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24.09.2013

12:40 Uhr

Wahldebakel

Fischer attackiert Grünen-Spitze

Bei den Grünen bricht die bisherige Führungsriege auseinander. Claudia Roth zieht sich zurück. Wie es weitergeht, ist unklar. Auch Joschka Fischer kommt aus der Deckung - mit scharfer Kritik am Linkskurs im Wahlkampf.

Joschka Fischer ist mit der Arbeit der Grünen-Führungsriege nicht zufrieden. dpa

Joschka Fischer ist mit der Arbeit der Grünen-Führungsriege nicht zufrieden.

BerlinNach der Niederlage der Grünen bei der Bundestagswahl stehen Partei und Fraktion vor einem Führungswechsel. So wollen sowohl Parteivorsitzende Claudia Roth als auch Fraktionschefin Renate Künast nicht wieder kandidieren. „Ich werde bei der Neuwahl des Bundesvorstands nicht mehr antreten“, sagte Roth am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur (dpa) in Berlin. „Ich glaube, jetzt ist der richtige Zeitpunkt für eine Neuausrichtung.“ Die Bundestagswahl 2017 solle erneuert vorbereitet werden. Roth hatte sich am Montag erst vor Vertretern ihres linken Flügels erklärt.

Künast sagte der dpa, sie habe ihre bereits vor Längerem getroffene Entscheidung bei einem Treffen der Abgeordneten ihres Realoflügels mitgeteilt. Sowohl Roth als auch Künast wollen für das Amt der Bundestags-Vizepräsidentin antreten. Dieses wird bisher von Katrin Göring-Eckardt ausgeübt.

Tschüss Frau Roth - vielleicht auf Nimmerwiedersehen

Video: Tschüss Frau Roth - vielleicht auf Nimmerwiedersehen

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Künast sagte, bereits nach der Urwahl der Grünen-Spitzenkandidaten für die Bundestagswahl im vergangenen November habe sie der damals siegreichen Göring-Eckardt gesagt, dass diese aus ihrer Sicht den ersten Zugriff auf den Fraktionsvorsitz habe. Wer für den Realoflügel nun zum Zug kommt, blieb aber zunächst unklar. Neben Göring-Eckardt ist auch Fraktionsvize Kerstin Andreae im Gespräch. Ob sie antritt, sei noch offen, hieß es in Fraktionskreisen. Äußern wollte sie sich dazu auf Anfrage nicht.

Offen ist auch, ob Fraktionschef Jürgen Trittin weitermacht. Ihm wird vor allem seitens der Realos in der Partei vorgeworfen, als Spitzenkandidat mit dem Schwerpunkt soziale Gerechtigkeit im Wahlkampf falsche Akzente gesetzt zu haben. Als möglicher Nachfolger als Fraktionschef gilt der Verkehrspolitiker Anton Hofreiter. Bei dem Treffen der Abgeordneten des linken Flügels habe es aber noch keine Kandidatur-Ankündigungen gegeben, hieß es. Partei und Fraktion werden von Doppelspitzen mit jeweils mindestens einer Frau sowie jeweils Vertretern beider Flügel besetzt.

In die zunehmend angespannte Debatte bei den Grünen griff nun auch der langjährige Fraktionschef und Außenminister Joschka Fischer mit scharfer Kritik ein. „Es scheint fast, als ob die derzeitige Führung der Grünen älter geworden ist, aber immer noch nicht erwachsen“, sagte er dem „Spiegel“. „Sie hat eine Strategie verfolgt, die nicht nur keine neuen Wähler gewann, sondern viele alte vergraulte.“ Statt über Umwelt und Europa, Bildung und Familien hätten die Grünen nur über Steuern und Abgaben geredet.

Kommentare (2)

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Augias

24.09.2013, 15:20 Uhr

Die Tatsache, dass sowohl die Grüninnen, die Liberalen als auch die SPD das wichtige Thema "Europapolitik, Euro-Krise und Transfergemeinschaft" nicht thematisiert haben, wurde von den Wählern entsprechend abgestraft. Das muss man sich einmal vorstellen: Da liegt ein Thema herum, um das sich vergangene Politikergenerationen mit vollem Engagement und Herzblut "gekümmert" hätten. Und was macht diese "Opposition"? Nichts, gar nichts! Im Gegenteil, sie war nicht einmal als Opposition in den vergangenen vier Jahren in Erscheinung getreten. Das ist schon bezeichnend für diese unaufrichtige Politikergeneration, die lieber ein heißes Thema unter den Teppich kehrt, als mit ihm die Deutungshoheit in der Europapolitik zu besetzen! Was ihnen jetzt blüht, der krudeste Niedergang aller Zeiten, geschieht ihnen recht - und ich freue mich darüber, diese elenden Querulanten und Nichtskönner endlich aus den Gazetten entfernt zu sehen!

DINO

24.09.2013, 16:30 Uhr

@ Augias , Ihrer Meinung!

Die SPD+Grünen haben zu viele "Leichen" im Keller, darum auch die miserable Opposition-"Politik", leichte Gegner für die Koalition !

Die FDP hat sich selber disqualifiziert,u.a. LOBBY-ARBEIT pur !

Die CDU ist so "stark" , weil , sie lebte u.a. von den menschen verachtenden Steilvorlagen, die von den LOBBY-"Volksvertetern" ROT/GRÜN verursacht wurden.

Wenn man richtig rechnet, haben wir von der Anzahl her genauso viel (fast) NICHTWÄHLER, wie CDU Wähler !!!

Also, von welcher fast Mehrheit sprechen wir ?

Wenn IHR Medien + Politiker weiter alles so schön blöd rechnet und redet/schreibt, gibt es bald ein böses erwachen !


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