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23.08.2013

18:22 Uhr

Wahlkampf an Stadien

Juso-Kampagne gegen Hoeneß geht nach hinten los

Zehntausende Postkarten, die Angela Merkel und Uli Hoeneß beim „Steuern“ von dessen Steueraffäre zeigen, wollten die Jusos vor deutschen Fußballstadien verteilen. Harsche Kritik kommt aber nicht nur aus der Politik.

Bundeskanzlerin Angela Merkel und  Uli Hoeneß: Mit einem ähnlichen Motiv wollten die Jusos im Wahlkampf punkten. dpa

Bundeskanzlerin Angela Merkel und Uli Hoeneß: Mit einem ähnlichen Motiv wollten die Jusos im Wahlkampf punkten.

BerlinBei Fußballfans – gerade jenen von den Arbeiter-Klubs wie Borussia Dortmund und Schalke 04 – kann man mit einer Werbeaktion gegen Bayern-Präsident Uli Hoeneß sicher punkten. Dachten sich wohl zumindest die Jusos. Sie wollten vor allem an Fans von Borussia Dortmund und Schalke 04 sollen am kommenden Wochenende bis zu 100.000 Postkarten verteilen, die Kanzlerin Angela Merkel (CDU) beim Handschlag mit Bayern-Präsident Uli Hoeneß zeigen. In Anspielung auf dessen Steueraffäre wurden Merkel die Worte „Glückwunsch Uli! Wir Steuern das schon“ in den Mund gelegt. FDP und CSU reagierten empört.

Doch nicht nur in der Politik, auch in der Bundesliga erhält die Aktion für scharfe Kritik. Borussia Dortmund bittet die Initiatoren der Kampagne nachdrücklich, vor und nach dem Freitagsspiel der Borussia gegen Werder Bremen „auf die Durchführung der geplanten Aktion zu verzichten“. „Wir verweigern der Durchführung einer solchen Aktion bei uns im Stadion die Zustimmung, weil sich Borussia Dortmund politischer Neutralität verpflichtet fühlt“, teilte BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke am Freitagmittag mit.

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Die SPD will zwar eine härtere Gangart gegen Steuerbetrug, betonte aber ausdrücklich, dass dies sei keine Kampagne der SPD sei. Es handele sich um von Grafikdesigner Klaus Staeck gestaltete Karten, die lediglich von Jusos verteilt würden. Auf der Karte findet sich kein SPD-Logo. Laut Generalsekretärin Andrea Nahles wollen die Jusos die Postkarten unter anderem in Hannover, wo Schalke spielt, und beim Heimspiel von Borussia Dortmund gegen Werder Bremen verteilen.

Der schleswig-holsteinische FDP-Fraktionschef Wolfgang Kubicki reagierte mit harscher Kritik. „Die geplante Aktion einer Anti-Uli-Hoeneß-Kampagne ist an Geschmacklosigkeit nicht mehr zu überbieten“, erklärte er am Donnerstag. „Sie ist erbärmlich und zeigt die Verzweiflung der SPD im Hinblick auf desaströse Umfragewerte.“

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Kubicki sagte, er hätte sich nie träumen lassen, dass Peer Steinbrück, den er persönlich sehr schätze, sich auf ein solch niedriges Niveau begebe. Er erwarte von dem Kanzlerkandidaten der SPD, „dass er mit einem Rest an Selbstachtung diese Aktion stoppt“. Der Pranger entstamme der Zeit des Mittelalters. „Im Übrigen sollten die Jusos, wenn sie einen Arsch in der Hose haben, die Karten in München vor dem nächsten Bayern-Heimspiel verteilen“, so Kubicki.

CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt sprach von „antibayerischem Wahlkampf der SPD“ - eine Woche vor der Bundestagswahl wird in Bayern am 15. September ein neuer Landtag gewählt. „Dass die SPD nun im Wahlkampf Aggressionen gegen den FC Bayern schüren will, zeigt die heillose Panik der Genossen“, sagte Dobrindt. „Interner Streit und miese Umfragewerte lassen die SPD-Spitze immer nervöser werden.“ Bayerns SPD-Spitzenkandidat Christian Ude sei scheinbar zu „feige, um der Berliner Parteizentrale auf die Finger zu klopfen“.

Von

dpa

Kommentare (46)

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Torwart

23.08.2013, 18:29 Uhr

Den Sozen gehen die Ideen aus!

Die Sozen werden am Wahltag deutlich unter 20 % landen!

Dann können sie sich auflösen...

AfD wählen!

eksom

23.08.2013, 18:33 Uhr

„Im Übrigen sollten die Jusos, wenn sie einen Arsch in der Hose haben, die Karten in München vor dem nächsten Bayern-Heimspiel verteilen“, so Kubicki.
Herr Kubicki, Ihre arrogante und sehr eitle Art kann konnte ich nie leiden. Aber mit dem einen Wort im Satz oben haben Sie sich als Anwalt für immer disqualifiziert. Einfach erbärmlich auf welches Personal FDP mittlerweile zurückgreifen muss!

Account gelöscht!

23.08.2013, 18:37 Uhr

Nun - es reicht doch wenn alle Welt live miterlebt, das auch Deutschland ein durch und durch korrupter Staat ist.
Merkel treibt den Werteverlust voran und lebt ihn vor.
Ob das nun Uli Hoeneß Steuerhinterziehung oder Christian Wulff's offenen Hände oder Thomas de Maizière's verschwendete Steuermilliarden für nutzlose Drohne sind. Es wird alles mehr oder weniger als Kavaliersdelikt totgeschwiegen. Irgendwie werden diese Schäden schon durch das dumme Volk aufgearbeitet-alternativlos!

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