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12.09.2013

09:15 Uhr

Wahlkampf im Netz

Merkel-Rauten und singende Genossinnen

VonJonas Jansen

Kurz vor der Bundestagswahl geht der Kampf um Stimmen auch im Internet in die heiße Phase. In sozialen Netzen sind viele Politiker aktiv. Doch welche Botschaften sich online durchsetzen, können sie kaum steuern.

Dr. Hannibal Lecter mit Merkel-Raute: Screenshot von der Satireseite merkelraute.tumblr.com

Dr. Hannibal Lecter mit Merkel-Raute: Screenshot von der Satireseite merkelraute.tumblr.com

DüsseldorfWas ist das bloß für ein lustiger Wahlkampf: Andrea Nahles von der SPD versucht sich im Bundestag an einer schiefen Version von Pippi Langstrumpf - und wird in kürzester Zeit zum Youtube-Star. Das Team von Angela Merkel (CDU) plakatiert ein riesiges Wahlplakat am Berliner Hauptbahnhof mit ihrer typischen Handhaltung. Kurzerhand macht das Netz aus dieser Merkel-Raute per Photoshop eine witzige Bilder-Zusammenstellung: Auf dem Merkelrauten-Tumblr werden Körper zu den Händen der Kanzlerin montiert. Da hält Mr. Bean seinen geliebten Teddy fest, Philipp Rösler im Joggingdress seine Bild-Zeitung (als Anspielung auf die USA-Reise des FDP-Wirtschaftsministers) und der Joker von Batman schaut bedrohlich auf sein Wahlvolk hinab.

Vermutlich würde die FDP ihren jüngsten Faux-Pas auch gerne aus dem kollektiven Netzgedächtnis löschen: Die Liberalen nutzten dieselbe Familie für ihre Wahlwerbung wie auch die NPD sowie und ein finnischer Werbespot für Quark:

Geht es nach den Politikern, würden sie logischerweise lieber ihre positiven Wahlkampfslogans verbreiten. Doch dass ein Bild oder Statement im Netz populär wird, entsteht durch eine eigene Dynamik. So passierte es etwa mit der „Schlandkette“ der Bundeskanzlerin beim TV-Duell und beim Ausspruch ihres Kanzleramtsministers Ronald Pofalla, der die NSA-Affäre kurzerhand eigenhändig für beendet erklärte. Während die Bildersammlung „Pofalla beendet Dinge“ noch den Protest der Netznutzer über die Abwiegelung der Überwachungsaffäre ausdrückt, diente die Schlandkette bei Twitter bloß der Erheiterung. Diesen humorige Umgang kann man kritisieren, doch ist er auch eine Begleiterscheinung des Wahlkampfes im Netz. Es wird zunehmend selbstverständlich für die Parteien, sich in Sozialen Netzwerken zu präsentieren - und genauso wird der Spott über manche Themen nicht mehr bloß am Stammtisch, sondern im Internet verbreitet.

Denn auch die Trends zur Wahl sind im Netz präsent: Die Seite Twitterwahlen.de wertet Empfehlungs-Tweets aus und soll ein Stimmungsbild vermitteln. Ähnlich funktioniert das Tool Twitterbarometer des Bloggers und Autors Sascha Lobo: Es soll die „politische Stimmungslage im digitalen Deutschland“ erfassen. Die Krux dabei: Netzaffine Parteien wie die Piraten sind in diesen Umfragen meist deutlich überrepräsentiert. Ebenso die Unterstützer der Alternative für Deutschland, deren Facebook-Seite derzeit so schnell wächst, wie von keiner anderen Partei - während die klassischen Wähler von CDU oder SPD sich eher nicht an diesem Stimmungsbild beteiligen.

Kommentare (6)

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Wechselwaehler

12.09.2013, 10:07 Uhr

Nahles besteht eh nur aus Platitüden.
Symptomatisch,für die gesamten Blockparteien.
Kein Wunder,wenn die AfD einen Appell an den
gesunden Menschenverstand richtet.
Zulange schon,wurde auf diesem herumgetrampelt.
Der politisch interessierte,war dieser Unterforderung
seines Intellekts,schon längst überdrüssig.
Auch die intuitive Wahrnehmung,läßt sich nicht
ausblenden.Der Bürger,wenn er schon Zusammenhänge nicht
versteht,fühlt,das hier was nicht stimmt.

elly

12.09.2013, 11:10 Uhr

Also mit dieser Rautendarstellung fühle ich mich als Deutscher beleidigt!

Hände darstellen und glauben das reicht, also dümmer geht es wohl nicht mehr!

Ich möchte klare Ansagen was in Zukunft für dieses Land entschieden wird!
Vor allem keine Platititüten, was nicht schon in den letzten 4 Jahren hätte erledigt werden können!

Ich sag nur Gurkentruppe......

HofmannM

12.09.2013, 12:56 Uhr

Der Inhalt (Wahlprogramm) und die Werteausrichtung/Vertrauenswürdigkeit einer Partei sind immer noch maßgebend für eine Wahlentscheidung für oder gegen diese Partei.
Darum wandern auch immer mehr von den etablierten Partein von CDU/CSU/FDP/GRÜNE/SPD/Linke ab. Davon profitiert sehr stark die AfD. Und auch von den Nichtwählern sind sehr viele zu AfD Anhängern geworden. Die AfD (Alternative für Deutschland) ist bodenständig und in der bürgerlichen Mitte verankert. Diese Partei spricht Themen offen an und hat eine klare Stellung zu den verschiedenen Politikfeldern. Auf so eine Partei hat der deutsche Vernunft und Verstand Bürger schon lange gehofft. Aufstehen für Deutschland und am 22.09.2013 AfD wählen. ZUM WOHLE DES DEUTSCHEN VOLK! Danke!

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