Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

09.09.2013

12:35 Uhr

Wahlkampfhilfe

Helmut Kohl unterstützt die FDP

VonDietmar Neuerer

„Zweitstimme ist Merkel-Stimme“: Die Union hat im Wahlkampf nichts zu verschenken, nicht einmal die FDP kann auf Unterstützung hoffen. Das sieht Altkanzler Kohl anders. Er sympathisiert offen mit den Liberalen.

Altkanzler Helmut Kohl: FDP-Fan durch und durch. Reuters

Altkanzler Helmut Kohl: FDP-Fan durch und durch.

BerlinUnverhofft kommt oft: Wenn Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sich im Wahlkampf schon nicht für die schwindsüchtigen Liberalen stark macht, dann muss ihr einstiger Lehrmeister ran. Für Helmut Kohl (CDU) gibt es kein Vertun. Dem Altkanzler liegt sehr viel daran, dass die FDP wieder den Sprung in den Bundestag schafft und dass sie dabei auch eine Stärke erreicht, die eine Fortsetzung der schwarz-gelben Koalition ermöglicht. Seine Unterstützung signalisierte er dem FDP-Spitzenkandidaten Rainer Brüderle und dem Parteivorsitzenden Philipp Rösler persönlich – bei einem Plausch am Sonntagnachmittag in Ludwigshafen.

Damit schlägt Kohl einen anderen Weg als Merkel ein. Am Wochenende machte die Kanzlerin bei einer CDU-Großveranstaltung in Düsseldorf deutlich, dass es keine Stimmen zu verschenken gebe und Erst- und Zweitstimme am besten bei der CDU und CSU aufgehoben seien. Unions-Fraktionschef Volker Kauder ließ wissen, dass die Union weiter mit der FDP plane. Er sagte aber auch, dass eine Fortsetzung der schwarz-gelben Regierung nur die „zweitbeste“ Lösung“ sei, weil ihm eine absolute Mehrheit noch lieber wäre. CDU-General Hermann Gröhe wurde noch deutlicher. „Zweitstimme ist Merkel-Stimme“, forderte er die Wähler auf.

Das Kalkül dahinter: Die Union will Rot-Rot-Grün verhindern. Im Gegenzug könnte sie aber auch den Liberalen ihre Regierungsaussichten verbauen. Zumal nicht ausgeschlossen ist, dass die eurokritische Alternative für Deutschland (AfD) der FDP Wähler nun erst recht Wählerstimmen abgräbt, nachdem selbst Merkel die Partei als Gefahr sieht. In der „Bild am Sonntag“ schloss sie vorsorglich eine Koalition mit der AfD aus. Das könnte der Anti-Euro-Partei jedoch Wähler zutreiben, die dann am Ende Schwarz-Gelb fehlen könnten.

Helmut Kohl ist denn auch eher für Klarheit in der Sache. Ein Herumlavieren in der Koalitionsfrage mag er nicht. Im Gespräch mit Brüderle und Rösler machte er daraus keinen Hehl. An Brüderle gewandt sagte Kohl laut „Bild“-Zeitung: „Schön, dass es Ihnen wieder so gut geht. Ihre Auftritte im Wahlkampf gefallen mir sehr.“ Das Lob für den FDP-Fraktionschef, der bei einer Wahlkampfveranstaltung stürzte und sich mehrere Frakturen zuzog, kommt nicht von ungefähr. Kohl schätzt an Brüderle, dass er „immer wieder auch von den Werten redet, die unsere bürgerliche Politik immer ausgemacht haben und heute noch ausmachen“.

Kommentare (20)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Senfkorn

09.09.2013, 13:05 Uhr

Zumindest in Sachen Euro(pa) ist es offenbar wirklich Jacke wie Hose, wen von den Etablierten man wählt:

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/09/09/bundestag-abgeordnete-wollen-mehr-bruessel-und-weniger-deutschland/#comments

werner

09.09.2013, 13:16 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

K.West

09.09.2013, 13:23 Uhr

Dr. Helmut Kohl denkt, die FDP schafft es nicht. Das wäre dann die große Koaltion. Dies widerum liegt nur daran, dass Merkel die Alternativen ignoriert. Man redet sie klein: http://www.piratenpartei-nrw.de/2013/09/05/die-arroganz-der-macht-cdu-politiker-redet-nicht-mit-neuen-parteien Man ignoriert deren Kernkompetenzen.

Europa ist für Deutschland wichtig und umgekehrt.

Es fehlt jedoch an politischem Profil auf dem Pakett wie in der Diplomatie. Kein Aufbäumen - wie auch, wenn die Kontrollen versagen: Sowohl beim Euro als auch beim 50-Milliarden € - Thema der Wirtschaftsspionage.

Wer die FDP wählt, kann jedoch auch die CDU wählen - sie handeln gleichermaßen wie folgende Parteien im Kontrollgremium: http://www.wz-newsline.de/home/politik/nichts-gewusst-1.1420437

Jetzt stellen Sie sich vor, Sie würden so arbeiten?

Wie würde Ihr Chef Sie versuchen - bei der Arbeitsverweigerung und ungenügenden Kontrolle - loszuwerden: http://www.handelsblatt.com/finanzen/recht-steuern/arbeitsrecht/arbeitsrecht-im-visier-der-chefs/8745290.html ?

Doch der bequeme Wähler sagt sich: Es soll so bleiben wie es ist - sie dürfen!

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×