Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

24.03.2017

08:44 Uhr

Wegen Griechenland-Politik

Schäuble äußert scharfe Kritik an Gabriel

Sigmar Gabriel hat Griechenland bei einem Besuch in Athen mehr Hilfe in Aussicht gestellt. Das stößt bei Wolfgang Schäuble auf Unverständnis. Denn der Außenminister sende mit seiner Botschaft falsche Signale.

Wolfgang Schäuble (CDU) hat verärgert auf die Forderung seines Kabinettskollegen Sigmar Gabriel reagiert, Deutschland solle mehr Geld in die EU-Kasse zahlen. dpa

Streit um die richtige Finanzpolitik

Wolfgang Schäuble (CDU) hat verärgert auf die Forderung seines Kabinettskollegen Sigmar Gabriel reagiert, Deutschland solle mehr Geld in die EU-Kasse zahlen.

BerlinZwischen Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) und Bundesaußenminister Sigmar Gabriel ist ein Streit um die richtige Finanzpolitik gegenüber Griechenland und der Europäischen Union entbrannt. Schäuble warf dem Sozialdemokraten am Freitag im Deutschlandfunk vor, eine falsche Botschaft auszusenden mit dem Vorschlag, Deutschland könne mehr für Griechenland und Europa zahlen. Gabriel hatte über den Nachrichtendienst Twitter erklärt: „Wir könnten bei der nächsten Debatte über Europas Finanzen ja mal etwas 'Unerhörtes' tun, nämlich Bereitschaft signalisieren, mehr zu zahlen.“ Auch Griechenland hatte er bei einem Besuch in Athen mehr Hilfe in Aussicht gestellt.

„Ich habe mich darüber geärgert, dass Herr Gabriel in Griechenland den Griechen eine Botschaft gesendet hat, die den Griechen nicht hilft, sondern die es ihnen eher schwieriger macht, die richtigen Entscheidungen zu treffen“, sagte Schäuble. Das Problem in Europa wie in Griechenland sei nicht das Geld, sondern der richtige Einsatz der Mittel. Mit Blick auf Athen fügte er hinzu, das Land könne nach seiner Ansicht nur im Euro bleiben, wenn es eine wettbewerbsfähige Wirtschaft habe. Dazu müsse das Land Reformen vornehmen. Die dafür nötige Zeit wolle man dem Land geben. „Aber wenn die Zeit dazu genutzt wird, die Reformen nicht zu machen, weil das unbequem ist, dann ist es der falsche Weg.“ Europa und den Griechen mehr Geld in Aussicht zu stellen, das gehe „genau in die falsche Richtung“.

Griechenlands Banken: Nach der Krise ist vor der Krise

Griechenlands Banken

Premium Nach der Krise ist vor der Krise

Die Krisensymptome nehmen besorgniserregend zu: Sparer ziehen Geld bei den griechischen Banken ab, zugleich steigt die Zahl fauler Kredite. Banker sehen einen Zusammenhang mit den festgefahrenen Gläubigerverhandlungen.

Deutschland ist laut Schäuble ungeachtet dessen generell immer bereit, Geld für Europa zu geben, wenn es um die Zukunftsfähigkeit gehe. „In erster Linie muss man dafür sorgen, dass das Geld sinnvoll eingesetzt wird“, sagte er. Griechenland und seine europäischen Geldgeber ringen derzeit im Rahmen einer Prüfrunde darüber, ob das Land seine Reformauflagen eingehalten hat und damit weitere Hilfszahlungen fließen können.

Von

rtr

Kommentare (11)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

24.03.2017, 09:45 Uhr

Die einzige Hilfe, die Griechenland wirklich hilft...EURO Austritt! Danke!

Herr Grutte Pier

24.03.2017, 09:47 Uhr

Milton Friedmans Ausführungen über das Geldausgeben des Staates:

„Es gibt nur vier Wege, Geld auszugeben: Man kann sein eigenes Geld für sich selbst ausgeben. Wenn man das tut, passt man wirklich auf, was man tut, und man versucht, das Maximum aus seinem Geld herauszuholen. Man kann sein eigenes Geld für jemand anderen ausgeben, zum Beispiel, wenn ich ein Geburtstagsgeschenk für jemanden kaufe. Dann achte ich weniger auf das Geschenk selbst, aber sehr auf die Kosten. Ich kann das Geld anderer Leute für mich selbst ausgeben. Und wenn ich das tue, werde ich mit Sicherheit gut zu Mittag essen! Und zu guter Letzt kann ich das Geld anderer Leute für andere Leute ausgeben. Und wenn ich das tue, dann interessiert mich nicht, wie viel ich ausgebe, und mich interessiert nicht, was ich für das Geld bekomme. Und so funktioniert der Staat.“

Auch Schäuble (CDU) hat Unsummen im EU-Apperat versenkt - der ist keinen Deut besser als Siggi "Pop" Gabriel (SPD)

Herr Bernhard Ramseyer

24.03.2017, 10:09 Uhr

Ist das hier ein Ping-Pong-Spiel?

Gabriel fordert mehr Geld-Einsatz von Deutschland, was falsch ist.
Schäuble sagt , Gabriel sende die falschen Signale, was richtig ist - wenn er auf einem Bahnsteig stehen würde.

Schäuble hatte 7 Jahre Zeit um eine Lösung für Deutschland zu erreichen, er machte und macht auch nichts anderes als Signale und Zeichen setzen, eine verstärkte Reisetätigkeit etc. Ergebnis ist eine wieder und wieder aufgewärmte Wurstsuppe. Das Griechenlandproblem könnte schon lange vom Tisch sein.

Alle Beide in einen Sack und dann .....

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×