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04.01.2013

15:58 Uhr

Wahlendspurt in Niedersachsen

„Problem-Peer“ hilft der CDU wenig

VonDietmar Neuerer

Peer Steinbrück lässt kaum ein Fettnäpfchen aus - in der Endphase des Landtags-Wahlkampfs in Niedersachen liegt Rot-Grün dennoch vorn. Jetzt versucht Schwarz-Gelb auf den Marktplätzen noch zu retten, was zu retten ist.

Merkel und Steinbrück im Bundestag (Archivbild). dpa

Merkel und Steinbrück im Bundestag (Archivbild).

BerlinDie bundespolitische Bedeutung der Niedersachsen-Wahl ist unübersehbar. Die Grünen haben in Hannover ihr Spitzenduo für die Bundestagswahl gekürt, die CDU veranstaltete hier ihren Bundesparteitag. Und die SPD wählte hier Peer Steinbrück zu ihrem Kanzlerkandidaten. Dies alles ist ein kleiner Vorgeschmack auf die Häufung an Politikerauftritten, die das Land in den ersten drei Januar-Wochen bevorsteht. Denn der Landtagswahl am 20. Januar wird von fast allen Parteien große strategische Bedeutung für das Bundestags-Wahljahr 2013 beigemessen.

Heute startet die Schlussphase des Wahlkampfs denn auch mit bundespolitischer Prominenz. In Emden treten der Spitzenkandidat des SPD-Landesverbandes, Stephan Weil, und Kanzlerkandidat Steinbrück gemeinsam auf einer Kundgebung auf. In Wilhelmshaven trifft sich der CDU-Bundesvorstand zu einer Klausur unter Leitung von Bundeskanzlerin Angela Merkel. Morgen wird sie in Braunschweig gemeinsam mit Ministerpräsident David McAllister zu einer Partei-Veranstaltung erwartet.

Peer Steinbrück - seine Biographie

Gebürtiger Hamburger

Geboren am 10. Januar 1947 in Hamburg, verheiratet mit einer Studienrätin, drei Kinder. Den Namen Peer verdankt er seiner dänischen Großmutter.

Zwei Jahre Bundeswehr

1968 macht Steinbrück Abitur, danach ist er zwei Jahre bei der Bundeswehr.

Parteieintritt

1969 erfolgt der Eintritt in die SPD.

Studium

1970 - 1974 Volkswirtschafts-Studium in Kiel. Währenddessen lernt Steinbrück seine spätere Ehefrau kennen.

Erstes Treffen mit Helmut Schmidt

1974 - 1981 Tätigkeiten in Bundesministerien und im Kanzleramt. In dieser Zeit trifft Steinbrück auch zum ersten Mal den Bundeskanzler Helmut Schmidt. Heute spielen die beiden gelegentlich Schach. Schmidt über Steinbrücks Kanzlerkandidatur: „Er kann es“.

Zeit als Referent

1981 - 1985 Referent von Bundesforschungsminister Hans Matthöfer sowie in der SPD-Bundestagsfraktion

Büroleiter in Düsseldorf

1986 - 1990 Büroleiter von NRW-Ministerpräsident Johannes Rau.

Staatssekretär in Kiel

Zurück nach Kiel: Zwischen 1990 und 1992 ist Peer Steinbrück Umwelt-Staatssekretär im Kabinett Engholm. Daraufhin Staatssekretär im Wirtschaftsministerium, später selbst Minister im gleichen Ressort.

Als Minister zurück in NRW

1998 - 2000 Wirtschafts- und Verkehrsminister in NRW, anschließend für zwei Jahre Finanzminister im bevölkerungsreichsten Bundesland.

NRW-Ministerpräsident

Wolfgang Clement wechselt überraschend als Superminister nach Berlin. Ein Nachfolger ist noch nicht aufgebaut, eher durch Zufall wird Steinbrück zwischen 2002 - 2005 Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen.

Finanzminister

Nach der verlorenen Landtagswahl wechselt er als Finanzminister der großen Koalition nach Berlin. In dieser Zeit (2005 - 2009) ist er stellvertretender SPD-Bundesvorsitzender.

Vortragsredner

Seit 2009 ist er einfaches Mitglied des Bundestags. Als Vortragsredner reist er durchs Land. Über die Höhe der Honorare brach nach seiner Nominierung eine Debatte vom Zaun.

Die Auftritte Merkels und Steinbrücks sind nicht überraschend. In Wahlkämpfen ist Schützenhilfe aus Berlin ein normaler Vorgang. Doch wirklich nötig ist die Unterstützung nicht. Denn nach Lage der Dinge machen beide politischen Lager alles richtig. Freuen kann sich allerdings nur eine Seite: Geht es nach den Umfragen, können SPD und Grüne in Berlin den Sekt kaltstellen.

Die bisherige schwarz-gelbe Regierung in Hannover steht demnach vor der Ablösung, Rot-Grün käme nach zehn Jahren Schwarz-Gelb wieder an die Macht an der Leine. Für Schwarz-Gelb mit CDU-Kanzlerin Merkel wäre das ein Menetekel für den Herbst. Die SPD-Spitze um Steinbrück dürfte dann genauso wie die Grünen-Spitze um die Chefs Claudia Roth und Cem Özdemir jubeln und kräftigen Schub für ihre Ambitionen sehen, Merkel vom Kanzlersessel zu verdrängen.

Eher unwahrscheinlich dürfte sein, dass die Klage Steinbrücks über ein zu geringes Kanzlergehalt vom Jahreswechsel der SPD in Hannover mit ihrem bundesweit nahezu unbekannten Spitzenkandidaten Stephan Weil noch einen Strich durch die Rechnung macht. Zwar zeichnet sich bei der Wahl laut einer Umfrage von Infratest dimap im Auftrag des NDR ein spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen ab. Doch zwei Wochen vor der Stimmabgabe hat Rot-Grün weiter eine Mehrheit, auch wenn die CDU erneut das beste Ergebnis aller Parteien erzielen kann.

Kommentare (10)

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Account gelöscht!

04.01.2013, 16:41 Uhr

Warum redet hier denn keiner von den alternativen Parteien? Der Eindruck verfestigt sind, daß es nur die Etablierten gibt. Stimmt ja eigentlich auch, ein Unterschied in deren Politikrichtungen ist für mich nicht erkennbar. Insbesondere in Bezug auf Euro und EU - alle hörig. Wenn die Niedersachsen was wären, würden sie geschlossen keine der ertablierten Parteien wählen. Aber man wird sehen: Das Deutsche Schaf ist unbelehrbar und daher darf sich nachher auch keiner beschweren, wenn die ganze Chose irgendwann in die Luft fliegt. IHR habt sie gewählt!

Heinz-Peter

04.01.2013, 16:42 Uhr

Bevor hier wieder alle möglichen Kommentare durchs Netz gejagt werden sollten wir abwarten was uns

M a g r i t 117888

zu sagen hat. Dann haben wir eine Orientierung.
Neben Magrits Pauschalbezeichnung "FDJ-Tussi" für Frau Merkel wollen wir mal ihre sonstigen Ergüsse abwarten.

Also bitte Magritt117888, legen Sie los. Ihre Fans warten bereits.

Account gelöscht!

04.01.2013, 16:49 Uhr

Ja, ja...immer alles retten wollen, wenn es längst zu spät dafür ist und der Bürger sich bereits für Strafmaßnahmen entschieden hat: die Stimme des Volkes erhält die FDP mit dem freundlichen, unverdorbenen, bürgernahen Philipp Rösler - Jawoll...ich freu mich schon auf die ganzen dummen Gesichter...hahahahaha

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