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31.05.2011

07:46 Uhr

Wahlumfrage

Union fällt auf Jahrestief

Die Wahl in Bremen kostet die Union nun auch bundesweit Vertrauen beim Wähler. Der Höhenflug der Grünen ist weiter nicht zu stoppen - für die FDP gibt es dagegen beunruhigende Nachrichten

Merkel verliert bei den Wählern Vertrauen. Quelle: Reuters

Merkel verliert bei den Wählern Vertrauen.

Nach dem Wahlabsturz in Bremen muss die Union auch im bundesweiten Trend Federn lassen: Im stern-RTL-Wahltrend büßt sie 2 Punkte ein und fällt zum dritten Mal in diesem Jahr auf ihr Jahrestief von 30 Prozent. Die SPD hat dagegen im Ansehen der Wähler zugelegt. Sie im Vergleich zur Vorwoche um 3 Punkte auf 24 Prozent. Sie liegt aber immer noch hinter den Grünen, die zum vierten Mal in Folge 26 Prozent erreichen.

Auch die Liberalen,, die in Bremen scheiterten, verschlechtern sich: Sie verlieren einen Punkt und rutschen mit 4 Prozent wieder unter die Fünf-Prozent-Marke. Die Linke gibt ebenfalls einen Punkt ab, sie sinkt auf 8 Prozent. Für "sonstige Parteien" wollen 8 Prozent der Wähler stimmen (+1).

Wenn jetzt Wahl wäre, könnten Grüne und SPD auf eine absolute Mehrheit von zusammen 50 Prozent der Stimmen hoffen. Sie hätten einen Vorsprung von 16 Punkten vor dem schwarz-gelben Regierungslager (gemeinsam 34 Prozent).

Forsa-Chef Manfred Güllner sagte dem stern, die Wähler der Union seien auch durch die Debatte um die Großstadtkompetenz der Partei und die lauter werdende Kritik am Kurs von Kanzlerin Angela Merkel verunsichert. Die Lage der SPD sei trotz des aktuellen Zugewinns "katastrophal".

Güllner: "Sie hat sich immer noch nicht von ihrem historischen Tief bei der letzten Bundestagswahl erholt." Dass Parteichef Sigmar Gabriel vergangene Woche im stern linken Reformern eine neue Heimat angeboten habe, nannte der Forsa-Chef eine "nicht falsche Überlegung", denn besonders die ostdeutschen Linke-Wähler ähnelten in ihrer Struktur denen der SPD. Güllner: "Hauptaugenmerk muss aber sein, die zehn Millionen früheren Wähler der SPD zurückzugewinnen."

Von

dapd

Kommentare (3)

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Account gelöscht!

31.05.2011, 09:47 Uhr

Atomkraftgegner werden die Union trotz der Wende in der Atompolitk nicht wählen. Nur, wen sollen Atomkraftbefürworter ihre Stimme geben?
Etwa der vom Sichtum befallenen FDP?

azaziel

31.05.2011, 10:54 Uhr

Fuer Beobachter war seit der Abkehr von Kirchhoff sichtbar, dass Merkel keine Ueberzeugungungen als Grundlage fuer ein politisches Konzept hat. Sie stolpert orientierungslos durch das Tagesgeschehen. Sie waelzt Verantwortung auf Ethikkommissionen ab. In keinem Bereich wird eine gerade Linie sichtbar, stattdessen praktizieren wir den Ausstieg aus dem Ausstieg aus dem Ausstieg, je nach Meinungsumfrage und Wetterlage. Ihre Waehrungspolitik ist tragisch fuer Deutschland, ihre Energiepolitik konfus, in der Gesundheistpolitik hat sie keine Leistungen vorzuweisen, in der Aussenpolitik hat sie uns blamiert und isoliert. Die Liste liesse sich endlos fortsetzen. In keinem einzigen Bereich kommt eine uerzeugende und zukunftsfaehige Politik zustande. Die Schlafmuetzen in der Opposition sind nicht besser, sonst waere die CDU nur noch eine Splitterpartei. Wo sind denn all die Politiker geblieben, deren Stimme bei mir noch Gewicht hatte?

Account gelöscht!

31.05.2011, 19:17 Uhr

Wir haben es mit einem Gesamterosionsprozeß der Parteien und des politischen Systems zu tun, beide sind untauglich, die Probleme zu lösen. Sozialabbau, Bevormundungspolitik und nicht im tatsächlichen Interesse der Deutschen liegendes Krisenmanagement mit Propagandagedöns und Worthülsendauerfeuer werden zu einer weiteren Zersplitterung der Parteienlandschaft und der politischen Einflußstrukturen führen, trotz 5%-Hürde. Die Bürger sind zumindestens irre geworden am Gebaren der etablierten Parteien, ich wage zu behaupten, sie sind inzwischen voller Verachtung.

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