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06.09.2011

19:12 Uhr

Wegen Altersarmut

Rürup fordert höhere Renten für Hartz-IV-Empfänger

VonPeter Thelen

ExklusivNoch sind es nicht viele, die im Alter arm sind. Das dürfte sich ändern. Die Arbeitsministerin sucht daher mit ihrem „Regierungsdialog Rente“ Auswege aus dem Dilemma. Der Ex-Wirtschaftsweise Rürup hat schon eine Idee.

Bert Rürup (hier ein Bild vom 12. November 2008) will, „dass niemand allein aufgrund von langer Arbeitslosigkeit eine Rente unter Sozialhilfeniveau erhält “. ap

Bert Rürup (hier ein Bild vom 12. November 2008) will, „dass niemand allein aufgrund von langer Arbeitslosigkeit eine Rente unter Sozialhilfeniveau erhält.

BerlinEinen Tag vor dem Start des „Regierungsdialogs Rente“ hat der ehemalige Chef der Wirtschaftsweisen Bert Rürup einen eigenen Vorschlag zur Bekämpfung einer künftig drohenden Altersarmut gemacht. Im Gespräch mit dem Handelsblatt forderte Rürup, der maßgeblich an den vergangenen Rentenreformen mitgearbeitet hat, die Bundesregierung auf, Zeiten des Hartz-IV-Bezugs bei der Berechnung der Rente in Zukunft so zu bewerten, „dass niemand allein aufgrund von langer Arbeitslosigkeit eine Rente unter Sozialhilfeniveau erhält.

Seit diesem Jahr werden Zeiten des Hartz-IV-Bezugs bei der Berechnung der Rente überhaupt nicht mehr berücksichtigt. Zuvor hatte der Bund wenigstens monatlich einen kleinen Rentenbeitrag für Hartz-IV-Empfänger an die Rentenversicherung überwiesen.

Rürup sieht in seinem Vorschlag eine preiswerte Alternative zur Forderung der Gewerkschaften, für Zeiten des Hartz-IV-Bezugs Rentenbeiträge in der gleichen Höhe wie für Empfänger von Arbeitslosengeld I zu zahlen. Für sie zahlt die Bundesagentur für Arbeit einen Rentenbeitrag auf Basis von 80 Prozent des letzten Bruttoeinkommens. Dies forderte auch die Präsidentin des Sozialverbands VdK Ulricke Mascher. Eine solche Regelung würde den Bund nach Berechnungen des DGB allerdings mit zusätzlichen Kosten von zehn Milliarden Euro belasten. Dies sei sicher schwer für den Bundeshaushalt zu verkraften, sagte dazu Rürup.

Außerdem sprach sich Rürup für eine Erhöhung der Erwerbsminderungsrenten aus. „Der Vorschlag der Arbeitsministerin, die Zurechnungszeiten anzuheben, ist auf jeden Fall ein richtiger Schritt. Nur sollte diese Aufstockung viel schneller als bis zum Jahr 2029 vorgenommen werden“, sagte Rürup.

Ähnlich wie der Präsident der Deutschen Rentenversicherung Herbert Rische sprach sich Rürup für die Einführung einer Erwerbstätigenversicherung aus. "Der Versichertenkreis der gesetzlichen Rentenversicherung sollte auf alle Selbstständigen ausgeweitet werden, die nicht in einem anderen obligatorischen Vorsorgesystem abgesichert sind.“

Kommentare (8)

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mayerma

06.09.2011, 19:45 Uhr

Das Problem der Leute die zwischen ALg1 und Hartz4 stehen ist immer noch nicht angesprochen. Sowie ich rausgehe vor die Haustüre oder auch nur anderweitig kommuniziere laufen mir folgende Fälle über den Weg, erst gestern wieder: Frau hat 2 Kinder und ist geschieden. Vorher jahrelang in Arbeit. Der Hartz4 Satz liegt aufgrund des Unterhaltes an die Kinder unter dem Anspruch des hartz4 Satzes. Sie erhält daraufhin kein Hartz4. Das heißt, Sie ist in keinem Fall Bestandteil der Rentenversicherung. Auch nicht mit 80 Euro.

Fallbeispiel 2: Ich selber vegetiere gleichfalls seit 7 Jahren aufgrund von unfreiwilliger Arbeitslosigkeit zwischen ALG1 und Hartz 4. Frauen mit Kindern werden systematisch von der Rente ausgegrenzt. Die Hartz4 Bezieher hatten Sie wenigstens bis jetzt gehabt.

Wann wird endlich über dies Fakten gesprochen? Diese Frauen mit Kindern sind in den Unternehmen nicht erwünscht. Die Zahl der Abtreibungen ist laut einem Zeitungsbericht im Ländle, ob mit Ländle BW oder ganz Deutschland gemeint ist, war nicht klar erkennbar, um 2,5 % gestiegen.

Frauen mit Kindern die Kein Geld haben oder nicht im hochbezahlten Berufsleben stehen, wurden durch die jahrelange Frauenpolitik hier in Deutschland ins Abseits und die soziale Isolation gedrängt.

Weil Frauen und Kinder sind unerwünscht, wegen der Überbevölkerung. So retten wir unser Klima und die Existenz der wenigen Privilegierten.

Account gelöscht!

06.09.2011, 20:42 Uhr

Das Beispiel welches Sie anführen bewegt mich aber zu der Frage, wenn die Frau vorhwer durchgängig in Arbeit war, warum ist sie es nicht mehr seit ihrer Scheidung?
Die Zeiten wo viele Frauen bei einer Scheidung nach dem Motto gingen "nun soll der Alte mal zahlen, bis er schwarz wird" und schnell ihren Arbeitsplatz aufgaben, ist ja vorbei.
Und wenn man noch keinen KITA-Platz hat, muß sich andre Netzwerke schaffen. Man sennt so was Eigenverantrotung

Account gelöscht!

06.09.2011, 20:47 Uhr

So, so, die stramme Sozialistin v. d. Leyen tagt hinter verschlossenenn Türen und informiert auch nicht die Öffentlichkeit.
Paßt zu unserem neuen DDR-Staat, das Volk hat still zu sein

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