer. Und damit auch Veranstaltungen wie die Wahlarena.

Bei jungen Erwachsenen ist der Trend ebenso deutlich sichtbar: Jeder dritte 18- bis 29-Jährige weiß noch nicht, wen er oder sie wählt. 33 Prozent der jungen Wähler wollen sich laut ARD-Deutschland Trend erst kurz vor der Wahl festlegen.

75 Minuten haben beide Kandidaten Zeit, für sich zu werben. Ab 20.15 Uhr wird die die ARD-Wahlarena live übertragen. WDR-Chefredakteur Jörg Schönenborn moderiert gemeinsam mit Andreas Cichowicz, dem Chefredakteur des NDR. Handelsblatt Online berichtet Dienstagmorgen über die Ergebnisse der Fragestunde.

Von

rmo

Kommentare (24)

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Account gelöscht!

09.09.2013, 16:40 Uhr

Eine echte Farce, bei ausgewähltem Publikum..

crosloud

09.09.2013, 16:41 Uhr

"Der Großteil der Zuschauer wurde vom Meinungsforschungsinstitut „Infratest Dimap“ ausgewählt, um einen Querschnitt der Bevölkerung abzubilden. Der andere Teil musste sich zuvor mit einer Frage bewerben."

Damit ist für mich bereits alles gesagt.

waehlerkonsens

09.09.2013, 16:52 Uhr

Merkel weiss eigentlich ganz genau, wo der Schuh drückt, dazu muss sie keine Bürgerbefragung als ALIBI-Aktion durchführen.

Merkel kann wie immer im UNVERBINDLICHEN POLITIKERDEUTSCH um den heissen Brei herumreden, klar ist, dass STEUERSENKUNGEN nunmehr überfällig sind:

Deutschland kann nur dann wieder wettbewerbsfähig und weltweit erfolgreich werden, wenn der in Jahrzehnten aufgeblähte Beamtenapparat gesundgeschrumpft wird.

Auch der Bundestag muss angemessen reduziert werden. Die viel grösseren USA haben nur 350 Kongressabgeordnete bei fast 300 Mio Einwohnern. Ausserdem wird heute von den über 600 Abgeordneten viel zu viel zerredet, statt die anstehenden Probleme zu lösen:

--Rentenreform: weg mit dem Generationenvertrag, jeder Bürger bekommt genau das, was er selbst für sich eingezahlt hat.

--Steuerreform: die Staatsquote aus Steuern und Abgaben muss von über 52% auf verträgliche 30% gesenkt werden.

--Strukturreform: der Beamtenapparat muss wieder so reduziert werden, dass nur hoheitliche Aufgaben verbeamtet sind. Die extrem hohen Kosten von 160 Milliarden EURO für Besoldungen und Pensionen müssen auf 80 Milliarden gesenkt werden (und das ist schon mehr als genug).

Wenn der Bundestag auf 300 Abgeordnete reduziert und auch der Beamtenapparat halbiert wird, können mit den eingesparten 80 Mia EURO der Reformbedarf finanziert und effizient angegangen werden, statt diesen nur zu zerreden.

Die verrottenden Autobahnen können endlich repariert und ausgebaut werden. Und es können sogar erstmals Schulden abgebaut werden.

Da sind sich die Deutschen, die in der freien Wirtschaft die Gelder erarbeiten, von denen die staatlichen Schmarotzer leben, parteiübergreifend einig....

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