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22.03.2013

11:24 Uhr

Wahlkampf

Was man über das Kanzlerduell wissen muss

Das Kanzlerduell ist mittlerweile Tradition beim Wahlkampf. Doch wer sind die Moderatoren des Kanzlerduells? Gibt es eigentlich eins - oder doch zwei? Und wann findet es statt? Die Fakten zum Kanzlerduell im Überblick.

Das Kanzlerduell zur Bundestagswahl ist seit 2002 Tradition.

Das Kanzlerduell zur Bundestagswahl ist seit 2002 Tradition.

DüsseldorfWas in den USA schon lange üblich ist, ist in Deutschland erst seit 2002 fester Bestandteil des Wahlkampfes - das Kanzlerduell im Fernsehen. Immer kurz vor er Wahl findet es statt. Das erste Kanzlerduell der Bundesrepublik gab es zwischen Gerhard Schröder (SPD) und Edmund Stoiber (CSU).

Kanzler Schröder und sein Herausforderer trafen sich zu einer Hin- und einer Rückrunde - einmal bei den privaten Sendern, einmal bei den öffentlich-rechtlichen. Für die nachfolgenden Kanzlerkandidaten gab es nur ein Duell: 2005 Gerhard Schröder und Angela Merkel (CDU) - obwohl Schröder gerne zwei gehabt hätte, Merkel das aber ablehnte und 2009 zwischen Merkel und Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier (SPD).

Stefan Raab über Unterhaltung und Politik: „Provokation ist gut, aber dann muss man Leistung liefern“

Stefan Raab über Unterhaltung und Politik

exklusiv„Provokation ist gut, aber man muss liefern“

Im Handelsblatt-Gespräch verrät Stefan Raab, was ihn auf die politische Bühne treibt.

Über die Moderatoren des Kampfes wurde viel diskutiert - nicht zuletzt über Stefan Raab. Dieses Jahr wird Anne Will für die ARD vor der Bundestagswahl das Fernsehduell moderieren. Außerdem eben für die Sendergruppe ProSiebenSat.1 Stefan Raab. Das ZDF und RTL schicken Maybrit Illner und Peter Kloeppel als Moderatoren zum Duell.

„Absolute Mehrheit“

Absolute Mehrheit: Die Neuerfindung des Polittalks

Im Wahljahr will Stefan Raab die politische Talkshow neu erfinden. Auf den ersten Blick wird „Absolute Mehrheit“ zwar wie eine konventionelle Runde von Politikern – doch durch ein paar spielerische und finanzielle Elemente setzt sich das Raab-Format weit von der Konkurrenz ab.

Mehr Wettbewerb

Auch bei Raab sitzen Politiker, in der Regel vier aufstrebende, ergänzt durch einen politisch interessierten „Normalbürger“. Aber die Teilnehmer treten gegeneinander an – nach den beiden ersten Runden stimmen die Zuschauer ab, der jeweils letztplatzierte darf zwar weiterreden, scheidet aber aus der Wertung aus.

Mehr Geld

Wer in der letzten Runde die absolute Mehrheit der Stimmen der Zuschauer erringt, gewinnt 100.000 Euro – in bar. Da diese Hürde relativ hoch ist, wurde der Gewinn in den ersten beiden Sendungen nicht ausgezahlt, damit liegt der Jackpot bereits bei 300.000 Euro.

Mehr Risiko

Die Teilnehmer laufen also Gefahr, beim Votum der Zuschauer durchzufallen und sich unmittelbar zu blamieren. Die Politiker müssen volles Risiko fahren – und mit ihrer ganzen Persönlichkeit für sich kämpfen.

Mehr Themen

Die Sendungen sind multithematisch. Nach zehn Minuten sei ohnehin alles gesagt, findet Stefan Raab, daher geht es so weit in die Tiefe, dass nur noch Experten mitkommen. Bei „Absolute Mehrheit“ gibt es daher immer drei Themen.

Kubickis große Show

Die Auftaktsendung fand trotz der späten Sendezeit immerhin 1,8 Millionen Zuschauer, die vor allem Raabs Debüt sehen wollten. Zu den Themen Steuergerechtigkeit, Energiewende und Soziale Netzwerke traten Michael Fuchs (CDU) Thomas Oppermann (SPD) Wolfgang Kubicki (FDP) Jan van Aken (Linke) und die Unternehmerin Verena Delius gegeneinander an. Am Ende triumphierte Kubicki mit 42,6 Prozent.

Ladies Night

Bei der zweiten Sendung schalteten nur noch 800.000 Zuschauer ein. Zur Ladies Night kamen Dorothee Bär (CSU), Yvonne Ploetz (Linke) Linda Teuteberg (FDP), Katja Dörner (Bündnis '90/Die Grünen) und der Musiker Olli Schulz. Es ging um die Frauenquote, die Tugendrepublik Deutschland und  den Mitwahnsinn. Es gewann erneut die FDP, mit 39,9 Prozent.

Sido gegen Buschkowsky

In der dritten Sendung am Sonntag ab 22.50 Uhr geht es um den Drogenkonsum der Jugend, das Wahlrecht ab 16 und die Managergehälter. Eingeladen sind der Berliner  Bezirksbürgermeister Heinz Buschkowsky (SPD), der Berliner Rapper Sido, Jens Spahn von der CDU, Caren Ley für die Linke und Boris Palmer für die Grünen.

Die ARD, das ZDF, RTL und die ProSiebenSat.1-Gruppe richten die TV-Duelle immer gemeinsam aus. Zur Wahl 2009 hatte die ARD Frank Plasberg in die Duelle der Kanzlerkandidaten geschickt, 2005 und 2002 Sabine Christiansen. Für Sat.1 war 2009 und 2002 Peter Limbourg im Einsatz, 2005 war es Thomas Kausch.

Die Termine für ein oder möglicherweise auch zwei Duelle stehen bislang noch nicht fest. Es findet allerdings in der Regel rund zwei Wochen vor der Wahl statt. Ein Termin im September ist also wahrscheinlich - gewählt wird am 22. September. Ebenfalls gilt es als wahrscheinlich, dass es auch dises Jahr nur ein Duell geben wird.

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