Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

20.02.2015

10:44 Uhr

Wegen billiger Energie

Produzenten senken Preise deutlich

Wegen der niedrigen Energiepreise sind auch die Preise deutscher Hersteller zurückgegangen – stärker als erwartet. Das ruft Ökonomen auf den Plan. Denn die Preise zeigen, in welche Richtung sich die Inflation bewegt.

Die Produzentenpreise gelten als Indikator dafür, wie sich die Preise insgesamt entwickeln. Derzeit stehen die Zeichen auf Deflation. dpa

Droht Deflation?

Die Produzentenpreise gelten als Indikator dafür, wie sich die Preise insgesamt entwickeln. Derzeit stehen die Zeichen auf Deflation.

BerlinDie deutschen Produzenten haben ihre Preise Anfang 2015 so kräftig gesenkt wie seit fast fünf Jahren nicht mehr. Wegen billigerer Energie fielen die Erzeugerpreise im Januar um durchschnittlich 2,2 Prozent zum Vorjahresmonat, wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte. Ökonomen hatten lediglich ein Minus von 2,0 Prozent erwartet. Die Produzentenpreise gelten als früher Indikator für die Entwicklung der Inflation: In dieser Statistik werden die Preise gemessen, bevor sie in den Handel kommen oder zur Weiterverarbeitung von anderen Produzenten gekauft werden.

Die Verbraucherpreise waren im Januar um 0,4 Prozent gesunken - zum ersten Mal seit dem Krisenjahr 2009. Ökonomen gehen davon aus, dass die Teuerungsrate auch in den kommenden Monate unter der Nulllinie verharren wird. Dies schürt Sorgen, vor einem deflationären Preisverfall auf breiter Front, bei dem Verbraucher und Unternehmen in Erwartung weiter sinkender Preise Ausgaben aufschieben und der deswegen die Wirtschaft lähmen könnte.

Die Gewinner der Weltwirtschaft

Volkswirtschaft 2050

Welche Staaten werden in 35 Jahren noch zu den führenden Wirtschaftsnationen der Welt gehören? Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) veröffentliche in ihrer Studie „The World in 2050“ unter anderem eine Top Ten der Volkswirtschaften. Für die Prognose gehen die PwC-Volkswirtschaftler von einem durchschnittlichen Wachstum der Weltwirtschaft von rund drei Prozent pro Jahr aus. Die Gewinner der Volkswirtschaften:

Quellen: dpa/ots

Nigeria

2014: 1,058 ; 2030: 2,566; 2050: 7,345 (BIP in Milliarden US-Dollar, gewichtet nach Kaufkraftparität in Dollar)

Erstaunlich optimistisch bewerten die Volkswirtschaftler die Aussichten unter anderem Krisenstaaten in Afrika. So werde Nigeria bis 2050 Deutschland überholen und auf Platz neun der stärksten Volkswirtschaften klettern. Nigeria, Vietnam und die Philippinen werden demnach mit durchschnittlich 4,5 bis 5 Prozent Wachstum die dynamischsten Wachstumsregionen der Welt sein.

Mexiko

2014: 2,143 ; 2030: 3,985 ; 2050: 8,014 (BIP in Milliarden US-Dollar, gewichtet nach Kaufkraftparität in Dollar)

Mexikos Wirtschaft ist derzeit im Wandel. 2020 wird das Land auf Platz neun klettern und 2050 Frankreich aus der Spitzengruppe verdrängen.

Indonesien

2014: 2,554 ; 2030: 5,486 ; 2050: 12,210 (BIP in Milliarden US-Dollar, gewichtet nach Kaufkraftparität in Dollar)

Indonesien dürfte bis 2050 von dauerhaft hohen Wachstumsraten und einer jungen Bevölkerung profitieren. 2030 wird die indonesische Wirtschaftsleistung doppelt so groß sein und schafft es 2050 laut der Studie auf Rang vier.

Brasilien

2014: 3,073 ; 2030: 4,996 ; 2050: 9,154 (BIP in Milliarden US-Dollar, gewichtet nach Kaufkraftparität in Dollar)

Brasiliens Wirtschaft wächst in den kommenden Jahren noch mehr. 2030 klettert das Land auf Rang sechs und bleibt auch 2050 in der Top Ten (Platz fünf).

Indien

2014: 7,277 ; 2030: 17,138 ; 2050: 42,205 (BIP in Milliarden US-Dollar, gewichtet nach Kaufkraftparität in Dollar)

Schon heute ist Indien als drittstärkste Volkswirtschaft etwa 50 Prozent leistungsstärker als das viertplatzierte Japan. Mit dauerhaft hohen Wachstumsraten und einer jungen Bevölkerung wird Indien bis 2050 zur zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt aufsteigen. Die Wirtschaftsleistung soll dann fast zweieinhalbmal so stark sein wie die Indonesiens.

Hauptgrund für den Rückgang auf Erzeugerebene ist, dass Energie günstiger wurde. Sie kostete im Schnitt 6,3 Prozent weniger als im Januar 2014. Im Zuge des Ölpreisverfalls sorgten dafür vor allem Mineralölprodukte wie Benzin und Heizöl, die sich um gut ein Fünftel verbilligten.

Von

rtr

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×