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24.03.2012

13:21 Uhr

Wahlen im Saarland

Das schwarz-rote Wahlroulette

Die Saarländer wählen an diesem Sonntag ein neues Parlament. Die neue Regierung steht aber eigentlich schon fest: CDU und SPD wollen eine Koalition bilden. Fraglich ist nur, wer darin das Sagen haben wird.

Letzte Rettung „Große Koalition“? SPD und CDU liegen in Umfragen gleichauf. Reuters

Letzte Rettung „Große Koalition“? SPD und CDU liegen in Umfragen gleichauf.

SaarbrückenMit der Aussicht auf eine große Koalition aus CDU und SPD als künftige Regierung wählen die Bürger im Saarland an diesem Sonntag einen neuen Landtag. Beide großen Parteien haben in dem unspektakulären Wahlkampf deutlich gemacht, dass sie anschließend eine Koalition miteinander eingehen wollen. Offen ist nur, ob CDU-Amtsinhaberin Annegret Kramp-Karrenbauer oder SPD-Spitzenkandidat Heiko Maas neuer Ministerpräsident wird. Zwischen ihnen wird ein Kopf-an-Kopf- Rennen erwartet, in dem am Ende einige hundert Stimmen den Ausschlag geben könnten.

Zweieinhalb Monate nach dem plötzlichen Aus für die bundesweit erste schwarz-gelb-grüne Jamaika-Koalition sind rund 800.000 Bürger dazu aufgerufen, den Landtag vorzeitig neu zu wählen. Am Samstag warben die Parteien im kleinsten Flächenland letztmals um Stimmen.

Kanzlerin Angela Merkel machte sich am Freitagabend zum offiziellen Wahlkampfabschluss der CDU für eine große Koalition unter Führung ihrer Partei stark. „Wenn Sie eine starke Regierung und eine große Koalition wollen, dann müssen sie CDU wählen“, sagte sie vor etwa 1500 Anhängern in Dillingen. Auf die CDU und Ministerpräsidentin Kramp-Karrenbauer sei Verlass. Wenn sie die Führungsrolle behalte, sei das Saarland weiter „in guten Händen“.

SPD-Landeschef Maas unterstrich im Wahlkampf immer wieder sein Ziel, im dritten Anlauf endlich Regierungschef zu werden. Zugleich schloss er ein rechnerisch voraussichtlich mögliches rot-rotes Bündnis mit der Linkspartei aus. Maas hatte sich 2004 und 2009 dem damaligen CDU-Amtsinhaber Peter Müller geschlagen geben müssen.

Der Spitzenkandidat der Linken, Saar-Fraktionschef Oskar Lafontaine, bekräftigte am Freitag, seine politischen Gegner müssten in jedem Fall weiter mit ihm rechnen: „Alle Hoffnung meiner Konkurrenten, ich würde der Saar-Politik nicht erhalten bleiben, sind falsche Hoffnungen“, sagte er im ZDF.

Die Ministerpräsidenten im Saarland seit 1979

Annegret Kramp-Karrenbauer (seit 2011)

Annegret Kramp-Karrenbauer tritt mit 18 in die CDU ein - ein Beitritt aus Überzeugung. Seit 1999 sitzt sie im Landtag des Saarlandes und steht seitdem auch der Frauen Union der CDU Saar vor. Im August 2011 wurde sie zur Ministerpräsidentin des Saarlandes gewählt.

Peter Müller (1999 bis 2011)

Peter Müller (CDU) war von 1999 bis 2011 Ministerpräsident des Saarlandes. Er kündigte seinen Rücktritt an, weil er als Richter an das Bundesverfassungsgericht wechselte.

Reinhard Klimmt (1998 bis 1999)

Reinhard Klimmt (SPD) war von 1998 bis 1999 Ministerpräsident im Saarland, nachdem Oskar Lafontaine als Bundesfinanzminister nach Bonn ging. Außerdem war er von 1999 bis 2000 Verkehrsminister unter Gerhard Schröder.

Oskar Lafontaine (1985 bis 1998)

Im Verlauf seines politischen Lebens war Oskar Lafontaine Oberbürgermeister in Saarbrücken, Ministerpräsident des Saarlandes (von 1985 bis 1998), Vorsitzender der SPD und Bundesfinanzminister. Im März 1999 legte er alle seine bisherigen politischen Ämter in der SPD aus Kritik am rot-grünen Regierungskurs von Gerhard Schröder nieder. Im Jahr 2005 wechselte Oskar Lafontaine von der SPD zur neu gegründeten Wahlalternative Arbeit & soziale Gerechtigkeit (WASG). Jetzt soll er für die Linke den Wahlkampf im Saarland machen.

Werner Zeyer (1979 bis 1985)

Von 1979 bis 1985 war Werner Zeyer Ministerpräsident des Saarlands. Bei der Landtagswahl 1985 gewann die SPD mit Oskar Lafontaine und Werner Zeyer zog sich von allen politischen Ämtern zurück. Er starb 2000.

Die vorgezogene Wahl im Saarland bildet den Auftakt für das Landtagswahljahr 2012. Am 6. Mai wird in Schleswig-Holstein abgestimmt, am 13. Mai auch im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen.

Die Neuwahl an der Saar wurde nötig, weil im Januar das bundesweit erste Jamaika-Bündnis aus CDU, FDP und Grünen nach gut zwei Jahren zerbrochen war. CDU und SPD konnten sich anschließend nicht auf eine große Koalition einigen, die sie nun bilden wollen.

Kommentare (2)

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RobertSchumans

24.03.2012, 15:37 Uhr

Die momentane Großwetterlage mit viel Sonnenschein wird natürlih keinen hinterm Ofen hervorlocken. Im Gegenteil alles wird irgendwie und irgendwo einen kühleren Ort als einem Wahllokal regelrecht vorziehen. 50% unter oder sollte das nur Täuschung sein?

RoberSchumansErben

24.03.2012, 21:20 Uhr

Echt. Klar. Mutig. Gemach, hier müßte es lauten: Echt. Mutig. Klar wird ihr morgen im Laufe der Dämmerung werden, sie hat aufs falsche Pferd gesetzt. Reiten geht wohl nur, wenn man oder frau dem Pferd nicht ins Auge sehen muß. Ein gute/r ReiterIN bewegt ein Pferd mit den Knien und notfalls mit den Sporen. Alles andere wäre widernatürlich. Nach Fragen?

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