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18.07.2011

12:51 Uhr

Warnung an Kritiker

Westerwelle skizziert Horrorszenario für den Euro

Über kaum ein Thema wird so heftig diskutiert wie über die Euro-Schuldenkrise. Der deutsche Außenminister ließ die Debatte treiben. Nun meldet sich auch Westerwelle zu Wort, freilich ohne Rettungsplan.

Immer am Puls der Zeit: Westerwelle in Mexiko. Quelle: dapd

Immer am Puls der Zeit: Westerwelle in Mexiko.

BerlinBundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) warnt stattdessen eindringlich vor einer Abkehr vom Euro. „All diejenigen, die im Augenblick den Euro oder auch Europa nicht mehr ganz so wichtig nehmen, sollten sich mal überlegen, was aus der deutschen Wirtschaft würde ohne den Euro“, sagte Westerwelle am Montag in Brüssel. „Dann ginge es aber mit uns bergab. Und das muss verhindert werden.“

Die Staats- und Regierungschefs der Euro-Länder kommen am Donnerstag in Brüssel zu einem Sondergipfel zur Zukunft der gemeinsamen Währung zusammen, bei dem es auch um weitere Hilfen für das hochverschuldete Griechenland gehen soll.

„Ich erwarte von dieser Woche, dass sich die Europäer auch klar zu Europa bekennen“, sagte Westerwelle. „Und wir Deutsche werden uns klar zu Europa bekennen.“ Das sei auch im Interesse Deutschlands. „Dass wir den Euro stabilisieren, dass wir Europa schützen, das ist nicht nur europäisches Interesse.“ Das diene deutschen Arbeitsplätzen, fügte Westerwelle hinzu.

Der Sprecher von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), Steffen Seibert, stellte derweil in Berlin klar, dass die Kanzlerin an dem Gipfel in Brüssel teilnehmen wird. „Wenn es einen Gipfel gibt, wird die Bundeskanzlerin immer daran teilnehmen“, sagte Seibert. In einem Interview mit der ARD hatte Merkel am Sonntagabend ihre Teilnahme noch davon abhängig gemacht, ob sich ein konkretes Resultat abzeichne. „Die Bundesregierung beteiligt sich mit aller Kraft daran, ein gutes Ergebnis vorzubereiten, das ein starkes Signal an die Märkte sendet“, sagte Seibert nun.

Bei dem Treffen soll es EU-Diplomaten zufolge einen „politischen Beschluss“ über ein Modell zur Beteiligung privater Gläubiger Griechenlands wie Banken und Versicherungen geben. Es wird nach einem Modell gesucht, das von den Ratingagenturen nicht als Zahlungsausfall gewertet wird. Das will besonders die Europäische Zentralbank (EZB) vermeiden, wie ihr Präsident Jean-Claude Trichet erneut klarstellte.

Falls die Entscheidung der Regierungen zu einem teilweisen Zahlungsausfall oder einem Zahlungsausfall führe, „müssten die Regierungen dafür sorgen, dass dem Euro-System Sicherheiten bereitgestellt werden, die es akzeptieren kann“, sagte Trichet der „Financial Times Deutschland“.

Das Euro-System umfasst die EZB und die 17 nationalen Euro-Zentralbanken. „Die Regierungen sind gewarnt worden, unmissverständlich und mit allen Mitteln“, hob Trichet hervor. Die letzte Einigung auf einen Gipfelbeschluss soll am Mittwochabend bei einem Treffen ranghoher Vertreter der Euro-Regierungen erzielt werden.

Von

afp

Kommentare (23)

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herbert

18.07.2011, 13:22 Uhr

aha, alles bergab.
so wie deutschland vor dem euro nichts exortiert hat.
die herrschaften haben keine ahnung, versuchen nur keine entscheidungen zu treffen und möglichst lange am sessel kleben.
wer sagt, dass es ohne euro nicht geht?
oder griechenland den euro braucht?
im gegenteil, ist gr mal aus der währungsunion, hüpft der euro voller freude!

Profit

18.07.2011, 13:25 Uhr

Ich habe vor ca. 10-12 Jahren mal zufällig neben Westerwelle im Flugzeug gesessen. Er studierte einen Venedig-Führer und verriet, daß gern in die Lagunenstadt mindestens dreimal im Jahr fährt, um zu "träumen". Seit diesem Zeitpunkt weiß ich, daß er nicht ernst zu nehmen ist. Er sollte sich um das Amt des Bürgermeisters von Venedig bewerben, aber uns in Deutschland mit seinen "tiefgründigen" Analysen endlich in Ruhe lassen. Er ist ein Blender vor dem Herrn und versteht von Wirtschaft soviel, wie ein Tukan vom Kuchenbacken!

Account gelöscht!

18.07.2011, 14:07 Uhr

Auh, auh, unser Außenminister fordert ja jetzt schon uneingeschränkte europäische Opferbereitschaft von den Deutschen ein. Er sollte mal besser die Sachlage erklären und Lösungen anbieten die Europa auch eine langfristige Perspektive bieten.

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