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24.09.2013

19:15 Uhr

Wahlparty

Tote Hosen spotten über CDU-Gesang

Nach ihrem Sieg am Sonntag sah ganz Deutschland die CDU-Spitze singen und tanzen. „Wie ein Autounfall“ spotten jetzt die Toten Hosen über diese Showeinlage, zu der sie unfreiwillig die Musik lieferten.

„Tage wie diese“: Volker Kauder singt, die CDU-Spitze um Kanzlerin Merkel klatscht begeistert. dpa

„Tage wie diese“: Volker Kauder singt, die CDU-Spitze um Kanzlerin Merkel klatscht begeistert.

DüsseldorfDie nächtliche Gesangseinlage der CDU mit dem Tote-Hosen-Hit „Tage wie diese“ hat die Düsseldorfer Band jetzt bis ins Studio verfolgt. „Uns persönlich kam die Darbietung eher wie ein Autounfall vor: Nicht schön, aber man schaut trotzdem hin...“, posteten sie am Dienstag auf ihrer Facebookseite aus dem Übungsraum.

Vorher hatten viele Fans sie über Twitter und Facebook gedrängt, zu reagieren. Eins sei ja wohl klar, schrieb die Band daraufhin: „Das grausam vorgetragene Lied war immer noch mit Abstand die beste Leistung, die die CDU in letzter Zeit hervorgebracht hat.“

Die Toten Hosen hatten sich schon im Wahlkampf davon distanziert, dass Parteien ihre Musik einsetzen. Sie hätten nie ein Problem damit gehabt, wenn ihr Lied „vom Punkschuppen bis zum Oktoberfest“ Freude bereite. „Wir empfinden es aber als unanständig und unkorrekt, dass unsere Musik auf politischen Wahlkampfveranstaltungen läuft“, hieß es in der Distanzierung. 54.000 Fans hatten das auf Facebook unterstützt.

Die Toten Hosen: Erst schwiegen sie - jetzt spotten sie umso bissiger. dpa

Die Toten Hosen: Erst schwiegen sie - jetzt spotten sie umso bissiger.

Doch das hielt die siegestrunkenen Unionspolitiker nicht davon ab, den Song nach dem Wahlsieg zu schmettern. Im Kurznachrichtendienst Twitter kritisierte ein Schreiber: „So wie die CDU gnadenlos die Musik der Toten Hosen missbraucht, missbraucht sie auch die Macht“. Die Union könne sich doch nun ein eigenes Lied kaufen und müsse nicht mehr von den Hosen klauen, empörte sich ein anderer Nutzer.

Unionsfraktionschef Volker Kauder gab am Morgen nach der Gesangseinlage die Verantwortung weiter: „Der Generalsekretär hat gesagt, dass Wahlsieger das Lied singen dürfen.“ Soll wohl heißen: Ein Missbrauch zu Wahlkampfzwecken scheidet schon deswegen aus, weil der Wahlkampf vorbei war, als das Lied erneut ertönte.

Die Toten Hosen hatten bis Dienstagabend geschwiegen, weil sie nach Angaben ihres Managements in einem Studio und von der Außenwelt abgeschnitten waren.

Von

dpa

Kommentare (17)

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Oliver42

24.09.2013, 19:40 Uhr

1996 noch waren die Toten Hosen bei von der Leyen zuhause und "zerlegten" dort die Einrichtung. Und nun 17 Jahre später tanzen und singen Ministerin von der Leyen und Kanzlerin Merkel nach dem aktuellen Hit der Toten Hosen.

Erstaunlich welche Geschichten das Leben immer wieder schreibt,

Champagnerpralinee

24.09.2013, 19:52 Uhr

Die toten Hosen spotten über die CDU-Gesänge: na, da treffen sich ja gleich zwei, die eher von Brüllen als von Singen eine Ahnung haben.

Sowas macht ja richtig Lust auf die Zukunft: hier wie dort brüllen die Primaten.

Westfale

24.09.2013, 20:03 Uhr

Lieder wie „Tage wie diese“ von den Hosen oder "Einigkeit und Recht und Freiheit" und "Alle Vögel sind schon da" von August Heinrich Hoffmann von Fallersleben sind nach meiner Meinung Brauchtum und dürfen von jedem gesungen werden .... auch wenn es sich bescheiden anhört. ;)

(Wobei der Text der Hosen natürlich Lyrik ist gegen die Schüttelreime eines „von Fallersleben“)

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