Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

23.12.2014

07:15 Uhr

Warnung vor Islamisten-Terror

Anschläge auch in deutscher Provinz möglich

Der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewnetz warnt vor islamistischen Anschlägen auch außerhalb der deutschen Großstädte. Um eine Gesellschaft zu verunsichern, seien Szenarien abseits der Metropolen denkbar.

Auch spezielle Einsatzkräfte der Polizei kommen bei Terrorwarnungen zum Einsatz. dpa

Auch spezielle Einsatzkräfte der Polizei kommen bei Terrorwarnungen zum Einsatz.

Mainz/HannoverTerroranschläge radikaler Islamisten drohen nach Einschätzung der Sicherheitsbehörden keineswegs nur in deutschen Großstädten, sondern auch auf dem Land und in der Provinz. „Jeder Ort in Deutschland“ könne zum Ziel von Einzeltätern oder Rückkehrern aus den Kampfgebieten in Syrien oder im Irak werden, warnt der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz (SPD) in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur in Mainz.

Möglicherweise sei „alles, was rund ums Brandenburger Tor geschieht“ zunächst einmal medienwirksamer. Aber um eine Gesellschaft im Kern zu verunsichern, seien auch Szenarien abseits der Metropolen denkbar.

Wie der misslungene Kofferbomben-Anschlag im Jahr 2006 auf einen Regionalzug in Richtung Koblenz und ausländische Fälle zeigten, wählten Terroristen bevorzugt leicht zugängliche und stark besuchte Ziele aus. Potenzielle Attentäter könnten zudem vielleicht gerade deshalb „in die Provinz“ ausweichen, weil etwa in Berlin alles stark von Polizei und Kameras überwacht sei.

Islamisten aus Deutschland

378 Islamisten…

… hat das Bundesinnenministerium in einer Studie analysieren lassen, um zu ermitteln, welche Menschen sich radikalisieren. Nach Erkenntnissen der Sicherheitsbehörden sind sie von Juni 2012 bis Ende Juni 2014 vermutlich nach Syrien ausgereist, um dort zu kämpfen.

Jung, männlich und...

… meistens in Deutschland geboren. Die jungen Männer sind zudem meist wenig ausgebildet. Sie stammen aus 31 Nationen. 61 Prozent von ihnen wurden in Deutschland geboren, acht Prozent in Syrien, sechs Prozent in der Türkei, drei Prozent im Libanon, ebenfalls drei Prozent in der Russischen Föderation.

Mehr als jeder Dritte…

… von ihnen, nämlich 37 Prozent, besitzt die alleinige deutsche Staatsbürgerschaft, 24 Prozent besitzen eine doppelte Staatsbürgerschaft (mehrheitlich marokkanisch, türkisch, syrisch und afghanisch).

64 Prozent…

… von ihnen wuchsen in Familien mit mindestens einem muslimischen Elternteil auf. 14 Prozent sind Konvertiten. 77 Prozent der Konvertiten sind Männer.

Straffällig geworden…

… ist der Großteil von ihnen bereits. 65 Prozent der untersuchten Islamisten sind zuvor durch Straftaten, wie Drogendelikte und Diebstahl aufgefallen.

Der salafistischen Szene...

…können laut den Erkenntnissen 84 Prozent zugerechnet werden. 52 Prozent sollen „dschihadistisch“ motiviert sein. 120 von ihnen kehrten zurück, davon befinden sich sechs in Haft.

40 deutsche Islamisten…

… sollen laut der Studie bereits allein in Syrien gestorben sein.

Der niedersächsische Innenminister Boris Pistorius (SPD) sagte der dpa, die Sicherheitsbehörden sollten stärker das Gespräch mit Internetprovidern und sozialen Netzwerken suchen, da sich hierzulande junge Muslime oft im Internet radikalisierten. Dies habe er auf der letzten Innenministerkonferenz seinen Kollegen vorgeschlagen.

Von Kriegsrückkehrern gehe „eine abstrakte Gefahr“ aus, sagte Pistorius. Anschläge wie im Mai in Brüssel mit vier Toten oder jüngst in Sydney mit zwei Todesopfern seien Belege dafür, „wozu diese Ideologie einige, verführbare Menschen verleiten kann“. Laut Bundesinnenministerium sind mindestens 550 Extremisten aus Deutschland nach Syrien und in den Irak ausgereist.

Von

dpa

Kommentare (2)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Herr Woifi Fischer

23.12.2014, 10:25 Uhr

Warnung vor Islamisten-Terror Anschläge auch in deutscher Provinz möglich?

Was ist unter dem Begriff „Provinz“ für die BRD zu verstehen?

Hier wird wieder ein Szenario aufgebaut, wie damals mit dem misslungenen Kofferbomben-Anschlag im Jahr 2006 auf einen Regionalzug in Richtung Koblenz.

Die Menschen im Ländlichen Raum sollen nur verunsichert werden, um sie und ihre Aktivitäten noch besser zu kontrollieren.
Wir verlieren immer mehr an Freiheit, zu unserem Schutz, was ist dies für eine Logik.
Schützen können uns weder Polizei noch Politik (die verursacht den Terror) im eigenen Land (Kriegsflüchtlinge usw.) noch die Geheimdienste.

Wir Bürger müssen uns selbst schützen, im Rahmen unserer Möglichkeiten.
Dieser Artikel ist gerade eine Einladung an die Terroristen, endlich einen Anschlag in der BRD durchzuführen.

Herr Günther Schemutat

23.12.2014, 15:47 Uhr

Manchmal hat man das Gefühl, dass Politiker so einen Anschlag sehnsüchtig erwarten um dann zu zeigen, dass sie unfähig sind für die Sicherheit bei uns zu sorgen.

Anschläge dieser Art werden bei uns als Kriminalität getarnt und auch Totschlag und Mord unter etnischen Gruppen werden niemals als Rassenfeindlichen Akt aufgeschrieben. Das passiert immer nur dann ,wenn ein Deutscher daran beteiligt ist.

Wenn die Polizei endlich einmal den Maulkorberlass ablegen könnte, den ihnen die lieben Politiker auferlegt haben, wäre etwas für die Ehrlichkeit des zusammen lebends bei uns getan.

So ist jede Fahrerflucht nach tötlichen Ausgang nur eine Fahrerflucht.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×