Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

03.11.2015

07:15 Uhr

Wegen geschlossener Grenzen

Merkel warnt vor militärischen Konflikten

Das Beispiel Ungarn hat Bundeskanzlerin Angela Merkel aufgeschreckt: Sie will die deutsch-österreichische Grenze nicht für Flüchtlinge schließen. Sonst „wird es zu Verwerfungen kommen“.

In Darmstadt sprach Bundeskanzlerin Angela Merkel auf der abschließenden Zukunftskonferenz ihrer Partei. dpa

CDU-Chefin

In Darmstadt sprach Bundeskanzlerin Angela Merkel auf der abschließenden Zukunftskonferenz ihrer Partei.

DarmstadtBundeskanzlerin Angela Merkel hat vor militärischen Auseinandersetzungen gewarnt, wenn Deutschland die Grenze zu Österreich für Flüchtlinge schließen sollte. Mit Blick auf die Erfahrungen mit dem ungarischen Zaunbau an der Grenze zu Serbien sagte Merkel am Montagabend auf einer CDU-Veranstaltung in Darmstadt: „Es wird zu Verwerfungen kommen.“

Es gebe heute auf dem westlichen Balkan zum Teil schon wieder solche Spannungen, dass sie jüngst um eine Konferenz zur Balkanroute gebeten habe. „Denn ich will nicht, dass dort wieder (...) militärische Auseinandersetzungen notwendig werden“, sagte sie. Sie wolle nicht schwarzmalen. Aber es gehe schneller als man denke, dass aus Streit Handgreiflichkeiten und daraus dann Entwicklungen würden, die niemand wolle.

Transitzone vs. Einreisezentrum: Die Koalition kämpft um Begrifflichkeiten

Transitzone vs. Einreisezentrum

Die Koalition kämpft um Begrifflichkeiten

Mit CSU-Chef Seehofer wirbt Kanzlerin Merkel heute in der Fraktion für das Unionspapier zur Asylpolitik. Immer im Blick: die SPD. Denn die Genossen wehren sich vehement gegen Transitzonen an den Grenzen. Warum eigentlich?

Wegen des hohen Flüchtlingszustrom über die Balkanroute war es zu erheblichen Spannungen zwischen Balkanstaaten gekommen. Sollte Deutschland die Grenze für Flüchtlinge schließen, würden auch andere Länder auf der Route dies tun, warnen Experten.

Der ungarische Zaun habe dazu geführt, dass die Menschen dann über Kroatien, Slowenien oder Rumänien weiter strebten, sagte Merkel. Nach dem Bau eines Zauns an der deutsch-österreichischen Grenze würden die Flüchtlinge versuchen, über andere Länder nach Deutschland zu gelangen. Es sei Aufgabe der Bundesrepublik als großem EU-Staat, eine andere, solidarische Lösung in der Flüchtlingskrise in Europa durchzusetzen. Diese gehe nur Schritt für Schritt. "Ich bin mir ziemlich sicher, dass man das hinbekommen kann", sagte Merkel.

Von

rtr

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Frau Handelsblatt Redaktion

03.11.2015, 08:47 Uhr

Liebe Leser,

die Kommentarfunktion ist geschlossen. Leserbriefe und interessante Beiträge zur Debatte nehmen wir gerne unter debatte@handelsblatt.com entgegen.

Beste Grüße aus der Redaktion.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×