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18.09.2014

00:00 Uhr

Warnung des Afrika-Verbands

Ebola-Krise erreicht deutsche Wirtschaft

ExklusivDas Ebola-Virus droht nicht nur eine menschliche Katastrophe zu werden. IWF und Weltbank befürchten gravierende wirtschaftliche Folgen. Und auch der Afrika-Verein der deutschen Wirtschaft schlägt Alarm.

Ebola-Virus: Bedrohung für Menschen und die Wirtschaft. dpa

Ebola-Virus: Bedrohung für Menschen und die Wirtschaft.

BerlinDie Ebola-Epidemie wirkt sich nach Aussage des Afrika-Vereins der deutschen Wirtschaft inzwischen negativ auf die Geschäfte deutscher Unternehmen aus. „Auf die betroffenen Länder bezogen, beobachten wir schon negative Effekte auf den Handel und das Projektgeschäft deutscher Firmen, die zuletzt stark zugenommen hatten“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Verbands, Christoph Kannengießer, dem Handelsblatt (Online-Ausgabe).

Mit „großer Sorge“ beobachte er auch, wie infolge der Epidemie im Westen Afrikas auch die örtliche Wirtschaft „immer stärker“ geschwächt werde. „Lebensmittel werden knapp und Wechselkurse brechen ein“, sagte Kannengießer. Um einen wirtschaftlichen und sozialen Zusammenbruch der Länder zu verhindern, müsse daher „dringend“ mehr getan werden. „Für die Beschlüsse der Bundesregierung, die Hilfe zu verstärken, war es jetzt höchste Zeit“, fügte der Verbandsgeschäftsführer hinzu. „Sie sollten möglichst zügig ins Werk gesetzt werden.“ Das „beherzte Eingreifen der Vereinigten Staaten“ sei überdies „ein Zeichen der Hoffnung“.

Das ist das Ebola-Virus

Das Virus

Das Ebola-Virus gehört zu den gefährlichsten Krankheitserregern der Welt. Es löst ein sogenanntes hämorrhagisches, das heißt mit starken Blutungen einhergehendes Fieber aus.

Die Gefahr

Je nach Erregerstamm sterben 25 bis 90 Prozent der Patienten an einer Ebola-Erkrankung. Trotz intensiver Forschung gibt es weder eine Impfung noch ein Heilmittel.

Der Übertragungsweg

Seinen Ursprung hat das Virus im Tierreich. Menschen können sich über den Kontakt zu erkrankten Tieren infizieren, unter anderem Affen. Von Mensch zu Mensch überträgt sich die Krankheit durch Blut und andere Körperflüssigkeiten.

Die Krankheit

Die Inkubationszeit beträgt zwei Tage bis drei Wochen. Plötzlich setzen Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen, Schwächegefühl und Halsschmerzen ein. Später gehen Nieren- und Leberfunktion zurück, es können schwere innere Blutungen auftreten.

Die Gefahrenzone

Ebola kommt vor allem nahe des afrikanischen Regenwaldes vor. Zum ersten Mal tauchte es 1976 im Sudan und im Kongo nahe des Ebola-Flusses auf. Ihm verdankt die Krankheit auch ihren Namen.

Ungeachtet möglicher Gefahren durch die Ebola-Epidemie reist der Afrika-Verein am Sonntag mit knapp 20 deutschen Firmen in die Republik Kongo und die Demokratische Republik Kongo, in der bereits mehrere Menschen an dem Virus gestorben sind. „Die Resonanz auf die Reise war groß und wir freuen uns, dass sich vor allem die Afrika-erfahrenen Firmen nicht von einem Ebola-Ausbruch verunsichern lassen, der mehrere tausend Kilometer entfernt ist“, sagte Kannengießer. „Das unterstreicht unsere Warnung vor überzogenen Reaktionen, die am Ende den Menschen vor Ort mehr schaden als dass sie ihnen helfen.“

Dabei scheint die Lage immer bedrohlicher zu werden. Der Internationale Währungsfonds (IWF) will deshalb helfen, die wirtschaftlichen Folgen der Epidemie zu mildern. Sofern der Exekutivrat zustimmt, sollen den betroffenen Ländern Guinea, Liberia und Sierra Leone insgesamt 127 Millionen Dollar (97,9 Millionen Euro) umgehend zur Verfügung gestellt werden.

Kommentare (1)

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Frau Ellis Müller

18.09.2014, 09:49 Uhr

"Der Internationale Währungsfonds (IWF) will deshalb helfen, ..."
S
Sobald sich der IWF einschaltet und "hilft" bedeutet dies nichts Gutes für die bevölkerungen der Länder, denen geholfen wird. Es ist also mit einem weiteren Ansturm von Menschen aus Afrika nach Europa zu rechnen. Die Kosten für die Aufnahme diser Menscehn müssten dem IWF in Rechnung gestellt werden.

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