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16.02.2011

11:22 Uhr

Weber-Nachfolge

Weidmann erobert Bundesbank-Spitze

Die Würfel sind gefallen: Wie aus Regierungskreisen verlautete, steht nun fest, dass Merkel-Berater Jens Weidmann neuer Bundesbankchef werden soll. Über Weidmann war seit Tagen spekuliert worden - eine Überraschung gibt es aber in der zweiten Reihe.

Merkel-Berater Jens Weidmann wird neuer Bundesbankpräsident, verlautete aus Regierungskreisen. Quelle: dapd

Merkel-Berater Jens Weidmann wird neuer Bundesbankpräsident, verlautete aus Regierungskreisen.

Berlin Der Wirtschaftsberater von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), Jens Weidmann, wird neuer Bundesbank-Präsident. Darauf haben sich nach Informationen mehrerer Nachrichtenagenturen die Spitzen der schwarz-gelben Regierung verständigt.

Als Vize-Präsidentin soll die Bankenaufseherin Sabine Lautenschläger zur Bundesbank gehen, die derzeit bei der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) arbeitet. Der 42-jährige Weidmann wird der jüngste Notenbank-Chef in der Geschichte der Bundesbank. Der Spitzenposten wird vorzeitig frei, weil Noch-Präsident Axel Weber Ende April zurücktritt.

Merkel und FDP-Chef Guido Westerwelle informierten nach Angaben von Teilnehmern am Mittwochmorgen das Kabinett über die Verabredung. Westerwelle habe dabei Wert darauf gelegt, dass die Liberalen eine Frau in den Bundesbank-Vorstand berufen wollten und auf Lautenschläger bestanden hätten. Eine Einigung darüber konnten Merkel und Westerwelle offenbar relativ rasch erzielen, weil auch die CDU-Chefin die Suche nach einer Frau in Auftrag gegeben hatte.

Bereits bei der Debatte um die Frauenquote in den Spitzenetagen der Wirtschaft hatte Merkel betont, dass Personalwechsel in Spitzenämtern verstärkt dazu genutzt werden sollten, Frauen in Entscheidungspositionen zu bringen. Wichtig war bei der Entscheidung für Lautenschläger offenbar aber auch, dass sie als Finanzmarktexpertin und nicht als politische Nominierung gilt.

Die Opposition hatte gewarnt, ein Wechsel Weidmanns gefährde die Unabhängigkeit der Bundesbank, weil Weidmann zu engen Kontakt mit der Kanzlerin habe. Dies unterminiere das Image einer unabhängigen Bundesbank.

Führende Chefvolkswirte sehen Weidmanns Wechsel dennoch positiv. „Ich halte Weidmann für eine sehr gute Wahl: Er hat in der Herzkammer der Bundesbank, im Referat Geldpolitik, gearbeitet und bringt alles mit für den neuen Job" sagte Stefan Schneider, Chefvolkswirt von Deutsche Bank Research zu der Personalie.

Für Postbank-Chefvolkswirt Marco Bargel ist Weidmanns Nähe zur Kanzlerin sogar ein Vorteil: "Durch die Verflechtung mit der Politik bringt er gute Voraussetzungen für das Amt mit. Weidmann wird wie seine Vorgänger für eine Politik der Preisstabilität stehen.“

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