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12.10.2012

16:57 Uhr

Wahlkampfveranstaltung

Stuttgarter pfeifen Merkel aus

Besonders willkommen war die Kanzlerin am Freitag in Stuttgart nicht. Zahlreiche Bürger pfiffen Angela Merkel bei einer Kundgebung mit dem Oberbürgermeisterkandidaten aus. Grund dafür: Stuttgart 21.

Die Stuttgarter waren vom Auftritt der Kanzlerin nicht begeistert. Viele nehmen ihr das Pro zu „Stuttgart 21“ übel. dpa

Die Stuttgarter waren vom Auftritt der Kanzlerin nicht begeistert. Viele nehmen ihr das Pro zu „Stuttgart 21“ übel.

StuttgartDebakel im Regen: Eine Wahlkampfveranstaltung mit dem Stuttgarter OB-Kandidaten Sebastian Turner und Kanzlerin Angela Merkel (CDU) ist von lauten Buh-Rufen übertönt worden. Menschen, die zum Teil Plakate gegen das umstrittene Bahnprojekt Stuttgart 21 trugen, versuchten die Veranstaltung am Freitag mit Pfiffen, Sprechchören und Trommeln zu stören. Zudem regnete es in Strömen, als Merkel und Turner auf die Bühne traten.

Die Kanzlerin war nach Baden-Württemberg gekommen, um dem parteilosen OB-Kandidaten Turner den Rücken zu stärken. CDU, FDP und Freie Wähler unterstützen den Werbeprofi. Beim ersten Wahlgang am Sonntag war Turner mit 34,5 Prozent der Stimmen zwei Prozentpunkte hinter dem Grünen-Politiker Fritz Kuhn auf Platz zwei gelandet. Keiner der Kandidaten erreichte die absolute Mehrheit der Stimmen. Deshalb muss am 21. Oktober ein zweites Mal gewählt werden.

In ihrer Rede empfahl Merkel Sebastian Turner als nächstes Stadtoberhaupt. Von den Pfiffen ließ sie sich dabei nicht beirren. „Eines können wir sagen: Es ist schön laut hier“, sagte die Kanzlerin. „Hier darf man demonstrieren. Hier darf man seine Meinung sagen“, rief sie den Menschen auf dem Marktplatz zu. Aber wenn es um die Zukunft gehe, dann müsse man sich für jemanden entscheiden, der mehr könne als pfeifen. „Und das ist Sebastian Turner.“

Kommentare (24)

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12.10.2012, 17:12 Uhr

aber Frau Merkel liebt uns doch alle!

Katzenfreund

12.10.2012, 17:25 Uhr

Man darf nicht vergessen, dass sich die CDU diesen Auftritt selber eingebrockt hat.

Der Schwarze Donnerstag, der 30.9.12, an dem Hunderte von BürgerInnen in Stuttgart durch Wasserwerfer, Pfefferspray und Polizeiknüppel verletzt wurden, ist nicht vergessen. Ebensowenig der Mittlere Schlossgarten, der ohne Not im Februar zerstört wurde - obwohl es im Schlichterspruch hiess: es werden keine gesunden Bäume gefällt.

Wenn man die eigenen BürgerInnen nicht respektiert, dann darf man auch keinen Respekt von ihnen erwarten.

Ich hoffe Frau Merkel wird dieses Wahlkampfdebakel heute nicht so schnell vergessen.

Wir jedenfalls vergessen nicht. Weder die Verletzungen, noch den Mittleren Schlossgarten, noch die gebrochenen Versprechen.

Nichts ist davon weder juristisch noch politisch aufgearbeitet worden. Solange dies nicht geschehen ist, bleibt Stuttgart eine gespaltene Stadt.

Es stimmt, dass die Stuttgarter laut 'Lügenpack' rufen. es stimmt aber auch, dass sie allen Grund dazu haben.

Thomas-Melber-Stuttgart

12.10.2012, 17:29 Uhr

Ich sage eher, Stuttgart pfeift auf Frau Merkel.

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