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15.09.2011

01:58 Uhr

Was wäre wenn

Bundesregierung probt die mögliche Bankenrettung

Angenommen, man rettet in einer großangelegten Aktion die Banken. Die Bundesregierung spielt Szenarien durch und denkt dabei an das Schlimmste. Denn die Griechenland-Krise erfordert allerhand Schwarzmalerei.

Die Euro-Zone soll keine Gefahrenzone werden Reuters

Die Euro-Zone soll keine Gefahrenzone werden

Berlin/HamburgIn der Griechenland-Krise stellt sich die Bundesregierung einem Zeitungsbericht zufolge auch auf das Szenario einer großangelegten Bankenrettung ein. „Wenn Internationaler Währungsfonds (IWF), Europäische Zentralbank (EZB) und EU die nächste Hilfstranche für Griechenland nicht freigeben, brauchen viele Großbanken sofort Geld“, zitierte die „Financial Times Deutschland“ aus der Spitze der schwarz-gelben Koalition.

Nach einer Insolvenz des Landes drohe eine Ansteckung anderer Staaten wie Italien. Ein starker Kursverfall bei deren Staatsanleihen würde auch deutsche Banken in Bedrängnis bringen, es könnten Milliardenabschreibungen nötig werden, hieß es in der Vorabmeldung. „Das müssen wir dann mit dem umgebauten Rettungsfonds EFSF auffangen“, zitierte das Blatt aus den Koalitionskreisen.

Die Kompetenzen des EFSF sollen ausgeweitet werden. Demzufolge soll er Staaten künftig auch Kredite zur Rekapitalisierung von Banken geben können. Diesen Beschluss des Euro-Sondergipfels Ende Juli müssen die Parlamente noch absegnen. Die Abstimmung des Bundestages ist für den 29. September geplant.

Experten von EU-Kommission, EZB und IWF sollen nach Worten von EU-Währungskommissar Olli Rehn in Kürze wieder überprüfen, welche Fortschritte die griechische Regierung gemacht hat, ihre Sparzusagen doch noch zu erreichen. Sie sollen ihre Arbeit bis zum Monatsende abschließen.

Kommentare (25)

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azaziel

14.09.2011, 23:52 Uhr

Warum sollen mit Steuermitteln private Banken gerettet werden? Warum bitte sollen mit deutschen Steuermitteln franzoesische Banken gerettet werden? Gegen jede Bank, die sich uebernommen hat, muss ohne Verzug der Konkurs eroeffnet werden. Dabei ist es denkbar, dass jeder Staat einen Teil seiner eigenen Banken rettet. Die Rettung sollte in Form einer rechtlich einwandfreien und transparenten Verstaatlichung stattfinden, damit die Eigner nicht aus ihrem Risiko entlassen werden. Bankenrettung durch EFSF ist der gleiche Taschenspiuelertrick wie alle anderen rettungsmassnahmen auch.

TripleA

14.09.2011, 23:55 Uhr

Zu diesem Artikel passt folgender Beitrag:

Der Internationale Finanzverband IIF hat vor strengeren Kapitalregeln für Großbanken gewarnt. Solche neue Regulierungen würden die wirtschaftlichen Erholungen gefährden, so der IIF. Auch das Vorhaben, vereinbarte Zeitpläne für die Einführung neuer Regeln zu schaffen, seien für die Konjunktur abträglich. Die neuen Regulierungsmaßnahmen gegen Banken auf nationaler und
internationaler Ebene würden das Wirtschaftswachstum bis 2015 in führenden Volkswirtschaften um gut 3 Prozentpunkte niedriger ausfallen lassen. Zudem würden die Regeln 7,5 Millionen Jobs kosten.

Triple A - Asmussen und AckermAnn

Euyonimus

15.09.2011, 00:06 Uhr

Griechenland: Die Troika aus IWF, EZB und EU wird ihr Votum über eine Freigabe der nächsten 8-Mrd.-Euro-Tranche erst Ende September abgeben. Erst dann steht fest, ob der Rettungsfonds EFSF auch für Bankenrettungen verwendet werden kann. Das aber wäre bei einer Insolvenz Griechenlands umgehend notwendig.
.21:43- Echtzeitnachricht


Also zieht man doch nun eine Insolvenz Griechenland in's Kalkül??

Es ist „unvermeidbar, dass Griechenland sowohl zahlungsunfähig sein als auch aus der Eurozone austreten wird“, sagte Gerard Lyons, Chefvolkswirt von Standard Chartered, in einem Interview mit dem britischen TV-Sender Sky News. Die Wirtschaft des Landes könne „nicht mit der Rezession fertig werden, die als Folge der notwendigen Maßnahmen“ eingesetzt habe. Dies würde "nicht notwendigerweise" in den nächsten ein bis zwei Monaten eintreten, „aber es ist meiner Meinung nach recht wahrscheinlich, dass es zu gegebener Zeit passiert".


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