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11.01.2013

20:53 Uhr

Wahlkampf in Niedersachsen

Ehepaar Schröder legt sich für Weil ins Zeug

Gerhard Schröder und Gattin Doris Schröder-Köpf bescheren SPD-Spitzenkandidat Stephan Weil bei dessen Neujahrsempfang eine Menge Aufmerksamkeit. Und der Altkanzler macht noch einmal kräftig Stimmung.

Alt-Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD, r) und SPD-Spitzenkandidat Stephan Weil: Unterstützung im Wahlkampf. dpa

Alt-Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD, r) und SPD-Spitzenkandidat Stephan Weil: Unterstützung im Wahlkampf.

HannoverDie SPD setzt im niedersächsischen Landtagswahlkampf auf den „Doris-Faktor“: Die Gattin von Ex-Kanzler Gerhard Schröder erwies sich am Freitagabend beim Neujahrsempfang von SPD-Spitzenkandidat Stephan Weil in Hannover wieder einmal als Medien-Magnet. Im Mittelpunkt stand die Begegnung mit türkischen und türkischstämmigen Bürgern. Doris Schröder-Köpf war Ehrengast - genauso wie ihr Ehemann.

Unabhängig voneinander, mit räumlicher Distanz, schütteln sie Hände, lächeln und posieren für die Kameras. Der Ex-Kanzler strahlt in die Menge - ihm scheint seine neue Rolle „als Mann an ihrer Seite“ zu gefallen. Seit seine Ehefrau für ein Mandat im niedersächsischen Landtag kandidiert, ist er verstärkt zuständig für die Kinderbetreuung und den Familienhund „Holly“. „Inzwischen läuft alles sehr gut“, meint Schröder-Köpf dazu. Aber: Sie ist auch froh, dass ihre Mutter zur Verstärkung gekommen ist und nun auch mal „was Warmes“ kocht.

TV-Duell McAllister gegen Weil: Zwei Kandidaten auf Augenhöhe

TV-Duell McAllister gegen Weil

Zwei Kandidaten auf Augenhöhe

David McAllister (CDU) und Stephan Weil (SPD) streiten sich über die Linken.

Gerhard Schröder kokettiert in seiner Rede mit seiner neuen Rolle. Er habe am Vorabend das TV-Duell von Weil und CDU-Spitzenkandidat David McAllister am heimischen Fernseher verfolgt, erzählt er: „Weil ich zu Hause auf die Kinder aufpasse - das ist meine Hauptaufgabe gegenwärtig, wenn ich nicht rede.“

Dann legt der 68-Jährige los. Aber nicht mit Landespolitik: „Das ist länger her.“ Stattdessen geht es um die Europäische Union. Er habe schon immer zu denen gehört, die für einen Voll-Beitritt der Türkei plädiert habe. Bei den Umbrüchen des arabischen Frühlings könne sie als kulturelle Nahtstelle eine große Rolle spielen.

Schröder redet frei und ist spürbar in seinem Element - auch wenn er anfangs noch kokettiert hat: „Ich habe meine Rede aufgeschrieben, weil ich das freie Reden verlernt habe.“ In der heißen Endphase des Wahlkampfs will er kommende Woche mehrfach als Gast öffentliche Auftritten wahrnehmen, um im Dienste der Partei Stimmung zu machen.

Für Doris Schröder-Köpf ist der prominente Name nicht immer einfach: Die zerbrechlich wirkende Ex-Journalistin versucht in Interviews zwar stets, sich mit ihren Anliegen Gehör zu verschaffen - wird aber immer wieder mit Fragen zum Gatten überschüttet.

Auch wenn Schröder-Köpf diese Fragen nerven: SPD-Herausforderer Weil braucht die Aufmerksamkeit um das Politikerpaar, kämpft der Hannoveraner Oberbürgermeister außerhalb der Stadtgrenzen doch seit Wochen gegen seine relative Unbekanntheit an. Der „Doris-Faktor“ und die Polit-Prominenz aus Berlin sichern Interesse über die Landesgrenzen hinaus - gerade jetzt, wo der rot-grüne Vorsprung neuesten Umfragen zufolge schmilzt.

Bei einem rot-grünen Wahlsieg jedenfalls will Weil Schröder-Köpf zur Beauftragten für das Thema Integration machten. Kein Minister-Posten, wie oft spekuliert, aber doch ein deutlich herausgehobener Posten in der Staatskanzlei.

Von

dpa

Kommentare (9)

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Dominik

11.01.2013, 22:13 Uhr

Hätte der SPD Kandidat Stephan Weil Rückrad würde er dankend auf diesen Paar verzichten. Was ist das für ein Aufbruch mit diesem Agenda Denkmal. (Frei nach dem Motto die Arbeitnehmer habe ich verraten und verkauft aber bitte liebt mich). Mit Schröder wird es nie mehr eine gesunde und starke Sozialdemokratie geben. Schröder steht für Arroganz und Starrsinn. Diese SPD hat sich überlebt,

Wortspiel

11.01.2013, 22:55 Uhr

@Dominik

Stephan Weil hat sicherlich kein "Rückrad", sonst wäre er vermutlich in der FDP, die eine rückwärts gerichtete Regierungsarbeit leistet und immer wieder rückwärts radelt!

Schlimmer wäre es, wenn sich die Wulffs für McAllister ins Zeug legen würden. Dann könnte man wirklich bezweifeln, ob McAllister Rückgrat besitzt!

BundeskanzlerSchredderAde

11.01.2013, 23:18 Uhr

Nur wer die Vergangenheit vergessen machen will hat Zukunft. Nun, da die Familie Schröder-Köpf mit von der Party sein wird, erlaube ich mir mal laut zu sagen, richtig unpassend das Aufblitzen von Camerado Gerd im Wahlkampf, wenn auch "nur" als Zuschauer. Hilfreich, finde ich, und das muß ja nicht das Gelbe vom Ei sein, nun wirklich nicht.

Frei dem Motto, wer nicht loslassen kann, hält den Bogen immer noch gespannt. Muß er das, denn eine Pfeil darinnen, das hat er wohl nicht mehr. Wie heißt das so schön, mit Menschen von vorgestern, kannst du morgen keinen Krieg gewinnen.

Wir wissen aber, bei der spd "scheint" alles möglich.

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